Weltreise Blog

Wandern entlang der Westküste der Osterinsel – Tag 112

Am letzten Januartag ging es für uns auf eine Wanderung in den Norden von Hanga Roa, entlang der Westküste der Insel. Auf einem der Flyer für geführte Touren hatten wir gelesen, dass es ein entsprechendes Halbtages-Wander-Programm (3 1/2 Stunden) gibt. Wir hatten uns dann aber dafür entschieden, das ohne Guide zu machen, denn was soll auf so einer kleinen Insel wie Rapa Nui auch passieren. Und obwohl uns jemand gesagt hatte, wir sollten so eine Wanderung unbedingt mit Guide machen, weil wir sonst nicht alles finden, konnten wir fast alles sehen. Nur eine Moai-Statur haben wir nicht gefunden. Außerdem hatten wir bei einer Höhle Glück, dass gerade eine andere Gruppe da war, weil wir den Eingang sonst nie gefunden hätten 🙂

entlang der Westküste

War es gegen 10 Uhr beim Aufbruch noch angenehm mild, wurde es ohne Schatten im Laufe der Zeit immer heißer – ein bissel mehr Sonnenbrand ist so auch dazu gekommen – trotz eincremen mit Lichtschutzfaktor 50. In der Nähe der Ana Te Pahu Höhle hat dann auch ein Parkranger seine zwei Ananas mit uns geteilt, das war einfach mega nett. Ziemlich durchgeschwitzt sind wir nach rund 5 Stunden wieder in der Stadt angekommen. Die Landschaft der Insel echt mega schön. Da die Hänge der Vulkane kaum bewaldet sind, kann man einem schönen Licht-und-Schattenspiel durch die Wolken und der Sonne zuschauen. Außerdem begegnet man immer mal wieder ein paar Kühen und Wildpferden, malerisch.

Die ersten Tage auf Rapa Nui – Osterinsel – Tag 107 bis Tag 111

Lage der Osterinsel

Der Check-In zum Flug auf die Osterinsel war nicht so einfach. Zwei mal wurden wir am Flughafen in Santiago zu einer anderen Warteschlange geschickt. Irgendwann hat es dann doch geklappt. Außerdem hatten wir genug Zeit eingeplant und waren auch überrascht, dass die Straßen in Santiago kurz nach 6 Uhr morgens noch so leer sind. Der Flug selbst startete dann mit Verspätung und hat knapp 4 Stunden gebraucht. Der „Flughafen“ auf der Osterinsel ist mega klein. Die Startbahn wurde von der NASA als Notfall-Landepunkt für die Space-Shuttels erweitert, was überhaupt erst den Tourismus zur Insel so richtig gebracht hat. Das Flughafengebäude ist winzig. Trotzdem mussten wir ca. 90 Minuten auf unser Gepäck warten, gemütliche Insulaner eben, nur keinen Stress aufkommen lassen. Vom Flughafen wurden wir dann auch von einer Angestellten des Hostels abgeholt, das war echt cool. Bei tropischem Wetter (80-90% Luftfeuchtigkeit, 30 Grad im Schatten und knallender Sonne) wären die 3 Kilometer zu Fuß zum Hostel bestimmt nicht so angenehm gewesen. Auf der Fahrt zum Hostel gab es auch eine kleine Erklärung zum Dorf, Hanga Roa (Dorf deswegen, weil es weniger als 4000 Einwohner hat). Im Hostel haben wir uns erst einmal einrichtet und sind dann in das Zentrum gegangen. Die Vorbereitungen für das Tapati-Festival, welches am nächsten Tag starten sollte, liefen auf Hochtouren. In einem Kunsthandwerker-Markt haben wir Fotoalben in der Machart gefunden, wie wir sie vor 2 Jahren in Neuseeland gekauft hatten – also mit Bananenblättern als Seiten usw. Wir wissen zwar noch nicht, wie wir die transportieren sollen, aber wir mussten trotzdem erst einmal zuschlagen 🙂

Nach einem frischen Ananas-Saft (dafür ist die Insel bekannt, dass die Ananas hier richtig süß wird) und einer Empanada wollten wir noch zur Touristeninformation, die leider an diesem Tag dann schon geschlossen hatte. Also ging es nur noch zu einem der kleinen Supermärkte an der Hauptstraße. Thema Straße: auf der Insel wohnen wie geschrieben 3000 bis 4000 Menschen und es gibt 1000 Betten für Touristen. In Hanga Roa sind gefühlt für jeden der 5000 Menschen auf der Insel ein Auto unterwegs.

Am nächsten Tag, Freitag 27.01.2017, sind wir nach dem Frühstück gemütlich zur Touristeninfo gelaufen und haben ein paar Flyer und das Programm zum Festival erhalten. Außerdem wurde uns das mit dem Parkticket für den Nationalpark Rapa Nui erklärt. (Das Ticket kostet pro Person 54.000 Peso, rund 70 Euro, gilt 10 Tage ab dem Zeitpunkt, wenn es zum ersten Mal abgestempelt wird und man muss es immer dabei haben). Das Ticket gab es dann ein paar Häuser weiter bei der Conaf zu kaufen. In Hanga Roa selbst gibt es leider keinen Strand aber an 3 Stellen ist die Felsenküste so, dass man in das Wasser gehen kann, was wir dann auch erst einmal zur Abkühlung gemacht haben.

Ahu Tongariki
Ahu Tongariki

Beim Lesen des Festival-Programmes haben wir dann mitbekommen, dass der „Triathlon“ am nächsten Tag beim Vulkan Rano Raraku stattfinden soll. Das wollten wir natürlich sehen und sind noch einmal zur Information gegangen, um herauszufinden, wie man da hinkommt: es gab 4 Möglichkeit: ein Auto mieten, ein Fahrrad mieten, mit dem Taxi oder mit einer Art Hop-on Hop-off Bus. Die letzte Option war für uns die Beste. Also ging es dann noch zum Büro des Busanbieters ein Ticket für den nächsten Tag kaufen. Die Verkäuferin hat zwar gemeint, dass der eigentliche Bus voll ist, aber das ein zweiter Bus nur ohne Audio-Guide fahren wird. Perfekt.

Am Abend sind wir dann zu der Eröffnungsveranstaltung des Tapatis gegangen. Und obwohl es streckenweise ziemlich langatmig war (ewige Dankesreden) sind wir bis zum Ende kurz nach Mitternacht geblieben. Bei dem Festival treten zwei Clans gegeneinander an und messen sich in sportlichen, kulturellen und künstlerischen Wetterkämpfen. Der erste sportliche Wettkampf war dann am nächsten Tag, Samstag. Um 9 Uhr ging es mit dem Bus für uns nach Rano Raraku. Wir konnten sogar mit dem originalen Open-Air-Bus fahren und ein wenig von den englischen Erklärungen hören. Kurz nach 10 waren wir dann am Vulkan und haben dort erst einmal die „Entstehungsstelle“ der Moais besichtigt. Die Figuren wurden aus dem Stein des Vulkans gehauen und dann erst zu ihrer finalen Stelle transportiert. Ein paar unvollendete Exemplare stehen auch rund um den Vulkan. Kurz vor 12 Uhr ging es dann in den Vulkankegel. Dort bildet ein kleiner See sowie eine umgebende Graslandschaft ein super Platz für den Wettbewerb. Bei quasi wolkenlosem Himmel hat die Sonne aber erbarmungslos gebrannt. Die schattigen Plätze unter den maximal 10 Bäumen und den paar Zelten waren fast alle schon voll. Die meisten Einheimischen hatten ihre eigenen Sonnenschirme mitgebracht. Der Wettkampf selbst startete dann mit einem Bootsrennen, dann mussten die Wetterkämpfer jeweils zwei Bananen-Stauden um den See tragen. Im Anschluss hieß es noch eine halbe Runde um den See ohne Bananen rennen um als letzten Punkt den See erneut paddelnd wie auf einer Art Surfbrett zu überqueren. Alles in der vollen Sonnen zur Mittagszeit. So sahen die meisten auch aus. Einfach krass.

Gegen 15 Uhr sind wir dann zu der größten Moai-Plattformen, Ahu Tongariki, gelaufen. Von dort ging es dann eine Stunde später mit dem Bus weiter nach Anakena – dem Strand der Insel auf der gegenüberliegenden Seite von Hanga Roa. Wir waren zu erst bei den Moais und sind dann mangels Badesachen mit Klamotten in das badewannen-warme Wasser. Das war eine mega tolle Erfrischung. Die Wellen haben auch richtig Spaß gemacht. Trotz Sonnencreme hat es mich an diesem Tag an den Beinen, Armen und Nacken mit Sonnenbrand erwischt – da war das Wasser auch noch eine Linderung. Halb sieben ging es dann zurück in das Dorf. Nach dem das Salzwasser abgewaschen war, sind wir noch Essen einkaufen gegangen. Die Besitzerin in einer kleinen Bäckerei hat dann zu erst meine Beine gesehen und die Armen über den Kopf zusammen geschlagen. Als sie dann Judith ihre Beine mit vielen großen Stichen gesehen hat, hat sie vermutlich ihren Sohn losgeschickt, der dann kurze Zeit später mit einem Bündel Minz-Blätter zurückkam. Mit dem sollte sich Judith dann vor dem Schlafen gehen einreiben. Ab später Abend waren wir dann noch bei der täglichen Abendveranstaltung vom Tapati, u.a. ein Gesangswettbewerb.

trotz Sonnencreme - aua!
trotz Sonnencreme – aua!

Am Sonntag hieß es dann ausschlafen. Wir sind gerade noch pünktlich zum Frühstück gekommen. Die Minze hat auch tatsächlich geholfen – Judith hat keine neuen Stiche abbekommen. Auch an diesem Tag war die Sonne extrem und es gab keine Wolken. Also sind wir erst einmal im Hostel geblieben. Die Osterinsel war ja auch als Urlaub gedacht und es gab noch viele Fotos zu sortieren 🙂 Den Tag über war es drückend heiß, deswegen haben wir die Ruhe im Hostel genossen – im Schatten, um den Sonnenbrand zu pflegen 🙂 Am Abend sind wir dann noch zum Festival gegangen. An diesem Abend standen die Tanzshows auf dem Programm und das war echt cool. Für beide Teams waren jeweils um die 50 Menschen zum Tanzen sowie die Band auf der Bühne. Bei immer noch tropischen Temperaturen haben wir uns immer wieder gefragt, wie die das aushalten. Ach ja, die Kulisse für das Festivals wird Nachts noch durch einen mega hellen Sternenhimmel ergänzt 🙂

Den Montag, 30.01.2017, startete wie der Sonntag. Gegen Mittag sind wir in das Dorf, also Hanna Roa, um einzukaufen und die ersten Postkarten anzugeben. Nach ein wenig Sucherei haben wir auch in einem Hinterhof den „Waschsalon“ gefunden. Sah ein wenig Merkwürdig aus aber die Waage für Wäsche auf der Veranda hat dann doch gezeigt, dass wir richtig sind 🙂 Außerdem haben wir uns die Kirche angeschaut, die besonders seien soll. Von Außen ist sie das auch, aber innen erinnern nur ein paar Holzfiguren an die polynesischen Kultur der Osterinsel.

Zurück in der großen Stadt – Santiago de Chile – Tag 104 bis 107

Lage von Santiago de Chile

Am Montag, 23. Januar, sind wir nach ein wenig mehr als 3 Stunden in Santiago gelandet. Der Flug war stressfrei, es gab nur nichts zum Essen oder Trinken (wie bei Ryanair hätten wir es kaufen müssen). Zum Glück hatte uns niemand die Trinkflaschen abgenommen. Wir hatten schon ein paar Tage vorher ein Angebot von Maria, unserer Airbnb Gastgeberin, angenommen, dass uns jemand vom Flughafen abholt. Wie wir uns gegenseitig erkennen, hatten wir aber dummerweise nicht abgemacht. Im Flughafen gab es kostenloses WLAN, also konnten wir ihr noch eine Nachricht schicken, die sie auch schnell beantwortete und uns die Telefonnummer von Jean schickte. Jean antwortete auch schnell, dass er wegen eines Staus 20 Minuten länger braucht. Willkommen zurück in einer Großstadt. Das war auch so unser Eindruck: Smog, es ist laut, hell, viele Menschen und für uns war es mit um die 30 Grad auch mega warm.

Irgendwann war dann Jean auch da und so 45 Minuten und einem Stau später waren wir bei Maria. Beide kommen aus Venezuela und das Spanisch war echt angenehm. Bei Maria hatten wir dann zum ersten Mal seit 3 Monaten wieder richtiges Breitband-Internet. Wir haben dann gleich Feli (die Berlinerin, die wir in Valparaiso gleich am Anfang kennen gelernt haben) geschrieben, die ein paar Tage von der Farm Urlaub hatte, ob wir uns am Abend gleich treffen wollen. Haben wir dann auch gemacht 🙂 Hat zwar etwas gedauert, eh wir ihr Hostel gefunden hatten (erst als uns jemand in einem anderen Hostel grob die Richtung beschrieben hatten, waren wir auf dem richtigen Weg). Das Wiedersehen war echt mega toll 🙂 Wir sind in das Künstlerviertel Bella Artes um etwas zu essen gegangen. Der erste Laden war dann doch nicht das richtige aber ein kleines Sandwich-Lokal war dann einladend. Außerdem war der Kellner einfach zu lustig. Er hat uns gesagt, er ist Dance Breaker kommt aus Peru. Die 5 Minuten Show beim öffnen einer Wein-Flasche war einfach süß 😉

In einer anderen Bar waren wir dann irgendwann die letzten Gäste und wurden freundlich herausgebeten – es war um 2 Uhr Nachts an einem Wochentag. Die Innenstadt rund um den Plaza de Armas war auf unseren Heimweg menschenleer (wir haben uns dennoch sicher gefühlt).

Straßenszene in Santiago :-)
Straßenszene in Santiago 🙂

Für den nächsten Tag waren wir um 11 Uhr mit Feli zum Frühstück am zentralen Platz in Santiago verabredet. Maria hatte uns schon ein paar Toast und Kaffee gemacht gehabt, deswegen hielt sich unser Hunger in Grenzen – ging Feli aber auch so. Nach einem Umweg über den Obst- und Gemüsemarkt (für leckere frische Säfte um gegen die Hitze anzukommen) setzten wir uns zu dritt mit einer Melone in den Park am Cerro Santa Lucia und genossen den Schatten. Danach ging Feli in ihr Hostel und wir in die Wohnung von Maria. Das Highspeed-Internet eignete sich super, um Videos und Fotos hochladen und zu beschriften – ohne dass immer wieder Eingaben durch Verbindungsabbrüche verschwanden. Am Abend trafen wir uns dann wieder zum Essen in der Stadt und endeten irgendwann in einer kleinen Bar unter dem Hostel von Feli. Nach 3 Monaten Reisen bzw. Zeit in der Rancho de Caballos gab es einfach viel zu erzählen 🙂

Ein Laden voller Kameras, die nicht zum Verkauf stehen
Ein Laden voller Kameras, die nicht zum Verkauf stehen

Der Mittwoch startete für uns mit einem Venezualenischen Frühstück, das Maria für uns gemacht hat. Es gab Arepas, eine Art Fladenbrot aus Mais-Mehl mit Würstchen-Rührei. Das war richtig lecker und hat für Stunden satt gemacht. Um 13 Uhr trafen wir dann wieder Feli und sind dann in mehrere Foto-Läden gegangen. Feli war auf der Suche nach einer analogen Spiegelreflexkamera aber die Preise waren einfach zu krass. Für Kameras, die es bei eBay für 30€ gibt, wollten die Händler fast das Zehnfache. Ein Händler hatte auch zwei Vitrinen voll mit alten Schätzen aber davon war nichts zum Verkauf. Irgendwann aber fanden wir ein faires Angebot für eine alte Zenit mit Objektiv. In einem Laden gab es auch Gegenlichtblenden und an den neuen Objektive von Judiths hatten die noch gefehlt. Da wir aber diese nicht mithatten, entschieden wir, später noch einmal vorbei zu gehen.

Party-Einkauf ;-)
Party-Einkauf 😉

Feli wollte noch eine Nacht länger in Santiago bleiben als wir aber zu Maria „umziehen“ (wir hatten 9€ pro Nacht bezahlt, unschlagbar 🙂 ), weshalb wir uns für 17 Uhr bei unsere Unterkunft verabredeten. Als Feli halb 6 noch nicht da war, sind wir erst noch schnell zu dem Fotoladen gegangen und konnten dort wenigstens für das Standardzoom eine Gegenlichtblende kaufen. Auf dem Rückweg kam uns Feli auch entgegen und wir sind mit ihr fix in die Wohnung von Maria um beide vorzustellen. Danach gab es klassisches chilenisches Essen (Hamburger, Biffe und Pommes 🙂 ) im Picada de Clinton. Den Rest des Abends verbrachten wir dann im Hostel von Feli. Wir haben uns vorgenommen, dass wir uns entweder in Australien oder in Südost-Asien wieder sehen. Das klingt nach einem super Plan und wir freuen uns jetzt schon 🙂

Die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag war dann so heiß, dass der Wecker um 5:15 Uhr nicht klingeln musste, weil wir schon wach waren. 10 Minuten nach 6 saßen wir wieder im Auto von Jean in Richtung Flughafen. Mit einer halben Stunde Verspätung startete um 10 Uhr dann der Flieger Richtung Osterinsel.

Ein letztes Mal in Puerto Natales – Tag 103 und 104

Puerto Natales in Patagonien
Puerto Natales in Patagonien

Der vermutlich letzte Grenzübertritt von Argentinien nach Chile war auch noch mal ein Besonderer. Als unser Bus am Sonntag gegen 11:30 Uhr die argentinische Grenzseite erreicht hatte, verlief alles normal. Auf dem Schotterweg von ca. 20km bis zur chilenischen Grenzseite konnten wir dann, wie für Chile üblich, das Einreiseformular ausfüllen. In diesem Formular muss man auch angeben, ob man tierische oder pflanzliche Produkte dabei hat. In meinem großen Rucksack befand sich neben Salz, Pfeffer, Paprika und Rosmarin auch Honig, Tee und Schokolade. Die letzten drei Dinge habe ich auch auf dem Formular angegeben. In das Grenzgebäude sollten wir dann nur mit unserem Handgepäck. Das wurde dann zwar durchleuchtet aber die „Bilder“ hat sich niemand angeschaut. Die Einreiseformulare wurden auch nur eingesammelt und keines Blickes gewürdigt. Während dessen haben die beiden Busfahrer einen Teil der Koffer und Rucksäcke aus dem Bus geräumt und ein Spürhund konnte über das gesamte Gepäck drüber laufen.

Der Moment, wenn der Spürhund auf deinen Rucksack abgeht

Wir saßen dann schon wieder im Bus und Judith hat mich gefragt, ob wir von so einer Szene schon Fotos hatten. Hatten wir nicht 😉 Also bin ich noch mal raus um wenigstens mit dem Handy ein paar Schnappschüsse zu machen. Kaum eine halbe Minute draußen, war der Hund an meinem Rucksack und hat auch was signalisiert.. Ich musste dann mit Gepäck noch mal in die Grenzstation rein, der große Rucksack wurde durchleuchtet und dann hat mich eine Dame gefragt, ob ich Obst dabei habe. Habe ihr dann gesagt, dass Honig und Tee im Rucksack ist. Beides wollte sie sehen und die beiden kleinen Honiggläser, noch von der Ocean Diamond :-), wurden eingezogen. Der Rest war dann ok, Glück gehabt.

In Puerto Natales sind wir dann erst wieder in das Hostel vom letzten Aufenthalt und im Anschluss in das Zentrum gegangen. Das Cafe – El living – in welches wir wollten, war leider geschlossen. In einem Anderen saßen wir dann erst eine viertel Stunde – es gab leider noch kein Lamm, also sind wir wieder gegangen – um dann wieder beim Italiener zu landen, den wir schon kannten.

Grenzstation: das Röntgengerät steht mitten im Weg

Gegen 19 Uhr genossen wir dann noch ein wenig den Wind, die frische Luft und den Ausblick an einer ruhigen Stelle im Hafen (ein Schiffsfriedhof 😉 )

Am nächsten Morgen, Montag 23.01. regnete es und wir hatten keine Lust, den einen Kilometer zum Busterminal zu laufen, um dann triefend im Bus zu sitzen. Also fragte Judith eine Angestellte (oder Bewohnerin, war uns nicht ganz klar) ob sie uns ein Taxi für 8 Uhr rufen kann. Hat sie auch gemacht und das Taxi war auch mega pünktlich da. Für den Fußweg bergauf und mit Gepäck hatten wir 15-20 Minuten geplant. Das Auto war nach weniger als 2 Minuten am Ziel, hat uns total überrascht. Wir haben unser Gefühl für Entfernungen, wenn man ein Auto hat, verloren 🙂

Kurz nach 11 Uhr waren wir dann am Flughafen von Punta Arenas. Der Security-Check war eher ein Witz. Die Rucksäcke mit Notebooks, Cameras und Thermosflaschen haben beim Röntgen niemanden interessiert, auch nicht die 1 1/2 Liter Flasche Ginger Ale. Die zwei Stunden Wartezeit verbrachten wir dann in der Nähe der vermutlich einzigen Steckdosen am Terminal 🙂 (gut, es gibt auch nur 3 Gates)

Start des Flugzeuges in Punta Arenas:

Argentinien Teil 3 – El Calafate und der Perito Moreno Gletscher – Tag 101 bis 103

El Calafate in Argentinien

Während am Morgen in Puerto Natales die Temperatur noch im gefühlt normalen Süd-Patagonischen Sommerbereich bei um die 10 Grad C lagen, wurde es im Laufe der Busfahrt nach El Calafate in Argentinien immer wärmer. Schon bei den beiden Grenzstationen am Rio Don Guillermo (Grenzübertritt ohne Probleme, niemand wollte Gepäck sehen) war es wärmer aber gegen 11 Uhr zeigte das Thermometer im Bus eine Außentemperatur von 27 Grad an, krass 🙂 Die Koreanerinnen neben uns saßen immer noch im dicken Pullover da und trockneten ihre Socken.

Im Bus nach El Calfate
Im Bus nach El Calfate

In El Calafate waren es dann gegen 13:00 Uhr immer noch angenehme Sommertemperaturen. Im Hostel haben wir auch ein paar Informationen zu der Stadt bekommen und auch ein Angebot für eine geführte Tour zum Perito Moreno Gletscher. Da das Internet sehr langsam war, konnten wir auf diesem Weg nicht heraus bekommen, was ein normaler Bus bis zum Gletscher kostet. Also sind wir noch mal zurück zum Busterminal, um direkt vor Ort zu fragen. Ergebnis war, das wir für den nächsten Tag die geführte Tour gebucht haben. Für 8€ mehr pro Person sollte es einen Guide, mehrere Stops und auf dem Hinweg eine alternative Route geben.

In Zentrum wollten wir dann noch Postkarte verschicken, die vermutlich letzte Gelegenheit aus Argentinien. In dem Postkartenshop gab es DHL-Briefmarken für 60 argentinische Peso, 3,5€ pro Postkarte.. Die argentinische Post wollte gar 63 Peso.. haben wir dann gelassen, die nächsten gibt’s vermutlich wieder aus Chile – von der Osterinsel 😉

Dann ging es noch zur Laguna Nimez in der Nähe des Lago Argentino. Im Hostel hat man uns gesagt, dass wir den Eintritt in die Art Stadtpark nicht bezahlen und statt dessen außen herum gehen sollen. Haben wir auch so gemacht. Die Lagune ist umzäunt und eigentlich sollten Flamingos an und im Wasser sein, aber das war so weit wir sehen konnten nicht der Fall. Außerhalb waren schon ein paar, wenn auch in einiger Entfernung. Hat uns schon ein bissel gefreut, dass die Vögel der Zaun nicht interessiert 🙂

Abends gab es dann noch patagonisches Lamm, zubereitet in einer „Disco“, eine große Pfanne aus einer Felge.

Am Samstag, 21.01., konnten wir relativ lange pennen und am Vormittag war im Hostel das Internet auch halbwegs brauchbar (meint: jeder dritte Seitenaufruf ist erfolgreich 😉 )

erster Blick auf den Perito Moreno
erster Blick auf den Perito Moreno

Halb 1 hat uns dann der kleine Bus für die Tour zum Gletscher abgeholt. Mit ca. 12 Menschen ging es dann für eine Stunde über eine Schotterpiste, gute Aussichten auf die Berge und den See inklusive. Der Fahrer war auch gleichzeitig der Guide und der hat das echt super gemacht. Die Erklärungen gab es immer auf Spanisch und auf Englisch. Bis zum Gletscher hielten wir 3 mal an, da hatte sich für uns der Mehrpreis zum Linienbus schon gelohnt. Am Gletscher selbst gab es dann noch eine gute Erklärung und wir hatten im Anschluss noch so 90 Minuten Zeit, die Wege entlang zu gehen. Auch nach den vielen Gletschern und Eis in der Antarktis hat sich das noch mal gelohnt, u.a. weil es eine andere Szenerie ist und der Perito Moreno Gletscher zum Südpatagonischem Eisfeld gehört, der drittgrößten Eismasse der Welt (nach den Polkappen).

Um 20 Uhr waren wir dann in der Stadt mit Angela und Christina verabredet. Wir konnten auch zum Glück direkt im Zentrum aus dem Bus aussteigen und waren halbwegs pünktlich am Treffpunkt, in Argentinien 😉 (auch wenn wir uns beim Treffpunkt „Treppen zum Busterminal“ irgendwann unsicher waren, weil es 2 gab 🙂 ) Wir sind dann in die zweite Filiale des Restaurants vom Vortag gegangen und haben dort noch mal Lamm und eine Regenbogenforelle geteilt. Für die beiden geht es in zwei Wochen nach Neuseeland und wir freuen uns mit 🙂 Der vorletzte Abend in Patagonien war also noch mal richtig schön, nur dass im Hostel Nachts um 1, als wir uns gerade hingelegt hatten, eine Waschmaschine angemacht hatte, war nicht so cool.. Nach 5 Stunden klingelte dann nämlich am Sonntag der Wecker. Nach einem schnellen Frühstück und 20 Minuten Lauf durch die Stadt waren wir am Busterminal. Dort konnten wir dann einer ca. 25 Jahre alten Reisenden zuschauen, wie sie erst mit den Händen versucht hat, die Straßenhunde wegzujagen und dann auch noch den Hunden in die Gesichter getreten hat.. Judith war dass dann irgendwann zu bunt und hat ihr gesagt, die soll damit aufhören. Und in Südamerika reisen und ein Problem mit friedlichen Straßenhunden zu haben passt echt nicht zusammen. Sie ist jedenfalls irgendwann wo anders hin gegangen.

Beim Betreten des Busses kam auch noch etwas, was wir, bis auf von den Erzählungen am Vorabend, noch nicht kannten: eine Terminalgebühr. 10 Peso (60 Cent) mussten wir extra an einem Schalter bezahlen. Da unser Gepäck schon verladen war, ist Judith noch mal alleine in das Gebäude. Und als passenden Abschied aus dem Gnomenland haben wir auch zu wenig Wechselgeld erhalten.. Kurz nach 8 Uhr ging es dann aber wieder Richtung Chile.

Endlich mal wieder bei der Post :-) – Punta Arenas – Tag 97 bis Tag 101

Die Lage von Punta Arenas
Die Lage von Punta Arenas

Die 3 Stunden Busfahrt von Puerto Natales nach Punta Arenas verliefen wieder wie im Flug, obwohl wir die Strecke schon kannten. Die Landschaft wechselt von einer halbwegs bewaldeten Fjordlandschaft in eine kaum bewachsene Graslandschaft.

In Punta Arenas sind wir dann erst einmal zu unserer Airbnb-Unterkunft. Der erste Kilometer verlief noch flach durch das Zentrum aber in der Ziel-Straße angekommen haben wir gesehen, dass es 8 Blöcke bergauf ging. Mit vollem Gepäck eine ganz schöne Schinderei. Zum Glück war dann das Haus gut zu finden. Der „Wachhhund“ bellte uns an und durch ein Fenster winkte ein kleiner Junge. Als wir das Gartentor öffneten, hörte der Hund auf zu bellen, gut erzogen 😉

Die Frau des Besitzers Juan gab uns alsbald einen Schlüssel für ein weiteres Haus im Garten. Das Haus war großartig und voll ausgestattet: eine echte Küche mit Gas-Herd, 2 Sofas und zwei Schlafzimmer. Perfekt zum entspannen.

Unser erste Weg führte zu zwei kleinen Tante-Emma-Läden in denen wir alles für Spaghetti Carbonara bekommen haben. Den restlichen Tag nutzen wir dafür, wieder Inhalte für die Blogs fertig zu machen und zu lesen. Am Abend hat uns der Besitzer noch einen Stadtplan und ein paar Flyer vorbei gebracht, ein echt toller Service. Er oder seine Frau arbeiten vermutlich beim regionalen Gesundheitsministerium, jedenfalls besaßen unsere Kaffeetassen die passenden Aufdrucke: Judith ihre bewarb ein Nichtraucher-Programm und meine erinnerte an Sonnenschutz 🙂

Am Mittwoch, 17. Januar sind wir nach dem Frühstück zurück ins Zentrum gelaufen. Unser Ziel war, Material für 2 Pakete nach Deutschland zu suchen. Zuvor hatten wir alles auf einen Haufen gelegt, was wir in Sicherheit bringen wollten: die Jacken aus der Antarktis, warme Kleidung die wir ab demnächst länger nicht mehr brauchen, meinen Poncho, 2 Tagebücher, Bücher und Landkarten und ein paar Mitbringsel.

Im der Stadt haben wir dann auch einen Schreibwarenladen gefunden, bei dem wir Paketklebeband kaufen konnten. Im nahe gelegenen Supermarkt gab es dann leider keine geeigneten Kartons, einer war zu klein und in den anderen hatte schon mal etwas geschimmelt. Den kleineren haben wir dann trotzdem mitgenommen. Weil wir nicht wussten, wie wir am ein Karton kommen können, haben wir dann einfach in verschiedenen Geschäften gefragt. In der Post selbst gab es nur kleinere Kartons. Im 5. oder 6. Laden, einer Drogerie, ist eine Verkäuferin extra in das Lager, um uns erst einen und dann noch einen zweiten Karton zu holen. Das war echt toll. Mit viel Pappe und dem Essenseinkauf stiegen wir in ein Collectivo, die 1,5€ waren es Wert, nicht wieder alles den Berg hoch schleppen zu müssen. Die Kartons waren auch optimal, wir haben alles reinbekommen, was wegsollte und brauchten kein Füllmaterial – die Kleidung war auch Polsterung genug. Leider hat eine Rolle Klebeband nicht gereicht, weil wir die Kanten der Kartons auch noch mit der Pappe des überzählige Kartons verstärkt hatten.

Am Abend konnten wir dann noch Wäsche waschen (war nach dem Nationalpark echt notwendig 😉 ). Im Haus war auch Platz genug, die Wäsche aufzuhängen um den Trockner zu vermeiden. Zwischen zwei Stühlen haben wir unsere Wäscheleine gespannt und die Stühle mit den Paketen beschwert.

die beiden fertigen Pakete
die beiden fertigen Pakete

Am nächsten Vormittag ging es dann Richtung Post, mit dem Collectivo natürlich. Im Schreibwarengeschäft war zusätzliches Klebeband schnell gekauft und bei der Post war auch nicht so viel los. Als wir gerade noch das zweite Paket verkleben wollten, wies uns die Securitydame darauf hin, dass man Paket unverschlossen zum Schalter bringt. Kannten wir so aus Valparaiso nicht. Nach kurzem Zögern haben wir weiter gemacht. Dann waren wir auch schon an der Reihe. Zu erst mussten wir einen Zettel mit einer Inhaltsliste, Absender- und Empfänger sowie Grund des Exports ausfüllen. Das kannten wir schon und waren mit der spanischen Übersetzung aller Dinge in den Kartons vorbereitet. Als wir die beiden Zettel abgegeben hatten, beratschlagte der Mitarbeiter sich kurz mit seiner Kollegin, markierte auf beiden Listen die Kühlschrank-Magnete und deutete uns, dass die raus müssen. Prima. Er drückte uns einen Cutter, Schere und Klebeband in die Hand und schickte uns zum zweiten Mal weg. Als wir mit neu gepackten und verklebten Kartons zurück beim Schalter waren, übernahm seine Kollegin die weitere Bearbeitung.

weniger Last auf dem Rücken

Und diese Frau hat unseren Respekt. In eine Intranet-Anwendung musste sie nicht nur die Stückliste samt geschätzten Wert abtippen, nein, es gab auch zu wenig Zeilen dafür und sie musste unsere Angaben sinnvoll zusammenfassen. Die Anwendung war auch nicht die schnellste und ziemlich oft konnten wir einem Ladebalken zuschauen. Das alles hat sie mit einer stoischen Ruhe gemacht, wir wären längst durchgedreht. Beim Wiegen der Pakete zeigte sich auch, dass Judith mit einem Paketgewicht von 8,1 Kilo zwei Kilo mehr Übergewicht hatte als ich 🙂 Jedenfalls waren wir nach zwei Stunden in der Post froh, dass alles geklappt hatte.  Froh und erleichtert im doppelten Sinn.

Im Supermarkt gab es dann noch einen Broiler, der fürs Mittag und Abendessen reichte. Es war aber immer noch was über und so gab es für die Straßenhunde am Abend ein Essen bestehend aus Hühnchen, Schweinefleisch (2 Tage alte Reste) und trockenem Brötchenstückchen. Der erste Hund war zwar erst zurückhaltend, aber hat dann doch gefressen. Fuchur hätte nur 10 Sekunden für alles gebraucht 😉

Am Donnerstag Mittag ging es zurück nach Puerto Natales, da es keine direkten Busverbindungen von Punta Arenas nach El Calafate gibt. Den späten Nachmittag und Abend verbrachten wir in einem Café im Zentrum, welches uns Angela und  Christina empfohlen hatten. Bei vegetarischem (und leckeren!) Essen und einheimischen Bier schrieb Judith im Tagebuch und ich habe 3 Jahre alte Zeitschriften gelesen, u.a. etwas wie Technology Review – Lustig mit 3 Jahren Abstand und Entwicklung 😉

Am Freitag, 20. Januar, klingelte um 6 Uhr dann der Wecker und Dreiviertel acht startete der Bus Richtung Argentinien. Unser vermutlich letzter Besuch im Gnomenland auf dieser Reise stand bevor.

Puerto Natales und Torres del Paine – Tag 92 bis Tag 97

Puerto Natales in Patagonien
Puerto Natales in Patagonien

Gegen 16 Uhr am Mittwoch, 11. Januar 2017, hatten wir wieder Puerto Natales erreicht. Zu Fuß ging es zu Erratic Rock, wo wir schon Anfang Dezember zwei mal zwei Übernachtungen gebucht hatten. Wegen der Antarktis hatten wir per Mail umgebucht aber nicht alle Details waren dann richtig bei denen angekommen 😉 Die erste Nacht war noch im Doppelzimmer aber die zweite Nacht im 5-Mann-Schlafsaal. Egal.

Wir haben uns erst mal eingerichtet und einem ruhigen gemacht.

Am nächsten Tag wollten wir uns dann für eine Nacht im Torres del Paine Nationalpark vorbereiten (geplant waren mal 5 und wir hatten auch 5 Zeltplatzreservierungen. Die Antarktis war uns dann aber wichtiger. Umbuchen ließ sich nur bei einer Firma per Mail – und da auch nur ein Platz. Die andere hat gleich garnicht auf 3 Mails reagiert und der staatliche Zeltplatz der CONAF war der wichtigste)

Also erst ausschlafen und dann das richtig gute Frühstück im Hostel genießen. Um 15 Uhr gab es in der Bar/Ausrüstungsverleih, die zum Hostel gehört, eine Infoveranstaltung zu Torres del Paine. Die haben wir noch mitgenommen und haben dabei auch beschlossen, Rucksäcke auszuleihen. Der Wind ist im Park so, dass die Regenschutzhüllen weggeweht werden… Rucksäcke werden dann halt bei Regen nass und deswegen soll man alles im Rucksack in Mülltüten packen.

Nach der einen Stunde voller Infos haben wir dann ein Zelt, zwei Schlafsäcke, 2 Isomatten, ein Campingkocher + Topf, zwei Plasteschüsseln und vier Wanderstöcke ausgeliehen. Das Zelt haben wir im Park vor dem Hostel zur Probe aufgebaut und obwohl es keine Anleitung gab, ging das eigentlich ganz fix.

Danach sind wir noch einkaufen gegangen: Nudeln mit Fertigsaucen, Müsliriegel und Schoki.

Im Supermarkt haben wir auch dunkle Brötchen gesehen, die wir dann noch mit einer Avocado, Salami und Käse geschmiert haben. Außerdem wollten wir noch den Kartoffelsalat mitnehmen, den wir zum Mittag gemacht hatten. Klingt nach viel Essen für zwei Tage, ist aber alle  geworden 🙂

Abends gab es dann noch Nudeln und Gnocci in Mesita Grande, einem richtigen Italiener, so richtig mit Kochkunst 😉

Zurück im Hostel haben wir uns schlafen gelegt und zum Glück wollte einer der anderen beiden Mitbewohner auch in den Nationalpark und hat sich auch hingelegt. Der zweite kam dann halb 2 Uhr früh zurück..

Um 6 Uhr hieß es dann am 13.1. für uns aufstehen, frühstücken und zum Bus laufen, der 7:30 Uhr Richtung Park startet. In den zwei Stunden Busfahrt bis zum Haupteingang konnten wir auch nicht mehr pennen.

Am Haupteingang von Torres del Paine angekommen, mussten wir uns registrieren, den Eintritt bezahlen und ein Video zu offenen Feuer im Park schauen (vor einigen Jahren ist ein Teil des Parkes abgebrannt, weil ein Tourist versucht hatte, sein Klopapier zu verbrennen…). Danach ging es noch mit einem kleinen Shuttelbus zum Ausgangspunkt der Wanderung. Dort haben wir uns noch mit Sonnenschutz eingecremt (jaja dazugelernt 😉 ) und dann ging es los. Der erste Kilometer war noch flach aber dann ging es in den ersten Anstieg zum Refugio Chileno. Mit vollem Gepäck keine so leichte Aufgabe aber das wäre schon gegangen… nur der Wind oder besser Sturm war krass. Teilweise konnte man nicht laufen und trotz Sonnenbrille hatten wir auch immer wieder aufgewirbelten Staub und Sand in den Augen (selbst zwischen dem Filter und der ersten Linse vom Kameraobjektiv kam Dreck, trotz Drehgewindes). Wir haben uns die ganze Zeit gefragt, ob das jetzt Spaß machen soll 😉

Auf dem Pass ca. 1 km vor dem Refugio Chileno war dann der Wind so krass, das wir erst einmal nicht weiter sind. Nach einer kurzen Zeit sind wir auch 50 Meter zurück gegangen. An der Stelle war der Weg knapp ein Meter breit und zur rechten Seite kam gleich ein Steilhang. Wir haben dann so 30-40 Minuten den anderen Wanderern zugeschaut: nicht wenige sind umgedreht und haben abgebrochen. Eigentlich alle sind erst einmal stehen geblieben (so fern das ging) und haben überlegt. Den Sturm kann man leider schwer beschreiben. Aber in Deutschland wäre alles gesperrt werden und die ARD würde live berichten. Klingt übertrieben, aber es war einfach heftig. Wir sind seid über zwei Monaten in Patagonien und einiges gewöhnt, aber das war krass. Bei einer anderen Gruppe haben wir gesehen, dass einer vorgegangen ist und nach einiger Zeit wiederkam um den anderen zu signalisieren, dass es schon irgendwie geht. Da haben wir uns dann auch entschlossen, es zu probieren. Direkt vor uns waren dann zwei Menschen, die auch nicht so recht wussten, was zu tun ist. Wir haben denen jeweils einen unserer Wanderstöcke gegeben und sind dann gemeinsam über die Vll. 100 Meter lange Engstelle gegangen. Am Ende der Stelle hatte ich mich noch einmal umgedreht und flutsch, der Wind hat meine Sonnenbrille vom Kopf geweht. Einer von den beiden war zum Glück schnell genug und konnte nach greifen 🙂

Nach über 4 Stunden Wanderung war dann das Refugio Chileno erreicht, der letzte kommerzielle Campingplatz vor den „Torres“. Nach Aussage eines Mitarbeiters wurden die Toiletten gerade repariert, was wir so recht nicht glauben wollten. Wir konnten aber die Zeltplätze für 180 US Dollar sehen, zwar mit Essen aber ohne Zelt eine reine Abzocke.

Die weiteren 2 Stunden Wanderung verliefen dann durch einen Wald und wir hatten damit Schutz vor dem Wind. Es ging weiter auf und ab und über Holz-Brücken, die so aussehen, als müsste mal etwas gemacht werden. Wir sind jedenfalls nur einzeln drüber gelaufen. Kurz nach 16 Uhr hatten wir dann endlich das Camparmento Torres erreicht, den „Campingplatz“ der CONAF. Dort gibt es im Wald Platz für ca. 40 Zelte, fließendes Wasser vom Bach, eine Toilette, einen Unterstand zum Kochen und ein kleines Park-Ranger-Häuschen. Wir haben unser Zelt aufgebaut, Tee gekocht und Kartoffelsalat gegessen. Dank des Waldes auch geschützt vor dem Wind 🙂

Gut gestärkt sind wir dann halb 6 noch aufgebrochen, um bis ganz nach oben zu den „base de las Torres“ zu laufen. Die über 300 Höhenmeter waren nach einer Stunde geschafft. Wir konnten den Blick auf die Torres genießen. Ein Parkranger hat uns noch gesagt, dass der Weg eigentlich um 6 Uhr geschlossen wird aber er gab uns noch 10 Minuten mehr Zeit. An dem Aussichtspunkt waren noch ca. 20 Menschen, es hat sich also bezahlt gemacht, erst so spät da hoch zu gehen.

Nach ein wenig mehr als einer halben Stunde sind wir wieder zum Campingplatz aufgebrochen, nicht aber ohne vorher noch aus dem See zu trinken 🙂

Wieder am Zelt angekommen haben wir noch die Brötchen gegessen und uns dann hingelegt. Einen Wecker haben wir nicht gestellt. Eigentlich soll man zum Sonnenaufgang oben am Aufsichtspunkt sein, weil die Torres dann rot leuchten. Das hätte aber bedeutet, halb 4 aufzustehen und in der Dunkelheit mit Stirnlampe eine Stunde über Stock und Stein zu stolpern.. das haben wir den Profis überlassen. War auch eine gute Entscheidung, denn am nächsten Morgen, nach einer nicht so erholsamen Nacht im Zelt, haben wir beim Frühstück kochen (Nudeln mit Instantsauce und viel Käse, nicht lecker) erfahren, dass die Sonne von  einer geschlossenen Wolkenfront verdeckt war. Es hätte sich also auch nicht gelohnt.

Über Nacht hat unser Zelt bzw. besser der Müllbeutel vor dem Zelt, der mit 4 großen Steinen befestigt war, Besuch bekommen. Vermutlich habe Füchse, die wir am Vortag gesehen hatten, alles zerfetzt und wir durften es dann aufsammeln.

Judith hat sich dann auch noch mit jemanden aus Deutschland unterhalten, der schon die 8 Nacht im Park war und auch für ihn war der Wind Tags zuvor eine neue Erfahrung und er hat das so auch noch nie gesehen.

Ca. 9:45 Uhr haben wir uns dann auf den Rückweg macht. Der Himmel war zwar bedeckt aber der Wind war um mehrere Stufen schwächer als am Vortag. Bergab sind wir auch besser voran gekommen und so waren wir halb 2 wieder am Parkeingang angekommen. Mit dem Bus ging es dann wieder zurück nach Puerto Natales. Wir haben mangels Dusche vermutlich nicht so gut gerochen, das junge Mädchen im Bus neben mir war jedenfalls nicht so glücklich 😉

In Puerto Natales sind wir dann noch zu Erratic Rock um die ausgeliehene Ausrüstung abzugeben und denen mitzuteilen, dass wir die kommenden Nächte nicht bei denen verbringen wollen.  Normalerweise muss man das Zelt bei der Rückgabe noch einmal aufbauen, darauf hat die nette Angestellte aus Deutschland aber verzichtet 😉

Nach weiteren 15 Minuten Fußmarsch sind wir am Hostel für die nächsten Tage angekommen und konnten endlich aus den Klamotten raus und duschen. Eine Wohltat. Zum Abendessen sind wir dann wieder zu dem Italiener, diesmal für Pizza. Wir waren in den zwei Tagen mehr als 25km gelaufen, davon über 20 mit Gepäck. Das haben wir so zum ersten Mal gemacht und uns tat einiges weh. Zum Glück kam die Antarktis den 5 Tagen Wandern im Nationalpark dazwischen. 5 Tage wären echt kein Spaß gewesen, eine Nacht war mal die Erfahrung wert 🙂

Am 15.01. sind wir dann im Hostel geblieben um uns auszuruhen. Die Besitzerfamilie war zwar den ganzen Tag da (Sonntag) aber das ging schon irgendwie. Die Zeit haben wir auch weiter genutzt, Blogeinträge zu unserem Antarktis-Trip online zu bringen. Am Abend haben wir uns dann mit Christa und Angela in der Stadt – wieder beim Italiener- getroffen und wurden dort irgendwann nach so 2 Stunden gebeten zu bezahlen, weil noch andere Gäste warteten. Vielleicht sehen wir sie in El Calafate (oder in Neuseeland) wieder 🙂

Am Dienstag, 16., hieß es dann wieder Bus-Fahren. Zurück nach Punta Arenas, um dort 3 Tage in einer Ferienwohnung zu entspannen.

Noch ein paar Worte zu Torres del Paine:

Ich bin mir nicht sicher, ob der Nationalpark seinen Ruf verdient. Vermutlich ist es eine Mischung aus der abgeschiedenen Lage, der Größe (man kann 10 Tage auf eine Rundwanderung gehen) und gutem Marketing. Der Weg, den wir gelaufen sind, war tot getreten (gefühlt laufen in einem ausgetrockneten Flussbett) und man muss wegen dem Gegenverkehr andauernd anhalten. Ja, ganz klar die Aussicht oben auf die Torres ist großartig – wenn man gutes Wetter hat. Wir waren in Chile schon in ein paar Nationalparks und alle hatten auf ihre Weise etwas besonderes. Für mich ist Torres del Paine ein toller Ort aber nicht „DER“ Nationalpark in Chile.

Erster Halt wieder in Chile: Punta Arenas – Freihafen! – Tag 91 und 92

Die Lage von Punta Arenas
Die Lage von Punta Arenas

Der Bus von Ushuaia nach Punta Arenas ist pünktlich losgefahren und war bis zum letzten Platz besetzt. Unsere Sitzplätze waren in der dritte Reihe, wir wollten so weit wie möglich von der Bordtoilette entfernt sitzen. Leider war Judith ihr Sitz defekt, die Lehne ließ sich nicht feststellen. Aber Hauptsache es ging endlich los. Nach ca. 4 Stunden war dann auch die Grenze erreicht. Bis dahin konnten wir leider nicht pennen. Der Grenzübertritt war diesmal ganz easy. Auf der argentinischen Seite gab es nur einen Stempel in den Pass, Gepäck wollten die nicht sehen. Die chilenische Seite ging auch deutlich schneller als erwartet. Haben beim letzten Grenzübertritt noch Hunde alle Gepäckstücke beschnüffelt, ging es diesmal nur durch ein Röntgengerät. An der Grenzstation war aber ein richtig krasser Wind, mit Gepäck nicht so einfach. Die Schutzhülle von Judith Ihrem Rucksack hat sich auch gelöst und flog weg, hinter laufen nutzlos.

An der chilenischen Grenze war auch ein kleiner Laden, wo wir erst einmal eine „SahneNuss“-Schokolade gekauft haben, die beste in Südamerika bisher 🙂

Nur kurz hinter der Grenze hielt der Bus erneut, die Fahrer machten an einem kleinen Restaurant für 30 Minuten eine Pause. Der Wind war immer noch krass. Das sollte sich in den nächsten 3 Stunden auf der Schotterpiste auch nicht ändern. Der Busfahrer hatte immer wieder mit Böen zu kämpfen und fuhr meistens ganz links, auf der Gegenverkehr-Seite, um Platz zum Reagieren zu haben.

Selbst das Umleitungsschild hielt dem Sturm nicht stand

Gegen 17 Uhr erreichten wir die Fähre über die Magellanstraße bei der Bahia Azul.. aber der Fährverkehr war wegen des Windes eingestellt. Mit mehr als 10 wartenden Bussen, unzählige Motorräder und PKW und auch einige Schafs-Transporter bildete sich ein Stau über mehrere Hunderte Meter, vierreihig.. Der Besitzer des kleinen Kaffees an der Anlegestelle hat bestimmt ein gutes Geschäft gemacht.

Erst nach rund 3 Stunden ging es weiter. Die Überfahrt war auch sehr abenteuerlich. Aus dem Aufenthaltsraum, in welchen alle Passagiere mussten, konnten wir den Seegang „auf Augenhöhe“ bestaunen. Gefühlt war es der schlimmste Wellengang in den letzten 3 Monaten – obwohl wir auch schon die berühmt-berüchtigte Drake-Passage hinter uns hatten. Aber es ging alles gut. Kurz nach 23 Uhr sind wir in Punta Arenas angekommen, total übermüdet und fertig. Mit dem Taxi sind wir in unser Hostel gefahren. Und das war großartig. Die Besitzerin war auch zu so später Zeit noch bei guter Laune, das Zimmer groß und mega warm geheizt, alles war sauber und die Betten bequem – echtes Bettzeug und kein Kort-Überzug für das Kopfkissen. Wir sind direkt pennen gegangen und konnten auch super durchschlafen. Chile ist für uns angenehmer und Vertrauter als Argentinien.

Die Magellanstraße – Wind ist nicht fotografierbar

Am 11. Januar, Mittwoch, sind wir Ohne Wecker kurz nach halb 9 aufgestanden und waren um 9 Uhr beim typisch chilenischen Frühstück: „Brötchen“, rote Marmelade, Schinken und Käse (was die hier als solches bezeichnen), eine Art Stollen, Saft und Instant-Kaffee. Einfach aber wir haben uns drüber gefreut, auch wie herzlich die Chefin wieder war.

Danach ging es mit vollem Gepäck in einem Taxi zur Zona Franca, dem Freihafen in Punta Arenas. Die beiden Geschäfte, von denen wir wussten, das es Elektronik gibt, machten erst halb 11 auf und wir mussten 20 Minuten warten. Im ersten Laden sind wir auch fündig geworden: eine neue Kamera für Judith. Canon EOS 600d inkl. Objektiv. Der Preis schien auch vernünftig. Dennoch bin ich kurz in das andere Geschäft gegangen, Preise vergleichen. Dort gab es aber keine ähnlichen Modelle, also hat Judith die Canon gekauft. Weltreise ohne Fotoapparat geht unter keinen Umständen!

Direkt im Anschluss sind wir zum Busterminal gefahren. Es waren zwar noch 90 Minuten Zeit, aber noch mal durch die Stadt musste auch nicht sein. Ca. um 12 Uhr, eine halbe Stunde vor der Abfahrt nach Puerto Natales standen auch Christina und Angela vor uns. Eine schöne Überraschung. Die beiden hatten zwei Tage zuvor eine bessere Fahrt von Ushuaia und waren jetzt auch auf den Weg nach Puerto Natales.

Der Bus ist pünktlich gestartet und wir hatten gute Sitzplätze in der ersten Reihe – viel Platz und eine gute Sicht. Der gut gelaunte Busbegleiter, Pedro, hat auch seinen Teil zu einer guten Stimmung bei uns beigetragen 🙂

Ushuaia Teil 2 – im Loch nach der Antarktis – Tag 88 bis Tag 91

Die Lage von Ushuaia in Patagonien - auf Feuerland
Die Lage von Ushuaia in Patagonien – auf Feuerland

Unser erster Weg auf dem Festland ging direkt zu Freestyle-Travel, damit wir die ausgeliehenen Hosen und Handschuhe zurück bringen können. Auf dem Weg dahin, bzw. noch im Hafen, sind wir noch einmal Dennis, den besten Menschen aus dem Restaurant, begegnet. Er hatte ein paar Stunden frei, bevor die Ocean Diamond wieder Richtung Süden startete.

Voll bepackt im Linienbus 🙂

Im Reisebüro von Gabriel angekommen trafen wir auch auf die anderen Backpacker, die dort Last Minute gebucht hatten. Eigentlich alle holten erst einmal ihr Handy raus und gingen nach fast 3 Wochen zum ersten Mal wieder online. Da es noch früh am Tag war, haben wir auch unsere nächste AirBNB-Unterkunft angeschrieben, wann wir kommen können (zum Glück kam schnell eine Antwort: ab 12 Uhr). Wir haben dann noch ein paar Adressen mit Stefanie, Angela und Christina ausgetauscht und uns für den nächsten Tag um 11 Uhr in der Stadt verabredet. Dann ging es für uns mit dem Linienbus los. Die Fahrt durch Ushuaia und die Randbezirke war nicht so dolle. Nach 3 Wochen Natur-Pur sahen wir wieder überall den menschlichen Einfluss, vor allem Müll am Straßenrand.

Die Haus unserer nächsten Schlafgelegenheit hatten wir auch bald gefunden. Wir standen vor einer Art Neubau-Block, nur dass an den Klingelschildern keine Namen standen… Zum Glück hatte unser Gastgeber uns irgendwie registriert und ist uns entgegen gekommen.

Die Wohnung war im Erdgeschoss und ziemlich trist eingerichtet: ein Sofa für 2, ein Esstisch mit 2 Stühlen, nebeneinander mit Blick auf eine Glotze. Außerdem eine Küche, in der z.b. auch nur zwei flache Teller waren. An den Wänden war kaum ein Bild.

Als er uns dann auch noch erzählte, dass er und seine Freundin vor kurzem den Job verloren hatten, war das triste Bild perfekt. Die beiden Reisen auch gerne aber aktuell fehlt es eben an allen Enden. Wir waren im kompletten Kontrastprogramm zu den vorherigen 19 Tagen angekommen. Nicht nur, dass wir mit der Antarktis eines der grandiosen Ziele hinter uns hatten und deswegen schon traurig waren, nein, wir sind auch am tristesten Ort gelandet, den wir uns für diesen Zeitpunkt vorstellen konnten.

Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, sind wir erst einmal in der Nachbarschaft einkaufen gegangen. Unser Gastgeber hatte einen kleinen Laden empfohlen, dort sollte auch die Wurst und der Käse gut sein… naja, war die nächste Enttäuschung.

Judith hat dann irgendwann vorgeschlagen, zurück in die Stadt zu fahren. Haben wir dann auch gemacht und vorher auch den beiden Schweizerinnen gesagt, dass wir noch mal los sind. Auf dem Hinweg sind wir im Zentrum im Bus sitzen geblieben. Erst als der Bus nach einer langen Runde durch die andere Seite der Stadt rund 30 Minuten später wieder im Zentrum war, sind wir ausgestiegen. Bis dahin ist er durch andere Viertel von Ushuaia gefahren, die wir noch nicht kannten. Einfach das unterwegs-sein hat gut getan, es war alles besser als in der Wohnung zu hocken.

Unser erster Weg in der Stadt führte zu dem Kaffe, bei dem es die leckere heiße Schokolade gab, aber auch die war diesmal nicht so dolle. Danach sind wir noch durch die Stadt gelaufen, am Wasser entlang haben wir noch zwei von der Crew getroffen. Irgendwann sind wir auch Colin aus Neuseeland, der auch auf dem Schiff war, getroffen. Die feuchten Augen haben verraten, dass es ihm auch nicht so gut geht. Als wir dann auf dem Weg zum Supermarkt waren standen die zwei Schweizer Mädel vor uns, die hatten uns geantwortet, was wir aber nicht mehr gesehen hatten und sind dann auf gut Glück los (das Zentrum von Ushuaia besteht im Wesentlichen aus 2 Straßen von so 2km Länge). Wir sind dann einfach in ein Kaffee gegangen und haben gut gegessen und etwas getrunken. Das hat uns richtig gut getan gehabt (Angela und Christina: solltet ihr das hier lesen: DANKE!)

Auf dem Rückweg mussten wir dann so 30 Minuten auf den Bus warten und, auch wenn es gemein klingt, unsere beiden Gastgeber waren zum Glück nicht da. Wir wollten denen eigentlich aus dem Weg gehen und anders herum war es gefühlt auch so. 

Am nächsten Tag, Sonntag 08.01., sind wir dann nach dem Frühstück wieder in die Stadt und waren kurz vor 11 Uhr am vereinbarten Treffpunkt am Hafen. Im Café vom Vortag tranken wir dann mit den drei anderen noch ein paar Kaffee. Um 13 Uhr ist Stefanie zu ihrem Flug aufgebrochen und wir sind wohl so halb 3 los und haben uns verabschiedet. Wir sind beim Bus mit Absicht in die falsche Richtung eingestiegen um noch ein wenig unterwegs zu sein.

Um 4 waren wir wieder zurück und haben erst einmal unsere Eltern angerufen. Das hat auch gut getan!

Danach wollten wir noch ein wenig laufen und sind im Wohnviertel schnell am Ende angekommen. Auf der gegenüber liegenden Straßenseite der nahen Hauptstraße war auch nur ein Gewerbegebiet. Wir haben uns dann dazu entschlossen Olivia und Fuchur zu besuchen 🙂 Der ca. 3 km lange Hinweg war mit ein wenig Nieselregen und Sonnenschein bis auf eine Brücke voll mit Löchern noch ok. Beide Hunde waren zum Glück auch da, wo wir gehofft hatten! Und sie haben uns auch gleich erkannt. Das war ein richtig Highlight 🙂

Nach 15 Minuten sind wir dann los – durch strömenden Regen. Fuchur hat uns den ganzen weiten Weg zurück begleitet- auch wenn uns das nicht lieb war. Die Straße ist nicht so ein guter Platz..

Am nächsten und letzten vollen Tag in Ushuaia sind wir länger liegen geblieben und dann wieder mit dem Bus in die Stadt. Diesmal eine andere Linie – aber gleiches Spiel: erst einmal im Kreis fahren – für 30 Cent. Wir kennen jetzt wohl die meisten Straßen.

In einem Restaurant haben wir erst mal etwas gegessen und dann unsere Notebooks ausgepackt um ein paar Beiträge auf die Blogs zu bekommen. Das „wir sind nicht in der traurigen Wohnung“ tat wieder gut. Gegen 17 Uhr haben wir uns dann auf den Rückweg gemacht. Im Bus sitzen bleiben war diesmal nicht so clever – der Fahrer ist bis zum Depot am Ende der Stadt gefahren und hatte dann Schluss. Auf dem dann folgenden 20 Minuten hat der erste argentinische Kleintransporter-Fahrer einen Stinkefinger kassiert – null Rücksicht genommen.

Da unsere beiden Gastgeber zu Hause waren, haben wir uns in unserem Zimmer aufgehalten, Tetrapack-Wein (der hier echt ok ist) getrunken und Salamibrötchen gegessen. In der Salami war genug Fett, ein wenig Salz und es sah so aus, als wäre auch Pfeffer drin. War also „essbar“.

Am Dienstag klingelte dann um 6 Uhr der Wecker und 10 nach 7 haben wir uns auf dem Weg gemacht (für die Linienbusse gibt es keinen Fahrplan). Nach 10 Minuten warten ging es dann mit dem Linienbus zum Busparkplatz.

Vor uns lagen 12 Stunden Busfahrt aus dem Gnomenland (Gnom nach J. K. Rowling) zum Zwergeland – zurück nach Punta Arenas, Chile.

Und auch wenn 12 Stunden Busfahrt nicht so lustig sind: wir haben uns darauf gefreut. Weg aus der Tristes wieder nach Chile.

Drake Passage nach Ushuaia – Tag 86 bis 88 – 17. bis 19. Tag auf See

Drake Passage
Drake Passage

Ernest Shackleton, paraphrasing Robert Service’s poem ‘Call of the Wild’: “In memories we were rich. We had pierced the veneer of outside things. We had suffered, starved and triumphed, groveled yet grasped at glory, grown bigger in the bigness of the whole. We had seen God in his splendor, heard the text that nature renders. We had reached the naked soul of man…” 

Bericht von der Brücke:
Position (gegen 08:00 Uhr): 60“ 44’ S; 63“ 51,9’ W
Zurückgelegte Distanz seit Start: 2891 Meilen
Geschwindigkeit: 10,6 Knoten
Windgeschwindigkeit und Richtung: 25 Knoten Nordwest
Außentemperatur: 5 Grad C

Den vorletzte Tag unserer Antarktisreise und damit der erste Tag in der Drake-Passage zwischen Feuerland und der antarktischen Halbinsel haben wir für das Sortieren von Fotos genutzt. Ich bin auch endlich dem Buch (Sheckeltons Antarktis Expedition) aus der Bord-Bücherei fertig geworden. Der Seegang war ganz ordentlich und wir mussten beim Laufen aufpassen, nicht irgendwo dagegen zu fallen. Einen Teil des Tages haben wir auch im Club verbracht – wer weiß schon, wenn es wieder so „guten“ Kaffee gibt. Zum Mittag gab es Wiener Schnitzel. Die haben wir dann auch der Steffi empfohlen – einer Mitreisenden aus Deutschland. Am Abend hat sie gemeint, dass die gar nicht so gut sind und hat das auf unsere „Entzugserscheinungen“ geschoben. Das gleiche muss auch für den Kaffee gelten.. offenbar sind unsere Ansprüche schon gut nach unten gegangen. Vor dem Abendessen gab es noch eine Wohltätigkeitsauktion und die war relativ absurd. Das Geld ging an zwei Organisationen, den South Georgia Heritage Trust und einem Projekt, welches jedes Jahr die Pinguine in der verschiedenen Kolonien zählt um damit Rückschlüsse auf die Veränderung des Ökosystems zu ermöglichen (dafür werden u.a. Kameras in den Kolonien installiert, die regelmäßig ein Foto schießen). Zum Ersteigern gab es Gletscherwasser (also aufgetautes Eis – hatten wir gratis 😉 ), diverse Bilder zum Teil von der Crew gemalt oder „verschönert“ aber krass wurde es bei der Flagge vom Schiff bzw. eher vom Tourenanbieter Quark. Die Flagge hing bis zu diesem Zeitpunkt noch am Bug des Schiffes und war schon leicht ramponiert.. Und am Ende hat jemand diese Flagge für 5600 US-Dollar ersteigert… Für uns nicht verständlich. Die Patenschaft für eine ganze Pinguin-Kolonie für ein Jahr (inkl- T-Shirt und „Zertifikat“) hat nicht einmal 700 US Dollar eingebracht – hätten wir die Kohle gehabt, hätten wir darauf mitgeboten weil das in unserer Augen sinnvoller war als ein Fetzen Stoff.. Das beste an der Auktion für uns waren die drei Gläser Sekt auf Kosten des Hauses 😉

Woody und Fan
Woody und Fan

Der letzte richtige Seetag war dann eher ereignislos. Wir haben weiter die tausenden von Fotos sortiert und noch die Annehmlichkeiten unseres schwimmenden Hotels genossen. Außerdem waren wir auf einem Vortrag bzw. einer Infoveranstaltung zu den möglichen Trips in die Arktis, das hat Lust auf mehr gemacht 🙂 Am Nachmittag wurden wir dann noch informiert, wie am nächsten Tag der Checkout läuft – offenbar haben einige Menschen ihren Kopf nicht mit auf die Reise mitgenommen 😉 Dann haben wir noch die Gummistiefel zurückgegeben und es gab ein letztes Recap, welches wieder richtig gut gemacht war. Nur die Fotos, die den Fotowettbewerb gewonnen haben, waren nicht nach unserem Geschmack. In der Auswahl waren so viel krasse Naturfotos und z.B. die Kategorie Landschaft hat ein Foto von verrosteten Wal-Öl-Tanks gewonnen, ziemlich absurd. Das Reisevideo, was dann am späten Abend noch kam, war dafür um so besser. Das war eine schöne Zusammenfassung. Am Abend standen wir dann noch über 1 1/2 Stunden auf Deck und haben zugeschaut, wie das Land immer näher kam, ein echt komisches Gefühl nach so vielen Tagen auf See. Und es hat uns da schon ein wenig melancholisch gemacht.

Dennis und Fan
Dennis und Fan

Über Nacht fuhren wir durch den Beagle-Kanal wieder nach Ushuaia. Die Ocean Diamond wurde dort am Hafen gegen 06:00 Uhr vertaut.. Unser Reise war nach rund 3300 Seemeilen vorbei. Kurz nach 8 Uhr und dem letzten Frühstück an Board waren wir dann wieder auf dem Festland. Die meisten anderen Passagiere waren schon mit den Busses weggefahren (zum Flughafen usw.) und wir konnten uns in Ruhe von der Crew verabschieden.