Weltreise Blog

Bogota in Kolumbien – Tag 139 bis 143

Die Lage von Bogota

Der Flughafen von Quito ist echt klein. Wer den Flughafen in Erfurt kennt, naja, der von Quito ist so ähnlich, wohlwollend könnte man provinziell sagen.
Der Flug vom Quito nach Bogota hatte eine Zwischenlandung in Panama City und dauerte daher seine Zeit. Für Kolumbien mussten wir während des Fluges ähnlich wie in Chile wieder ein Einreiseformular ausfüllen. Das Formular erhielten wir im Flugzug leider nur auf Spanisch. Wir konnten uns zwar denken, was die Fragen auf dem Formular so sind (es geht um Geld und Importware), aber ein „hab ich mir so gedacht“ ist bei der Einreise nach Kolumbien nicht der beste Plan. Zum Glück gab es dann doch am Flughafen das Formular noch auf Englisch, besser 🙂
Die Einreise selbst ist dann auch problemlos – wir mussten nur ewig warten. Im Dunkeln ging es dann mit einem offiziellen Taxi zum Hostel.

Auf dem Weg zum Hostel und damit in die Innenstadt von Bogota sahen wir an jeder Ecke jemandem vom Militär, von der Polizei oder einer privaten Securityfirma. Gegen 00:40 Uhr ist unser Hostel erreicht, der Chef macht uns auf (sprach zum Glück ein super Englisch), gab uns den Schlüssel für das Zimmer und fertig. Die Bezahlung wurden auf den nächsten Morgen verschoben.

Am Mittwoch, den 01.03.2017, werden wir dann gegen 11 Uhr wach. Vom Chef des Hostels bekommen wir ein paar Infos zur Stadt und einen Stadtplan, super Service. Außerdem empfiehlt er gegen meine „Erkältung“ einen speziellen Tee für den Tag und einen für die Nacht.  Wir gehen zum zum Frühstück in die Innenstadt, es gibt günstigen frischer Saft und Omelett. Im Anschluss versuchen wir Geld abzuheben – das ist nur nicht so einfach. Judith steht für 45 Minuten an einem Automaten in einem Supermarkt an – vergebens. Weitere 20 Minuten später ist sie am Automaten nebenan an der Reihe, dort bekommen wir dann zum Glück Pesos. Während wir im Supermarkt einkaufen, auch den Tee und eine neue Packung Aspirin, fängt es an in Strömen zu regnen. Das Dach vom Supermarkt ist alles andere als dicht und die Angestellten haben allerhand voll zu tun, die Waren aus den am meisten betroffenen Regalen zu holen. Als der Platzregen langsam nachließ und es nur noch normal regnete, gingen wir zurück zum Hostel. Ich trank einen Pax Noche (den Tee für die Nacht) und legte mich hin. Judith ist am Nachmittag schon mal alleine mit der Kamera durch das Zentrum gegangen – gut bewacht vom patrouillierenden Militär. Am Abend gehen wir zu einem super Italiener um eine Querstraße weiter, die kulinarische Abwechslung tat richtig gut.

Am nächsten Tag gehen wir nach dem Frühstück im Hostel zur Touristeninfo, die um 10 Uhr eine Stadtführung anbietet (hatte Judith am Vortag herausgefunden). Zusammen mit einer Studentin aus Bogota und der Angestellten der Touri-Info geht es kurz nach 10 los. Leider ist das Englisch nicht wirklich gut und wir verstehen daher nicht so viel. Es geht aber einmal quer durch das Zentrum, zum zentralen Platz in der Stadt, dann am Präsidentenpalast vorbei und über das Theater und durch ein paar Straßen mit Namen von Menschen, die man kennen „muss“. Nach zwei Stunden ist die Führung vorbei – hängengeblieben ist nicht so viel 😉

Da der Geldautomat vom Vortrag kein Geld mehr hat, suchen wir einen anderen. Der vierte Automat versorgt uns auch mit frischen Pesos. Das frische Geld investieren wir in ein leeres Buch für Judith als Reisetagebuch, T-Shirts als Andenken und eine neue kleine Tasche. Mit Hinblick auf die am nächsten Tag anstehenden Taxifahrt zum Flughafen überlegen wir uns, noch mal Geld abzuheben – eine kleine Odyssee beginnt. Alle uns bekannten Geldautomaten waren leer bzw. wollten uns aus anderen Gründen kein Geld geben. Wir irren durch die Innenstadt und verlassen diese auch – ein kleiner Schock. Die Innenstadt von Bogota ist sauber, relativ leise und macht einen guten Eindruck. 5 Blocks weiter zeigte sich uns eine komplett andere Stadt. Laut, dreckig, herunter gekommen und voll. Als wir irgendwann realisieren, dass wir dort nicht so gut aufgehoben sind, sind wir Mitten im „Chaos“. Und tatsächlich, auf dem Rückweg zum Zentrum stellen wir fest: es dauert ein Block und das Stadtbild wandelt sich grundlegend. Einen Geldautomaten hatten wir aber immer noch nicht gefunden. Zum Glück fanden wir eine Wechselstube uns konnten einen Teil unserer Notfall-Dollar umtauschen. Insgesamt waren wir über 4 Stunden (mit Mittagessen) auf der Suche, bei 8 Geldautomaten und einigen Banken direkt am Schalter.

Quittungen von Fehlgeschlagenen Geldabhebungen
Quittungen von Fehlgeschlagenen Geldabhebungen

So richtig Lust hatte ich danach eigentlich nicht mehr auf die Stadt, aber wir sind dann trotzdem noch mit einem Taxi zur Seilbahn-Tal-Station des Monserrate-Bergs gefahren – auch um noch einen guten Abschluss und letzten, guten Eindruck von der Stadt zu erhalten. Vom Berg aus hat mein einen guten Blick über die Stadt.

Am Freitag, 03.03.2017, ging es am Morgen mit dem Taxi zum Flughafen – die letzte Stadtion in Südamerika wartete auf uns. Kurz nach 12 Uhr startete der Flieger nach Panama City.

Quito und der Besuch vom Äquator – Tag 135 bis 139

Die Lage von Quito
Die Lage von Quito

Am Busterminal in Ambato angekommen machten uns die „Anwerber“ Stress, dass wir schnell zum Bus in Richtung Quito gehen sollen, aber wir kauften uns trotzdem erstmal was kaltes zu trinken bevor es losging. Die ca. 2 1/2 Stunden Busfahrt von Ambato bis nach Quito verliefen Mitten durch das zentrale Hochland zwischen 2500 und 3000 Meter Höhe. Das war vermutlich unsere letzte Langstrecken-Busfahrt in Südamerika auf dieser Reise. Was sich sagen lässt: in Chile ist eine Fahrt im Langstrecken-Bus echt ok. Ist der Bus einmal auf der Straße, läuft es – was auch den modernen Straße zu verdanken ist. Die Busfahrer kennen die Verkehrsregeln und halten sich dran. Also echt angenehm. Eigentlich nur an der Terminals steigen kurz fliegende Händler zu, um Essen und Trinken anzubieten. Außerdem sind die Busse modern und haben ein Klo. In Ecuador zeigt sich ein anderes Bild. Die Fahrer rasen bei Regen über die Andenpässe – in über 30 Jahre alten Kisten. Es ist laut. Sowohl vom Bus als auch, dass immer ein Radio oder ein Fernseher richtig laut läuft. Es rumpelt und alle zwei Furz lang wird angehalten. Teilweise steigen dann gleich 3-4 Händler zu und manchmal bleibt einer länger, um seine Wunderpillen oder Kopfhörer anzupreisen. Die längste Fährt in Chile bzw. Argentinien war 12 Stunden – das geht schon. In Ecuador drückt nach 5 Stunden der Kopf und man will seine Ruhe haben.

Am Terminal Quitumbe (südwestlich von der Altstadt) angekommen, aßen wir etwas und fuhren dann mit dem Taxi in unser Hostel. Dort reagiert circa 10 Minuten lang niemand auf unser Klingeln und gerade als wir aufgeben wollen, öffnet uns doch noch jemand die Tür. Dann geht es ganz hoch auf die Terrasse des Hauses, dort wurde unser Zimmer sowie ein Bad angebaut – aus „Sperrholz“. Das Zimmer war klein aber okay, die sanitäre Einrichtung wollte weder ich noch Judith ohne Schuhe betreten – und wir sind sonst nicht so zimperlich. Es gab auch weder Toilettenpapier noch eine Klobrille. Wir dachten uns, dass es  schon irgendwie gehen wird und gingen erstmal in die Stadt zur Touristeninformation. Direkt bei der Info sind auch sehr viele Touranbieter für alles Mögliche in und um Quito, eine direkte Info mit Stadtplan und Informationen wie man mit öffentlichen Verkehrsmitteln irgendwo hin kommt gibt es allerdings nicht. Man muss hier anscheinend einfach Touren buchen..

Als wir mit den nötigen Infos versorgt waren, ging es erstmal zurück zum Hostel, denn ich fühlte mich auch nicht besonders. Im Hostel angekommen stellten wir fest, dass unser Schlafplatz Löcher in der Wand hat, welche zwar für „Frischluft“ sorgen, dass Zimmer aber auch unheimlich laut werden lassen. Wir entschieden uns, dass wir nur eine Nacht bleiben und suchten bei einer Tasse heißer Schokolade schon mal nach Alternativen für die kommenden 3 Nächte. Judith wusch gerade noch die Tassen ab als ich schon mal auf unser Zimmer hochging um festzustellen, dass während unserer Abwesenheit der Hund des Hostels noch zwischen unsere Zimmertür und die Badtür einen großen Hundehaufen gelegt hatte. Wir müssen also aufpassen dass wir da nicht reintreten. Ich buchte spontan um – auch für die erste Nacht schon eine neue Bleibe. Also packten wir fix unsere Sachen zusammen, legten 10 Dollar auf das Bett (so viel wie eine Nacht kostete) und verließen das Haus, um uns ein Taxi  zu unserem Hotel zu nehmen. Für 5 Dollar mehr die Nacht haben wir in einem Hotel richtigen Luxus mit Klobrille, Toilettenpapier, Handtücher, warme Dusche und es gibt sogar einen Toaster in der Küche – der Wahnsinn. 🙂 Wir essen nur noch etwas und legen uns dann schlafen.

In der Nacht konnten wir beide kaum pennen, obwohl das Zimmer relativ leise und das Bett bequem war.. Relativ müde ging es dann am Samstag (25.02.2017) mit einem Taxi zum Startpunkt der Seilbahn TelefériQo. Dort angekommen wird uns dann gesagt, dass es oben ziemlich nebelig ist und nieselt und wir wahrscheinlich nicht viel sehen werden. Dann lohnt es sich auch nicht hochzufahren und stattdessen nehmen wir uns ein Taxi zum Plaza Grande, um zur Touristeninfo zu kommen. Von dort wollten wir dann noch den Hop on Hop off Bus erwischen. Das hat auch wunderbar gepasst und wir fahren damit bis zur Straße der Nationen und laufen dann von dort aus den Park entlang zum botanischen Garten. Dort in der Nähe befindet sich auch eine Art Döner, bei welchem wir dann erstmal was essen mussten – den ersten Döner seit wir auf Reise sind. Der war einfach super lecker..

Direkt neben an war eine Apotheke und ich holte etwas gegen meine Erkältung. Grüne Pillen, die werden schon helfen.

Mit dem nächsten Bus geht es zum Aussichtspunkt El Panecillo – bevor wir wieder zum Plaza Grande um von dort aus mit einem Taxi zurück zum Hotel zu fahren. Während ich mich im Hotelzimmer hinlegte, hat Judith in der offenen Küche mit Jacke und Mütze gesessen und im Tagebuch geschrieben.

Am Sonntag morgen ging es mir wieder besser und so entschieden wir uns nach dem Frühstück, eine geführte Tour zum Äquator zu nehmen, welche gegen 10 Uhr losgehen soll. Da am Sonntag die Innenstadt von Quito für Autos und Buse gesperrt ist, muss sich der Bus einen anderen Weg suchen (wenn ich auch nicht verstehe wie er das die anderen Sonntage macht, aber egal..) und so suchen der Busfahrer und unser Guide Alex nach alternativen Wegen. In einer Straße nimmt der Bus dann eine Stromleitung mit. Etwa 10 bis 15 Minuten später ist der Bus wieder am fahren, dass Haus, an dem vorher die Leitung hing, ist ohne Strom, die Dachplane vom Bus ist beschädigt – aber es ist niemandem etwas passiert, auch nicht den Passagieren die oben saßen. Bis dahin hatte sich der Preis für die Fahrt schon gelohnt. 😉

Das erste Ziel der Tour war der Vulkankrater im geobotanischem Reservat Pululahua. Dort haben wir eine kurze Pause für Fotos vom Dorf im Krater. Bei so 20 Grad musste ich anfangen vor Kälte zu zittern.. so viel zum Thema, dass die „Erkältung“ besser wird.

Die zweite Station war das Intiñan Museum, wo es eine kleine Führung gab. Dabei werden erst die Ureinwohner mit ihren Ritualen, Lebensweisen und Weltanschauungen erklärt und danach sehen wir die Geschenke der anderen Länder Südamerikas bevor die spielerischen Experimente zur Äquatorlinie beginnen: wie fließt das Wasser wo ab, balanciere ein rohes Ei auf einem Nagelkopf aus und Laufe auf der „Äquatorlinie“ um die Corioliskraft zu spüren. Das war auf jeden Fall sehr unterhaltsam..

Norden:

Süden:

 

Im Anschluß ging es um die Kakao Verarbeitungsprozesse und wie aus dem Kakao letzten Endes Schokolade wird. Diesmal kaufen wir eine Tafel mit 70% Kakaoanteil, da ich die mit 100% schrecklich fand.

Zum Schluß bekommt Judith ein Zertifikat für das Ei ausbalancieren auf dem Nagel – ich war zu dumm dafür 😉

Der nächste Programmpunkt der Tour ist die Stadt und das Monument „Mitad del Mundo“ (Übersetzt etwa „Mitte der Welt“). Dort laufen wir als erstes einmal um das Monument herum, welches den von den Franzosen gemessenen Äquator markiert. Das stimmt allerdings nicht ganz, aber in der Nähe soll ein Bauwerk von vor über 1000 Jahren von den Ureinwohnern sein, welches den Äquator genauer markiert als den von den Franzosen gemessenen.. 😀

Nachdem wir im Momument selbst waren entscheiden wir uns etwas zum Mittag zu essen. Das dauert leider so lange, dass wir die Vorführung im Planetarium verpassen, was echt schade ist. Also kaufen wir uns nur noch ein T-Shirt und dann geht es zurück zum Bus und zurück nach Quito.

Während der Busfahrt buchen wir ein zweites Hotelzimmer für die kommenden Nächte, sodass ich mich in Ruhe auskurieren konnte und Judith nicht die ganzen nächsten Tage in der Open-Air-Küche verbringen musste. Abends wollte ich nichts essen aber Judith schmierte mir trotzdem ein Salami Toast – was am nächsten Tag noch da stand – kein gutes Zeichen.

Den nächsten Tag, Montag den 27.02.2017, verbringt ich im Bett, gepflegt von der besten Krankenschwester der Welt 🙂 Mit Tee und und so wird die „Erkältung“ schon weg gehen. Judith nutzt den Tag, um weiter den Blog zu füllten, Fotos zu sortieren und zu telefonieren. Es gibt immer was zu tun.

Am Dienstag ging es mir dann besser, so dass wir uns entschieden, den Flug nach Bogota zu nehmen.  Wir packen in Ruhe zusammen und nehmen uns dann ein Taxi zum Flughafen. Zum Mittag essen wir am Flughafen bei KFC – aber das schmeckt überhaupt nicht. Als wir dann unser Gepäck aufgeben wollen, werden wir gefragt wann wir Ecuador wieder verlassen werden wenn wir am 22. März wieder einreisen. Erst erklären wir der Frau ganz normal dass wir das nicht vorhaben und zeigen ihr auch unsere Flugdaten nach Neuseeland am 7. März. Zum Schluß werden wir ein wenig pampig –  bis sie uns in Ruhe lässt..

Amabato – Tage 133 bis 135

Die Lage von Ambato

Am Mittwoch (22.02.) war nach zwei Stunden Busfahrt Ambato von Guaranda aus erreicht. Unser Reiseführer widmete der Stadt eine ganze halbe Seite und bezeichnete diese als nicht touristisch – sondern als eine gewöhnliche ecuadorianische Stadt. Für uns Grund genug, zwei Nächte dort zu verbringen. In der Stadt gab es auch keine Hostels oder etwas vergleichbares – sondern nur Business-Hotels. Eines davon hatte ein Angebot von 30 Dollar die Nacht mit Frühstück – das war auch ok. Das dieses Hotel zwar 3 Sterne hat, aber direkt an einer vierspurigen Hauptstraße lag, wurde nicht erwähnt. Auch unser Zimmer in der 6. Etage – ohne Aufzug – war zwar groß, aber der Lichtschalter im Bad war defekt und sowohl das Licht als auch der Lüfter liefen die vollen 2 Tag durch. Auf dem Weg zum Hotel kamen wir auch an einem Trabbi vorbei 🙂

Nach dem Check-In gingen wir in Richtung Zentrum und ja, der Reiseführer hatte nicht zu viel versprochen. Auf dem Hauptplatz gab es einen elektrischen Touristenführer – man konnte sogar die Anzeige auf Englisch umstellen – nur ohne Effekt 😉 Auf dem Rückweg gingen wir noch durch zwei typische Märkte – alles wie überall. Wir kauften auch ein paar Weintrauben – vergaßen aber, dass es ein Importprodukt ist. 4 Dollar für knapp 1kg waren dann das Lehrgeld 😉

Bis auf den Straßenlärm ist Ambato eine durchschnittliche Stadt. Unweit vom Hotel fanden wir einen kolumbianischen Comedor mit leckeren Essen und typischen – süßen – kolumbianischer Kaffee.

Leider zeigte hier das nächste Geräte Auflösungserscheinungen, die Objektivverriegelung bei meiner Kamera hing fest. Nur mit viel Geduld und beim 20. oder 30. Versuch konnte man ein angesetztes Objektiv losdrehen. Wir gingen also in einen kleinen Elektroladen – aber dort gelang es uns partout nicht, das Objektiv zu lösen. Zurück im Hotel brachte eine Google-Suche auch nur Worst-Case Szenarien zum Vorschein, z.B. Aufsägen der Kamera oder des Objektivs, wenns gar nicht mehr geht. Da kommt Freunde auf 😉

Zum Glück gelang es uns am Abend, das Objektiv zu lösen.

Außerdem verfügte das Hotel zwar über WLAN mit einem AccessPoint (Plaste-Router von D-Link), aber über die Kanalbelegung hatte sich niemand Gedanken gemacht. Wir empfingen das WLAN von 3 Etagen und naja, alle 3 Geräte waren mit dem Standard-Passwort versehen und ich konnte die Kanäle einstellen. Bei der Kiste auf unserer Etage hab ich dann auch das Admin-Passwort geändert – Lernen mit Schmerz 😉 (und das WLAN war dadurch stabil genug für Skype).

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen machte ich mich erneut zu dem Elektroladen auf, während Judith mit ihrer Mutti telefonierte, um ihr zum Geburtstag zu gratulieren.

Der Mann im Laden löste ein paar Schrauben am Bajonett-Verschluss (während er kaute) und versuchte dann den Metallring mit einem Buttermesser heraus zu hebeln.. erfolglos. Er meine dann nur, dass die Cam halt kaputt ist. Ich fragte ihn nach einem Fotoladen und er schickte mich zu einem Geschäft Hauptplatz. Dort angekommen war von außen klar, dass es sinnlos ist – es gab Kühlschränke und Glotzen so groß wie meine letzte Wohnung. Auf dem Rückweg zum Hotel kaufte ich noch einen Schraubenzieher – was die können, kann ich auch verfuschen 😉

Reparaturversuche an der 5D

Zurück im Hotel stellte ich aber fest, das man zum Öffnen des Gehäuses hinten anfangen muss und auch eine abgewinkelte Pinzette braucht – der Moment wo ich dann wieder aufhörte. Ich fragte zwei Freunde und „das Internet“ – es mit WD40 zu probieren klang am sinnvollsten. Und tatsächlich fanden wir in einem Laden für Lager verschiedener Größen auch das Wundermittel 🙂 Um eine ruhige Hand zu bekommen, mussten wir erst mal etwas essen. Am Vortag hatten wir einen Cubaner entdeckt – das Essen war aber nicht kubanisch. Wir konnten aber ein paar Zahnstocher für die Reparatur einstecken. Den Kaffee danach gab es wieder beim Kolumbianer.

Im Hotel probierten wir das auch gleich: die Zahnstocher-Spitze mit WD40 einsprühen und damit eine kleine Menge in das Gehäuse einbringen. Was soll ich sagen: es hat geklappt, die Verriegelung arbeitet wie am ersten Tag 🙂 (auch wenn die Kamera auch so schon längst ihren Zenit überschritten hat und es nur eine Frage der Zeit).

Am Nachmittag wollten wir noch ein paar Fotos von der Stadt machen, aber gerade als wir vor die Tür traten, ging es an zu regnen und eine große dunkle Wolke ließ keinen Grund für Zuversicht. Erst gegen 17:00 Uhr klarte der Himmel auf und wir konnten noch mal raus – der Park in der Nähe erwies sich zwar als Betonwüste, bot trotzdem ein paar Motive.

Zum Abendessen gab es wieder Salami und Käse aus Salinas – einzig jedes Brot/Brötchen in Ecuador ist süß.

Die Nacht war dann auf Grund des Lärms wieder weniger erholsam und so waren wir schon um kurz nach 8 Uhr beim Frühstück. Check-Out war bis 12 Uhr, unser nächstes Ziel, Quito, nur 2 1/2 Stunden entfernt – also blieben wir danach noch bis kurz vor 11 Uhr auf dem Zimmer um dann die 10 Minuten zu Fuß zum Busterminal anzutreten – von wo es dann auch direkt los ging.

Ein kurzer Abstecher in das Bergdorf Salinas – Tag 132 und 133

Die Lage von Salinas

Unser Ziel am Dienstag, 21.02., war Salinas. Laut Reiseführer ein kleines Bergdorf, bekannt für guten Käse und Wurst. Die üblichen Reiseportale wie Booking.com oder Hostelworld kannten den Ort nicht, aber im Reiseführer stand eine kleine Pension, die wir schon zwei Tage vorher per Mail angeschrieben hatten und auch gleich eine Antwort bekamen. Wir wussten auch, das wir erst nach Guaranda müssen und der Bus dahin startete auch pünktlich. Auf den ersten Kilometern lief im Bus schreckliche elektronische Musik aus den 2000dern… Das könnte jedenfalls die Fahrweise erklären. Eine Stunde später überquerten wir erst im Niesel- und dann im Schneeregen, einen Pass auf knapp 4400 Meter Höhe. Die Bergabfahrt war dann wieder, naja, sagen wir ecuadorianisch.

In luftiger Höhe über die Anden

In Guaranda wurden wir am Marktplatz abgesetzt und fragten jemanden, wie es zum Busterminal geht. Der Beschreibung folgten wie 2 Blöcke, bis uns aus einem Bus heraus jemand fragte, wo wir hinwollen – weiterhelfen konnte er uns leider nicht. Dafür hat ein ca. Zwanzigjähriger das Gespräch mitbekommen und uns wieder zurück Richtung Marktplatz gelotst – er kam auch einen Block mit. Am Marktplatz entdeckten wir einen Pickup auf dessen Plane Salinas stand. Der Fahrer winkte uns auch gleich zu. Dann wurde es akrobatisch und eng. Auf der Ladefläche saßen schon 4 Schüler, ich sollte zu erst reinklettern und die 4 Rucksäcke entgegen nehmen. Für Judith war dann zum Glück auch noch Platz. Kurz darauf ging es auch los. Am Ortsausgang stieg dann noch eine Mutter mit ihrem Jungen zu und beide setzten sich auf die Klappe der Ladefläche und aßen ihr Essen weiter – wir hatten mit Festhalten genug zu tun.

Irgendwann waren alle ausgestiegen und wir machten uns breit – bis erst zwei kleine Mädchen und dann noch eine Frau mit zwei Eimern zustieg. Nach knapp mehr als 30 Minuten war dann Salinas erreicht. Die Fahrt hatte 2 Dollar gekostet – viel Spaß für wenig Geld. Mit dem Gepäck gingen wir zum Hostel und konnten auch gleich in ein Zimmer einchecken. Vom Balkon aus hatten wir eine super Sicht über das kleine Dorf auf 3570 Metern und auf die Berge. Wir gingen direkt zum Marktplatz, auf dem die Vorbereitungen für den Karneval liefen – inkl. ohrenbetäubender Musik.

Kaum hatten wir eine Fleischspieß in der Hand, find es zu regnen an. Wir stellten uns zu den Einheimischen unter – nur ein paar Jugendliche auf dem Marktplatz juckte das Wetter nicht. Das nächste Ziel war der lokale Fleischer/Käseladen. Für beides ist das Dorf bekannt. Wir durften 4 Sorten Käse testen und Schinken. Alles schmeckte nach etwas 🙂 Die Salami konnten wir nicht probiert – kauften wir dann nach Geruch trotzdem, zusammen mit einem Pfund Käse. Die Salami war tatsächlich die beste Wurst in ganz Südamerika – für Thüringischer Verhältnisse Mittelmaß aber für hier, einfach toll 🙂

Wir gingen dann noch zur Markthalle um Hühnchen mit Pommes und Salat von einer Oma zu kaufen und dann zurück zum Marktplatz wo der Fasching startete – jedenfalls waren viele Menschen da und Kinder besprühten sich mit Schaum aus der Dose. Da so richtig aber noch nichts los war und es immer noch tröpfelte, ging es zurück zum Hostel.

Am nächsten morgen hatte es zum Glück aufgehört mit regnen und wir konnten nach dem Frühstück noch auf einen kleinen Berg 100 Meter oberhalb des Dorfes gehen – auf 3630 Metern ging es nur langsam voran 🙂 Auf dem Rückweg ging es noch mal zum Dorfladen, um noch eine Salami zu kaufen. Kurz nach 11 Uhr saßen wir wieder im Sammeltaxi/Pickup und es ging zurück nach Guaranda, von wo aus 12:30 Uhr unser Bus nach Ambato startete (das Bus-Terminal hatten wir nach 10 Minuten durch die Stadt auch gefunden)

Über Guayaquil nach Riobamba – Tage 128 bis 132

Die Lage von Riobamba

Die Busfahrt von Montañita nach Guayaquil war schon nach 3 Stunden vorbei, da es diesmal über eine großteils vierspurige Bundesstraße ging. In Guayaquil checkten wir so gegen 14 Uhr in unser Hostel ein und der Chef bot uns ein kostenloses Upgrade an, was wir natürlich annahmen 🙂 Das Zimmer war dann auch groß und verfügte sogar über eine Küchenzeile – nur ohne Ausstattung (bis auf einen Reiskocher). In der Gegend gab es eine Uni und sonst sah es eher nach Industriegebiet aus. Wir nutzen den restlichen Nachmittag um in verschiedene Läden noch nach einer Kaffeemaschine zu suchen – im letzten fanden wir auch was passendes, nur leider war das Teil nicht vollständig. Genervt von der Hitze, schlechten Luft und Lärm der Stadt und Einkaufszentren waren wir kurz nach 6 zurück im Hostel – außer Spesen nix gewesen 😉

Am nächsten Montag ging es dann zum Busterminal und zwei offensichtlich genervte junge Frauen (wir hielten sie von ihren Handys ab) verkauften uns 10:30 Uhr ein Busticket nach Riobamba für um 10:30 Uhr… im Laufschritt ging es dann in die zweite Etage des Terminals, der Bus war zum Glück noch da.

Die dann folgenden 5 Stunden im Bus waren, wie soll man sagen, nicht so prickelnd.

Ist im Flachland die Fahrweise der Busfahrer noch ertragbar, hört bei Andenpässen der Spaß auf. Bergauf einen LKW überholen – ohne Sicht, sei es durch Kurven oder durch Nebel auf 3600 Meter Höhe – ist einfach keine gute Idee. Bremsen – Gas gegeben – bremsen – mehr bremsen – Gas geben um voll in die Kurven zu gehen, hinter denen es hunderte Meter Berg ab geht – bei Regen.. Zum Glück war Zwischendurch für ca. 30 Minuten eine Pause – auch weil das Klo im Bus nicht benutzbar war. Und irgendwann war dann auch Riobamba erreicht. Mit einem Taxi ging es zur Unterkunft und dort wurden wir echt überrascht. Wir hatten ein ganzes luxuriöses Apartment für uns. Kaffeemaschine und Saftmixer waren auch da. Was gibts besseres. Der erste Eindruck war auch, dass Riobamba deutlich leiser ist als Guayaquil. Außerdem war das Klima auf 2700 Meter angenehmer – auch wenn weniger Luft zum atmen da war, was sich auch bemerkbar machte. Wir gingen jedenfalls erst einmal los um Milch für den Kaffee zu besorgen – was schon in einer kleinen Stadtbesichtigung endete. Am späten Nachmittag sind wir dann noch mal richtig los, um das Zentrum zu erkunden. Durch Zufall fanden wir auch einen Laden, in welchem direkt im Schaufenster eine der so lange gesuchten Kaffeemaschinen stand. – gekauft haben wir sie aber erst am nächsten Tag 🙂 Riobamba erwies sich als recht übersichtlich, alle relevanten Punkte der Stadt waren von unserem „Schloß“ zu Fuß zu erreichen. Abends gingen wir dann nur noch mal ein Block weiter, um für 5,25 Dollar ein leckeres Abendessen zu bekommen.

Der Reiseführer verriet uns, dass am Samstag in einen der vielen Märkte der Stadt ganze Schweine gerillt werden. Das war dann auch am 18.02.2017 nach dem Frühstück (Brötchen vom Ort und Marmelade aus Guayaquil, Kaffee und Erdbeersaft) unser erster Weg. Im Markt Merced gab es Obst und Gemüse, Fisch und Fleisch und in einem extra Bereich waren ca. 15 Stände, hinter denen jeweils 2 Frauen um mögliche Kunden für ihre Schweinestücke warben. Wir wurden jedenfalls von vielen Seiten angewunken und angesprochen. Wir probierten erst ein Stück und teilten uns dann eine Portion Mote (Mais) mit gegrillten Schweinefleisch. Über ein paar Umwege ging es zurück zur Unterkunft (unter anderen wollten wir zur Touri-Info, die leider schon zu hatte). Dort traf Judith durch Zufall eine ihrer Mitschülerinnen aus der Sprachschule in Valparaiso vor 4 Monaten wieder – die Welt ist klein 🙂

Am Nachmittag gingen wir noch mal los und liefen irgendwann durch eine Straße, in der gerade ca. 10 Busse parkten und es vor Militär mit Gewehren nur so wimmelte. Das war schon komisch und wir redeten uns ein, dass die nur zum Shoppen hier sind. Auf einem Marktplatz vor einer der vielen Kirchen fand dann auch gerade ein Wochenmarkt statt – hätten wir uns nicht schon jeder mit einem Poncho eingedeckt, wäre es dann hier wohl so weit gewesen. Das mit dem Militär klärte sich auch auf, als wir wieder zurück waren und den Chef  – Wolfgang – der Unterkunft kennen lernten. Wolfgang ist seit 25 Jahren mit einer Ecuadorianerin verheiratet und lebt hier. Er erzählte uns, dass für die Präsidentschaftswahlen am nächsten Tag aktuell alles Vorbereitet wird und diese Vorbereitungen werden eben hier so geschützt.

Einen eigenen Mixer für Säfte

Den Sonntag starteten wir gemütlich und nutzten die Zeit vor allem, um mit unseren Familien zu telefonieren und die Fotos der letzten Tage zu bearbeiten. Außerdem quälten wir den Saftmixer 🙂 Kurz nach 14 Uhr machten wir uns auf den Weg zu einen der kleinen „3$-Restaurants“, welches im Reiseführer erwähnt wird. Nach ein wenig mehr als einem Kilometer durch die Stadt wurden wir leider enttäuscht – das Lokal war zu. Durch die Mittagssonne, die auf der Höhe auch ganz schön stark war, ging es dann zurück Richtung Zentrum, doch so richtig konnte uns nichts zusagen oder es war voll. Auch am Mercado Merced war Hochbetrieb.. Letztendlich sind wir zu „Happy Pollo“ – Glückliches Hühnchen und teilten uns dort eine Portion Huhn mit Pommes. Am Ende so etwas wie KFC nur deutlich besser. Erst  am Abend gingen wir erneut vor die Tür und zu unserer Überraschung war auf den Straßen nichts los – wir hatten angesichts der Präsidentschaftswahlen und der Militärpräsens am Vortag eine andere Erwartungshaltung 🙂 Die Stadt wirkte um 20 Uhr fast ausgestorben.

Für den Montag, 20.02.2017, hatten wir eigentlich den Besuch eines Fasching-Umzugs in Guaranda, ca. eine Stunde mit dem Bus entfernt, geplant. Laut Programmheft sollte der Umzug um 9 Uhr starten, weshalb 7:30 Uhr der Wecker klingelte. Zu früh, Wecker aus und weiter schlafen  🙂 Zwei Stunden später lohnte sich die Fahrt dann auch nicht mehr. Die Zeit am Vormittag haben wir dann aber dafür genutzt, dass Judith mir mit einer stumpfen Küchenschere auf der Dachterrasse des Schlosses die Haare schneiden konnte – war auch mal wieder Zeit 🙂

Gegen Mittag gingen wir dann aber zu Touri-info, um zu Erfahren wie man zur Laguna de Colta kommt. Ein junger Franzose, der dort gerade arbeitete, verwies uns an einen Tourenanbieter eine Querstraße weiter. Die hatten leider geschlossen. Wir hielten einfach ein Taxi an und fragten, wie viel eine Fahrt zur Lagune kosten sollte. 8 Dollar fanden wir für die halbe Stunde Fahrt mehr als ok. Die Laguna de Colta liegt auf 3300 Meter Höhe und dient vermutlich eher Einheimischen für einen kurzen Wochenend-Ausflug. Jedenfalls waren wir die einzigen Besucher – aber es gab einen Wachmann, der die  1,20 Dollar Eintritt kassierte. Von der Lagune hat man bei guten Wetter einen schöne Sicht auf den Chimborazo, den höchsten Berg in Ecuador (Funfact: die Spitze des Berges ist der am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernte Punkt der Erdoberfläche) – aber wir hatten nicht das perfekte Wetter dafür, es tröpfelte auch ein wenig.

Nach einer Stunde sind wir dann zurück an die Hauptstraße, wo wir direkt einen Bus anhalten konnten, der uns für ein wenig mehr als 1 Dollar zurück nach Riobamba gefahren hat. Doch kaum waren wir im Bus, gab der Fahrer schon wieder Vollgas und ich fiel auf eine Ecuadorianerin – keine Chance mich irgendwo festzuhalten. Zum Glück ist weder ihr noch mir was passiert.

Am Dienstag nutzen wir zum Frühstück noch einmal den Mixer für Pitahaya-Saft und nach einer langen Verabschiedung von unserer Gastgeberin waren wir 10:45 am Busterminal von Riobamba. Der erste Bus nach Guaranda, der uns angeboten wurde, sollte halb 3 fahren. Ein paar Schalter weiter startete einer 11:30 Uhr – das war perfekt für uns.

 

Montañita – Tag 126 bis 128

Montañita

Nach knapp einer Stunde erreichte der Bus von Puerto Lopez dann Montañita. Der kleine Ort liegt auch direkt am Pazifik und der Reiseführer sprach von einem Surferparadis. Unsere Navi-App kannten die Straße von unserem Hostel nicht, also hielten wir ein Taxi an… welches uns 300 Meter weiter schon wieder raus ließ 🙂

Da unser Zimmer noch nicht fertig war, stellen wir das Gepäck ab und gingen ins Zentrum etwas Essen. Das Zentrum von Montañita besteht aus Restaurants, Modeläden, Hostels und Bars. Auf den Straßen stehen neben Hütten mit Andenken auch kleine Stände mit 1-2 Tischen davor, bei denen es Säfte, Toast, Omelettes und Obstsalat gibt. Ich war zwar noch nie auf Ibiza oder Malle, aber so stell ich mir für Partyhochburgen da vor – nur schlimmer. Wir fanden zum Glück auch einen Comedor mir Mittagessen für 3€. Danach konnten wir einchecken. Das Grundstück vom Hostel war sehr groß und so mussten wir 2 Minuten durch den Garten laufen (vorbei an einem See mit Leguanen und einer Wiese mit Gänsen), bis das Haus mit unserem Zimmer in der ersten Etage erreicht war. Das Zimmer war im Vergleich zum Vorherigen richtig geräumig – nur leider gab es keine Moskitonetze über den Betten (Fotos auf Booking.com hatten das suggeriert). Nach einer kalten Dusche gingen wir zurück ins Zentrum um selbst eins zu kaufen – im 3. Laden, in dem wir fragten, wurden wir auch fündig 🙂 Nur die Suche nach einer kleinen Kaffeemaschine (so eine italienische Espressomaschine für den Herd) blieb erfolglos. Auch als uns ein Einheimischer zu einem Laden geführt hatte, in dem wir bereits wegen einem Moskitonetz waren, war dort sowas nicht zu haben. Außerdem konnten wir unsere Wäsche noch in einer Wäscherei abgeben – sollte am nächsten Nachmittag fertig sein.

Zurück im Hostel versuchten wir mit einer Wäscheleine das Moskitonetz aufzuhängen.. aber so richtig wollte das nicht klappen. Das Netz war quadratisch und hatte 4 Befestigungsschlaufen. Nach knapp einer Stunde gaben wir auf – es war sinnlos mit dem Teil. Vielleicht für eine der nächsten Stationen 🙂

Am Abend gingen wir noch mal ins Zentrum und es wirkte, als wollte jeder Laden seine Nachbarn durch pure Lautstärke übertrumpfen. Außerdem wurden aus einigen der Saftständen Coctailstände – frisches Obst wich Importschnaps. Etwas Außerhalb des Trubels fanden wir aber eine Bar mit Livemusik. Der erste Künstler spielte The Doors, Nirvana und Bob Marley auf seiner Gitarre – und in der Pause lief Buena Vista Social Club – kann also gar nicht besser sein 🙂 Irgendwann checkten wir auch, dass die anderen 4-5 Gäste keine Gäste waren sondern auch Musiker die dann auf spanisch weiter machten. Das war versucht die beste Bar für uns in der ganzen Stadt 🙂

Am Mittwoch überlegen wir beim Frühstück, was wir mit dem Tag anfangen wollten. Die einzige echte Option (Wasserfälle Dos Mangas) stellte sich als 5-6 stündige Wanderung heraus – war dann doch keine Option 😉 Also nutzen wir den Tag zum Entspannen. Ich ging erstmal zum Strand – aber rote Fahnen und Wellen von 2 Meter Höhe inkl. einer krassen Strömung machten eine entspannte Erfrischung unmöglich. Judith widmete sich währenddessen ihrem Blog und den Fotos – was auch ziemlich schnell meine Beschäftigung war.

Halb drei gingen wir auf eine Suppe und einen Saft in die Stadt und entdeckten an einem Stand auch eine Filterkaffee-Maschine. Kurze Zeit später hatten wir auch eine Tasse schwarzes Glück auf dem Tisch stehen 🙂

Die Wäsche war dann auch schon fertig (wir mussten zwar noch mal zum Hostel zurück um den Abhol-Schein zu holen).

So 17 Uhr war es dann bewölkt – ideal um noch mal zum Strand zu gehen. Nach einer halben Stunde im Wasser bei noch stärkerer Strömung als am Vormittag und etlichen Nasenduschen gingen wir zurück zum Hostel – war vielleicht das letzte Mal Pazifikküste von dieser Seite, auf dieser Reise.

Am Abend stellten wir dann noch fest, dass man besser keine 2 Notebooks an der gleichen Steckdose lädt – es roch leicht verschmort und an den Kontakten des Adapters könnte man sich verbrennen. 120 Watt waren zu viel 🙂

Am Donnerstag wollten wir zurück nach Guayaquil als Zwischenhalt auf den Weg nach Riobamba. Nach dem Frühstück (am Stand mit der Kaffeemaschine 😉 ) ging es um 11 Uhr mit dem Bus los.

Puerto López an der ecuadorianischen Pazifikküste – Tag 124 bis 126

Puerto Lopez an der Pazifik-Küste

Während der Busfahrt nach Puerto López stiegen immer wieder fliegende Händler zu. Von einem kauften wir ein Stück Bananen-Maracuja-Irgendwas Kuchen,  der richtig saftig war. Einem anderen kauften wir eine warme Bananenteig-Tasche mit Fischfüllung ab, aber auch da waren wir uns nicht sicher, was so drinnen war – Hauptsache lecker 🙂

Unser Bus erreichte dann halb 6 die Küstenstadt Puerto Lopez.

OpenAir-Taxi 🙂

Mit einer Art Motorrikscha und insgesamt 4 Personen an Bord ging es dann in Richtung Zentrum zum Hostel Heidi. Das Hostel liegt direkt am Strand bzw. am Fischmarkt. Das Zimmer war klein, aber ok. Das Wasser in der Dusche hatte die Außentemperatur, es gab auch nur einen Wasserhahn – aber bei den Temperaturen vollkommen ok. Zum Abendessen versuchten wir erst einen Spieß mit gegrillten Würstchen und waren froh, erstmal nur einen gekauft zu haben – Wurst ist hier einfach nicht so ;-).
Am Strand gab es dann einen Obstsalat, das war dann schon eher etwas.

Als wir uns am Abend schlafen legen wollten, entdeckte Judith eine ziemlich große Kakerlake, die sich unter dem Bett versteckte. Wir bewegten das Bett ein wenig hin und her und irgendwann krabbelte das Vieh Richtung Tür. Über Nacht ließen wir dann das Licht an, zum Glück hatten wir noch Augenmasken aus einem der letzten Flugzeuge.

Den Montag, 13.02., starten wir mit einem lokalen Frühstück, bestehend aus Rührei, Erdnusspaste und frittierter Banane ohne Füllung. Danach ging es mit einem Motorrickscha zum Busterminal um von dort mit einem Bus nach Agua Blanca (weißes Wasser) zu fahren. Agua Blanca ist ein Dorf im Nationalpark Machalilla, in dem eine 2000 Jahre alte Kultur entdeckt wurde – also weit vor den Incas und co. Der Bus ließ uns und 4 ältere Kanadier an der Zufahrtsstraße zu dem Dorf raus. Dort ist auch gleich eine Art Pförtnerhäuschen, bei dem pro Person 5 Dollar zu bezahlen sind. Der Pförtner hat kurzerhand alle 6 Menschen, die vor ihm standen, auf ein Ticket geschrieben. Auf die Frage, ob es zum 5km entfernten Dorf ein Shuttlebus gibt, lächelte er nur: „no“. Also ging es zu Fuß, in der Mittagssonne über die Schattenfreie Straße zum Dorf. 30 Grad und 80% Luftfeuchtigkeit waren nicht soooo die besten Bedingungen. Nach ca. einer Stunde war das Dorf aber erreicht und zum Glück gab es einen kleinen Laden, bei dem man Wasser kaufen konnte – unsere 2 Liter waren quasi leer. Die Kanadier (2 Ehepaare) kauften sich jeder eine Flasche Bier und tranken die aus – wir wären umgefallen bei den Temperaturen. Neben dem kleinen Laden war eine Sitzecke im Schatten wo wir alle erst mal entspannten und ins Gespräch kamen. Die 4 anderen sind für 5 Wochen in Ecuador, weil es in Kanada gerade so kalt ist 😉

Danach ging es in ein kleines Museum, wo wir einen Guide (Milton) zur Seite gestellt bekamen. Milton sprach ein mega angenehmes und langsames Spanisch – alles was wir nicht verstanden war diesmal auf Grund mangelndes Vokabulars. Die vier anderen konnten quasi kein Spanisch aber wir konnten dann das, was wir verstanden, ins Englische übersetzten. Nach dem Museum führte uns Milton zu einem Friedhof der einstigen Bewohner (die ihre Leichen in Tonkrüge bestatteten) und zu einem Aussichtspunkt mit einem super Blick auf den trockenen Tropenwald. Der letzte Punkt war dann auch der Höhepunkt: eine Sulfatlagune zum baden.  Es roch zwar ein wenig nach faulen Eiern aber das Wasser war schon echt erfrischend (auch mit ca. 25 Grad 🙂 ).

Blick auf den Urwald

Nach einer Stunde an der Lagune ging es zurück zum Dorf. Dort fragten wir Milton, ob er 2 Taxis rufen kann – auf den Rückweg zu Fuß hatten die Kanadier und auch wir keine Lust. Glücklicherweise parkte gerade ein kleiner Lieferwagen aus und Milton fragte, ob der Fahrer uns 6 bis zur Straße mitnehmen könnte – was auch kein Problem war. Die beiden Frauen konnten noch in das Fahrerhaus und die zwei Männer sowie Judith und ich kletterten auf die Ladefläche und setzten uns auf die ca. 20 Gasflaschen – was kann schon passieren 🙂 Die Fahrt jedenfalls war toll. An der Hauptstraße ließ uns der Fahrer raus und keine 5 Minuten später kam auch ein Bus Richtung Puerto Lopez vorbei. Die 4 Kanadier sind dann weiter nach Montañita gefahren – unserem nächsten Ziel noch etwas südlicher an der Küste.

Zurück in der Stadt brachten wir unsere Sachen ins Hostel und gingen dann auf einen kolumbianischen Kaffee in die Stadt. Als wir dann auch langsam Hunger bekamen, gingen wir ein paar Straßen von Strand weg und fanden ein Restaurant, bei dem es für 3 Dollar pro Person wieder richtig leckeres lokales Essen gab: Bohnen mit Reis (hat an Kuba erinnert), über Holzkohle gegrilltes Schwein oder Huhn mit frittiert Bananenscheiben und Salat – echt großartig. Den Abend verbrachten wir dann auf der Terrasse im Hostel.

Den letzten Morgen (Dienstag) in Puerto Lopez starteten wir mit einer Ananas zum Frühstück, die leider nicht so doll war. In Ecuador werden 3 Sorten angebaut von denen zwei großteils für den Export bestimmt sind. Die dritte Sorte ist auch nicht so lecker. Fast wie zu Zonezeiten als es gute Produkte nur für den Export gab.

Bevor wir gegen 11:15 Uhr mit dem Bus in Richtung Montañita aufbrachen, gab es noch einen Kaffee in einem kleinen Laden – Instantkaffee, warum auch immer es hier so etwas gibt 🙂

Zum ersten Mal in Ecuador – Guayaquil – Tag 121 bis Tag 124

Die Lage von Guayaquil in Ecuador

Nach ein wenig mehr als 5 Stunden Flug erreichten wir Mittwochnacht zum ersten Mal Ecuador, genauer gesagt Guayaquil. Zwischen Chile und Ecuador liegen 2 Stunden Zeitverschiebung (jetzt 6 Stunden zu Deutschland) und wir waren 01:00 Uhr Ortszeit ganz schön müde. Zum Glück lief am Flughafen alles stressfrei. Nach 10 Minuten hatten wir unser Gepäck und die Grenzpolizei begnügte sich mit ein paar Fragen. Wir hatten mit unserer Unterkunft abgemacht, dass wir abgeholt werden – was auch geklappt hat 🙂 (15 Minuten mussten wir warten, für Südamerika war der Fahrer also pünktlich 😉 ).

Der erste Eindruck von Guayaquil: warmes, mega feuchtes Wetter und die Stadt ist deutlich moderner, als wir erwartet hatten.

Unsere Unterkunft war dann auch schnell erreicht und wir waren wieder überrascht: ein mega großes Zimmer mit Aquarium, Klimaanlage und eigenen Bad. Vor dem Zimmer ein großer Wohnraum und eine riesige Küche. Einfach toll.

Wir konnten auch richtig gut pennen und sind am Donnerstag, 9.2. erst gegen 11 Uhr aufgestanden und haben dann angefangen über Ecuador zu lesen, Vorbereitung wird überschätzt. Das der US-Dollar das einzige offizielle Zahlungsmittel ist, wussten wir bis zu dem Zeitpunkt nicht. Auch nicht was man in und um Guayaquil machen kann.

In unserem Zimmer stand auch eine Kaffeemaschine, also so eine ganz herkömmlichen Filtermaschine – nach 4 Monaten Instantkaffee keimte Hoffnung auf so richtig normalen Kaffee. In der Küche haben wir auch Pulver gefunden und …. endlich Kaffee, in Südamerika 🙂

Gegen 1 Uhr gingen wir zu einem nahe gelegenen Einkaufszentrum, welches jeder deutschen Mall gerecht werden würde. Wir wollten aber nur Geld abheben und einen Stromadapter kaufen (unsere Universaladapter ist beim Wohnen mit Verrückten in Punta Arenas gestorben). Im 4. oder 5. Laden sind wir auch fündig geworden.

Hinter dem Einkaufszentrum gab es ein kleines Restaurant – Mittagessen für 2.50 Dollar. Wir saßen mit einer 94 alten Frau am Tisch, die uns das Hühnchen empfahl. Judith hat das auch genommen und für mich gab es irgendwas mit Meeresgetier. Dazu eine undefinierbare Suppe mit Mais und Kartoffeln sowie eine Limonade. Und alles war echt lecker, so richtig gut gewürzt.

Gut gestärkt ging es dann mit dem Taxi ins Zentrum (mit dem Taxi ist es der einfachste Weg und zudem auch günstig). A n der Kathedrale sind wir ausgestiegen und der Park davor war die nächste Überraschung. Auf den Wegen laufen und liegen Leguane und in einem kleinen Tümpel sind Schildkröten – willkommen in Ecuador 🙂

Nach einigen hin-und-her (wir wurden von Polizisten in verschiedene Richtung geschickt) war dann auch die Touristeninfo in der ersten Etage des Rathauses gefunden. Die Angestellte gab uns einen Stadtplan und ein paar Tipps – zu erst auf spanisch und dann auf englisch 😉

Danach ging es noch zur ersten Stadion des Hop-on-hop-off Busses, um die Abfahrtszeiten des Busses heraus zu bekommen. Außerdem kauften wir für den nächsten Tag ein Zugticket für dem Tren de la Dulzura von Durán (der Nachbarstadt von Guayaquil) nach Bucay am Fuß der Andenkette und zurück.

Mit dem Taxi ging es wieder zurück zur Mall, wo wir noch Essen einkauften. Die Preise für Lebensmittel in Ecuador sind echt mega unterschiedlich. Lokales Obst ist sehr günstig, deutlich günstiger als in Chile oder Deutschland. Alle Importprodukte dagegen sind krass teuer. Beispiel: eine Ananas kostet 70 Cent, 200g Gramm Butter fast 3 Euro. Können wir uns bisher nur mit hohen Zollgebühren erklären und um so wunderlicher waren die 2,50 Dollar für ein Zwei-Gänge-Menü zum Mittag.

In Guayaquil hatten wir anfangs 2 Nächte gebucht, wollten jetzt aber länger bleiben. Hatte unser Vermieter am Vormittag für die zusätzlichen zwei Nächte keinen Platz mehr, bot er uns am Abend dann an, zu bleiben – was wir natürlich auch dankbar ananhmen 🙂

Außerdem besprachen wir mit ihm, dass er uns für den nächsten Tag 6:50 Uhr ein Taxi nach Durán ruft.

Am Freitag Morgen regnete es echt heftig, aber wir starten natürlich trotzdem. Um 7 Uhr war das Taxi da und eine halbe Stunde später erreichten wir den Bahnhof von Durán. Kurz nach 8 fuhr der Zug dann auch los. Die Zugfahrt führte für 3 Stunden durch Bananen-, Ananas-, Kakao-, Zuckerrohr- und Reisfelder/Plantagen in Richtung der Anden. Auf dem Hinweg gab es in Yaguachi einen kurzen Zwischenhalt. Der Zielort Bucay selbst ist eher unspektakulär. Die erste Hälfte der 90 Minuten Aufenthalt dort nutzten wir, um ein wenig durch das Zentrum zu laufen. Den Rest der Zeit verbrachten wir am Bahnhof mit einem leckeren Kaffee und geschmacksneutralen frittierten Bananen.

Auf dem Rückweg hielt der Zug dann im Milqgo. Die Region um diesen Ort ist durch Kakaoplantagen geprägt. Nach einer kurzen Erklärung der Kakao-Herstellung gab es das Endprodukt in Form eines Schoko-Sorbets. Hmmmmm 🙂

Halb 6 war dann der Ausgangspunkt Durán wieder erreicht. Unsere Hoffnung, dass vor dem Bahnhof ein paar Taxis warten, wurde leider enttäuscht. Aber eine der Angestellten war so nett, uns eins zu rufen, welches dann auch 20 Minuten später da war. Der Taxifahrer war einer von der schlimmen Sorte. Die Hauptverkehrsstraßen sind vermutlich 3 spurig je Richtung gebaut – aber ohne Markierung. Man fährt also, wo man gerade so hinpasst – auch 5 Autos nebeneinander. In Chile Autofahren – kein Stress. In Argentinien Autofahren – kein Stress. In Ecuador, Guayaquil – no way. Mit nen 30 Jahre alten Volvo mit viel Stahl und Blech vielleicht. Aber wird sind heile angekommen.

Am letzten vollen Tag in Guayaquil ging es gegen 10 Uhr zu einer Brücke, welche die Stadt mit der Insel Santay verbindet. Die Insel ist ein Naturschutzgebiet und liegt mitten im Fluss Rio Guayas. Über die Brücke und auf die Insel darf man nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Wir entschieden uns fürs Laufen. Die Brücke ist knapp 900 Meter lang und dann sind es noch rund 2 km auf der Insel bis zu einem kleinen Dorf. Dort angekommen konnten wir auch ein paar Krokodile in einer Aufzuchtstadion sehen. Die Wege auf der Insel führen immer über Stege und auch das Dorf ist auf Stelzen gebaut – der Untergrund ist mehr oder weniger ein Moor. Das und die tolle Natur machen die Insel zu einem schönen Ausflug.

Zurück ging es dann mit einem Wassertaxi, welches in Guayaquil unmittelbar vor dem Mercado Caraguay anhielt. Was ein Glück, den Markt hatten wir garnicht auf dem Schirm. Aber dort ist es toll. Letztendlich ist das nur ein großer überdachter und umzäunter Platz und es gibt alles an lokalen Lebensmittel. Obst, Gemüse, Gewürze, Geflügel, Rind, Fisch, Krebse und Garnelen und noch vieles mehr. Eine Tolle Atmosphäre. Dort mussten wir dann auch Mittag essen. 6 Dollar für zwei Personen und wieder eine Vorsuppe und Fisch (vermutlich Thunfisch mit einer komischen Mehl-Irgendwas Paste) mit Reis.

Gut gestärkt ging es zum Malecon. Am Anfang der 2 1/2 Kilometer langen Fußgängerzone direkt am Fluss ist ein kleines Einkaufszentrum. Dort gingen wir durch – vor allem wegen der Klimaanlage (32 Grad und 70-80% Luftfeuchtigkeit..).

Durch Zufall standen wir irgendwann vor einem kleinen Elektroladen, die auch Reparaturen anbietet. Wir erklärten einen der Beiden hinter dem Tresen (Felix) das Problem: das Display vom Handy reagiert manchmal nicht oder nur sehr schwerfällig. Das erste Angebot waren 70 Dollar zum Wechseln des gesamten Displays – das war ok, denn für den Preis gibt’s auch kein neues Handy. Felix versuchte aber erst einmal was anderes: er baute das Display ab und reinigte alle Kontakte. Das sah auf dem ersten Blick auch erfolgreich aus – jedenfalls zeigte das Handy keine Probleme mehr. Für diese 15 Minuten Arbeit wollte er 25 Dollar, was für uns super war. Wir gingen den Malecon weiter und mussten ca. 30 Minuten später feststellen, dass das Handy wieder rumspinnt. Also ging es zurück zu dem Laden und nun hieß es eine Stunde warten, damit das Display ganz getauscht werden kann. Aber diese Stunde hat sich gelohnt – alles wieder heile und wir mussten auch nur die Differenz von 25 zu 70 Dollar bezahlen.

Gegen 18 Uhr erreichten wir dann den Hügel Cerro Santa Ana am Ende des Malecon. Der Hügel ist mit vielen bunten Häusern bebaut und nach 444 Treppenstufen gab es von dem Leuchtturm auf dem Hügel aus einen super Rundumblick kurz vor Sonnenuntergang.

Das letzte Ziel des Tages sollte eine Lichter- und Wassershow werden, von der wir angenommen hatten, die wäre jeden Tag. Aber die Fuente Monumental war leider aus und so garnicht monumental. Wir fragten noch einen Securitymann, ob heute noch etwas passiert, aber der hat uns nur auf den nächsten Tag verwiesen. Ach Apropos Security: in den Parks, Läden und auch bei der Zugfahrt sahen wir ganz viel bewaffnete und teils unbewaffnete privates Security-Personal. Auch auf öffentlichen Plätzen wie dem Malecon sieht man das, aber kaum Polizei. Das krasseste war, dass vor dem Parkhaus der Mall del Sol ein Securitytyp mit einer Pumpgun im Anschlag stand.

Mal sehen, ob das beim nächsten Ziel, Puerto López, auch so ist.

Am Sonntag ging es dann gegen 11 Uhr zum Busterminal in Guayaquil. Das Terminal ist im Vergleich zu den chilenischen Terminals groß, auf 3 Etagen fahren Busse ab. Nach einer kurzen Suchen fanden wir dann auch einen Schalter, bei dem wir Tickets nach Puerto Lopez kaufen konnten. Die rund 300km sollten 5.75 Dollar kosten, im Vergleich zu Chile und Argentinien echt günstig. Nur online kann man in Ecuador keine Tickets kaufen. 12:45 Uhr ging es dann im nicht klimatisierten Bus los 🙂

Zum letzten Mal in Santiago – Tag 116 bis 120

Frühstück mit Maria und Maria
Frühstück mit Maria und Maria

Der Flug von der Osterinsel nach Santiago verlief ohne große Probleme. Diesmal war selbst der Flugzeugfraß essbar. Mit 20 Minuten Verspätung sind wir gelandet und als wir kurze Zeit später schon unser Gepäck hatten, war Jean auch da, um uns abzuholen. In Santiago war es gegen 9 Uhr Abends sogar angenehm kühl, kaum 20 Grad. Das war schon eine echte Wohltat. Es muss die Tage davor auch geregnet haben, der Smog war jedenfalls auch weg. Bei Maria, wo wir auch vor der Osterinsel übernachteten, wohnte über die ganze Zeit noch eine Freundin, die auch Maria hieß. Die ca. 20qm Wohnung teilten wir uns also zu viert, aber das war schon echt lustig. Die beiden haben auch Judith ihren Sonnenbrand gleich gesehen und wollten ihr mit dem hervorgekramten Thermalwasser bestimmt etwas gutes tun, aber ein Gel von der Osterinsel war dann doch besser.

Am Sonntag konnten wir ausschlafen und sind gegen Mittag Richtung Zentrum gegangen. Wir wollten noch ein paar Besorgungen machen und dafür bietet sich Santiago echt an. Die Innenstadt besteht vielleicht aus 3-4 größeren Kaufhäusern und der Rest sind gaaaanz viele kleine Läden. In einem gibt es Handys, daneben Wolle, 2 Häuser weiter verkaufen Inder typische Kleidung und typischen Geruch 😉 und nur an Außenrändern der riesigen Fußgängerzone gibt es Burgerking, Starbucks und co. Das macht die Stadt echt angenehm und sollte auch unser Glück sein. Am Sonntag jedenfalls (5.2.2017) war die Stadt wie ausgestorben. So haben wir das noch nie gesehen. Kaum ein Laden hatten offen und die vielen fliegenden Händler und Künstler auf den Straßen blieben auch zu Hause. Zum Glück war ein Supermarkt geöffnet und wir konnten uns mit dem Nötigsten eindecken: Brot, Wurst, Eis, Wein – die beiden Marias waren davon auch begeistert 🙂

Leider zeigte das nächste Elektronik-Gerät Auflösungserscheinungen. Die Hintergrundbeleuchtung von Judith ihrem Notebook-Monitor flackerte und ging teilweise gar nicht mehr. An Fotos bearbeiten oder Blogbeiträge schreiben brauch man bei solchen Bedingungen natürlich nicht denken. Die Apple-Seite verriet uns, dass garnicht weit weg ein autorisierter Händler mit Service ist. Zum Glück war auf einer Festplatte noch Platz für ein Backup.

Am Montag sind wir dann morgens direkt zu dem Laden gelaufen und wurden leider enttäuscht. Es hätte einen Tag gedauert und ca. 80 US-Dollar gekostet nur heraus zu finden, was los ist. Und dann hätte vermutlich ein Teil aus der USA importiert werden müssen, um den Schaden zu reparieren. In Anbetracht der nur 3 Tage bis zum Weiterflug war das natürlich keine Option. In einem Technikladen, nur ein paar Meter weiter,  fanden wir für 300.000 Peso (400 Euro) auch ein vergleichbares Gerät – nur schwerer und mit diesem Windows. Die Anforderungen sind halt: klein, leicht und ein wenig Leistung für Lightroom. Unsere 6 Jahren alten MacBook Airs mit 4 GB Ram, 128GB SSD und Code2Duo CPU erfüllen die Anforderungen ganz gut (Abschläge bei der Performance natürlich). In einem weiteren Laden stand dann ein neuer Mac-Air. Es war ein Vorführmodell – ohne alles, auch kein Stromkabel. Wir konnten also nicht mal einen Funktionstest machen. Aber der Preis für den Mac war super. Von rund 800.000 Peso auf 500.000 Peso (650 Euro) runtergesetzt. Nach ein wenig Diskussion waren wir uns dann mit einem Verkäufer einig, dass wenn wir ein Ladekabel mitbringen, können wir die Kiste testen. Nichts leichter als dass, zurück zu dem Apple-Händler. Aber nix da, ein originales Ladekabel sollte 80.000 Peso (106 Euro) kosten. Das war uns zu viel – denn die Gefahr, dass wir auf den 100 Euro sitzen bleiben wenn das Notebook nicht geht, war zu groß. Aber da kamen uns die kleinen Läden zu Hilfe. Im ersten Laden konnte man uns nicht helfen aber der zweite Ladenbesitzer schickte uns direkt zu einem Kollegen weiter und dort konnten wir ein Nachbau-Ladegerät für 27 Euro kaufen – das war ok. Wieder im Laden mit dem MacBook musste der Verkäufer erst einmal die halbe Einrichtung auseinander bauen, bis eine Steckdose erreichbar war. Und das Notebook ging auch an. Es stellte sich auch schnell ein Unterschied raus, zu dem, was uns der Verkäufer gesagt hatte. Statt 750 GB Festplatte war eine 128GB SSD verbaut. Eigentlich gut aber auch ein guter Ansatz für Verhandlungen. Trotz Stotterspanisch hat der Verkäufer schnell verstanden, was wir wollen. Auch als wir nach dem Chef gefragt haben. Unser Vorschlag war 450.000 Peso und nach ein wenig Beratung mit seinen Kollegen kam er mit 460.000 oder 470.000 Peso zurück (haben wir nicht ganz verstanden 😉 ). Fanden wir gut. Nur ist es dann irgendwie doch beim Chef hängen geblieben, der nur per Telefon erreichbar war und nicht weiter im Preis nachlassen wollte. Letztendlich haben wir dann die Kiste doch gekauft, zum vollen Preis. Die ganze Nummer hat über zwei Stunden gedauert – so viel Entertainment gibts bei Amazon nicht 🙂

Zurück bei Maria starteten wir die Wiederherstellung und gingen dann wieder in die Stadt zurück, noch eine Hose kaufen. Nach einen Fehlschlägen waren wir wieder auf dem Rückweg und gingen zum ersten mal auf einen Markt nur 100 Meter von der Unterkunft entfernt – und dort ist Judith fündig geworden. Wir hätten uns also die 10km durch die Stadt auch schenken können – wären dann aber nicht noch mal beim Obst- und Gemüsemarkt für einen frischen Saft gewesen – dafür lohnt sich der Weg. Das Laufen auf den Betonboden hat auch Spuren hinterlassen. Waren die Mückenstiche an den Knöcheln auf der Osterinsel noch ertragbar, fangen die jetzt an zu schmerzen. Zum Glück hatte Maria Kühlakkus. Als wir zurück waren, war auch das Backup wieder eingespielt und der neue Rechner einsatzbereit. Das war echt richtig easy.

Den alten Rechner haben wir dann neu installiert, um am Dienstag (7.2.2017) in der Passage mit den kleinen Elektroläden vom Vortrag unser Glück zu versuchen, das Teil zu verkaufen. Und auch das hat geklappt. Die ersten Läden haben uns immer weiter geschickt. Beim vorletzten Laden (hatten vor allem alte Videospiele) ging dann die Besitzerin in ein paar andere Läden, um zu fragen. Sie kam mit der Information zurück, dass in 20 Minuten jemand kommt. 20 Minuten in Chile … das kann so alles heißen. Wir warteten vor dem Laden die Zeit ab und gerade als wir aufgeben wollten, sahen wir ein Schild im Laden gegenüber. Dort wusste man auch schon von uns 🙂 Zum Glück ließ sich das Notebook noch mal starten und der Besitzer sah, dass es generell funktioniert und auch nicht gesperrt ist. Sein erstes Angebot von 100.000 Peso (130 Euro) haben wir dann einfach dankbar angenommen. Verhandlungssicher ist unser Spanisch noch laaaaaaaaaange nicht und wir waren einfach auch froh, dass das Teil weg war.

Da wir wie ursprünglich geplant nicht durch Peru durchkommen, ging es dann noch zum Mittagessen in ein peruanisches Lokal und den Rest des Tages verbrachten wir beim schnellsten Internet in den letzten 4 Monaten – bei Maria zu Hause. Sie plant auch einen neues Notebook zu kaufen und da konnten wir auch mit helfen bei der Auswahl 🙂

Den letzten Tag in Santiago (Mittwoch, 8.2.) sind wir dann bei Maria zu Hause geblieben. Ich durfte auch versuchen, ihren 9 Jahre alten Windows Rechner wieder flott zu machen.   Keine Chance :-(gegen Mittag kamen auch noch zwei ihrer Freunde um etwas zu versuchen, waren aber auch nicht erfolgreich). Sie muss auf ihren neuen Rechner halt noch 10 Tage warten und braucht aber einen zum Arbeiten. Aber wir waren da halt auch hilflos. Zum Mittag gabs dann noch mal eine Empanada Pino, klassisch Chilenisch. Ca. Halb 5 war dann Jean auch da, um uns zum Flughafen zu bringen – wegen mehr Verkehr auf den Straßen ging es am Anfang auch Kreuz und quer durch die Stadt – guter Abschied 🙂

Die letzten Tage auf der Osterinsel – Tag 113 bis Tag 116

Den ersten Februar haben wir entspannt angehen lassen. Nach dem wir gerade noch rechtzeitig um 10 Uhr beim Frühstück waren, blieben wir am Vormittag im Hostel. Eigentlich wollten wir dann gegen 13 Uhr zu einer Wanderung aufbrechen, aber die Mittagssonne und -Hitze hat uns davon abgehalten. Deswegen ging es dann doch erst kurz nach 15 Uhr los Richtung dem Vulkan Rano Kao. Unser Ziel war neben der alten Kultstätte Orongo auch die Höhle Ana Kai Tanata. Die Höhle direkt am Pazifik erreichten wir auch nach ca. 45 Minuten durch Hanga Roa und vorbei am Flughafen. Von den Höhlenmalereien ist leider nicht mehr soviel zu sehen. Weitere 70 Minuten und 300 Höhenmetern später – zum Teil durch einen Wald, zum Teil durch offenes Gelände, war dann der Kraterrand des Rano Kao erreicht. Wow. Was für ein Anblick. Im Krater ist ca. 100 Meter tiefer ein See und direkt hinter dem Krater liegt der Pazifik. Einfach eine tolle Kulisse.

Am Eingang zu Orongo waren wir dann 17:27 und die Mitarbeiterin sagte uns, dass ab 17:30 Uhr geschlossen ist und wir nicht mehr reinkönnen, da man mindestens 20 Minuten in der Dorfruine braucht. Ein wenig dreist habe ich dann „es el ultimo dia por nosotros“ gesagt, in der Hoffnung dass wir, weil es unser letzter Tag auf der Insel ist, doch noch rein können. Hat auch geklappt 🙂 (ah und rot im Gesicht bin ich nicht geworden, war ich vorher schon 😉 )

Nach 20 Minuten waren wir dann auch wieder auf dem Rückweg. In Hanga Roa gab es dann noch lokalen Fisch, Albacore (Schwertfisch) , mit ziemlich festen Fleisch, aber lecker.

Am Donnerstag, 2.2., haben wir noch einen Urlaubstag im Hostel eingelegt. Vor allem die weitere Reiseplanung stand auf dem Plan. Wir haben noch ein Monat in Südamerika und müssen bis Panama kommen, weil von da unser Flug nach Neuseeland am 7. März startet. Mit dem Bus, wie bisher geplant, wird das nichts, weil wir sonst nur noch im Bus sitzen würden. Deswegen haben wir jetzt einen Flug von Santiago nach Guayaquil im Süden Ecuadors. Von dort aus wollen wir Ecuador auf dem Landweg im Zickzack bis Quito erkunden. Von Quito geht dann noch ein Flieger nach Bogota, Kolumbien. Der Stadt spendieren wir 3 Tage, um einen Eindruck zu bekommen.

Der geplante Besuch der Paranal-Sternwarte und auch ein Trip zu den Galapagos-Inseln ist damit auf später verschoben 🙂

Für den letzten vollen Tag auf der Osterinsel, also Freitag der 3. Februar, hatten wir uns noch eine Wanderung auf einen anderen Vulkan vorgenommen. Der Toike ist der älteste Vulkan auf der Insel. Wir wollten um 9 Uhr mit dem Hop-on Hop-off Bus bis zum Fuß des Vulkans ca. 25 Minuten von Hanga Roa entfernt starten. An der Haltestelle, an der wir einsteigen wollten, liefen gerade die Vorbereitung für einen Sportwettkampf im Rahmen des Tapati. Der Busfahrer hatte aber eine Engelsgeduld und so ging es erst 20 Minuten später weiter. Offenbar war er auch noch nicht ganz wach. Als wir durch das Dorf fuhren, bemerkte er nicht, das andere Menschen auch zusteigen wollten – auch nicht als ein paar Rufe durch den Bus kamen. Die letzte „Haltestelle“ ist dann das Büro des Anbieters, wo wir noch Tickets kaufen konnten und auch zwei Paar Kopfhörer für den Audio-Guide erhielten.

Gegen 10 Uhr erreichten wir dann den Startpunkt (der Fahrer ist extra noch ein wenig weiter gefahren, damit wir einen besseren Weg nehmen konnten). Der Busfahrer erklärte uns noch den Weg und das er um 12 und halb 5 hier wieder vorbei kommt. „Hier“ ist in dem Fall mitten in der Pampa gewesen.

UV-Warnschild - auf maximaler Stufe
UV-Warnschild – auf maximaler Stufe

Wir machten uns also auf den Weg und entdeckten ca. 1 km vor uns eine größere Gruppe mit rund 20 Personen. Das war auch unser Glück, denn der Weg endete nach 10 Minuten vor einem Weidezaun. Wären auf der anderen Seite keine Fußspuren zu sehen gewesen, hätten wir nicht gewusst, wie es weiter geht. Einen echten Weg gab es ab diesen Punkt nämlich auch nicht mehr – es ging einfach quer über eine Wiese. Am ersten Haltepunkt, einem exponierten Hügel, hatten wir dann die andere Gruppe eingeholt. Es waren Franzosen (für mich dann eher francophone Kanadier, wer will schon Franzosen hinterher laufen und: „Ich würde lieber eine deutsche Division vor mir haben, als eine französische hinter mir.“ George S. Patton. 🙂 ) mit einem lokalen Guide. Wir haben uns dann dafür entschieden, der Gruppe mit ein wenig Abstand zu folgen. Verlaufen ist auf der Osterinsel zwar kaum möglich, aber so war es einfach angenehmer.

Kurz nach 12 Uhr erreichten wir dann die Spitze des Vulkans auf 370 Metern. Im Vulkankrater wächst ein kleiner Wald, während auf den Hängen nur Gras zu sehen ist. Der Himmel war zum Glück bewölkt, bei der üblichen Sonneneinstrahlung hätten wir sonst kein Spaß gehabt.

Am Kratergipfel haben wir dann gepicknickt und genossen die tolle Aussicht: links Pazifik, rechts Pazifik und in der Mitte das Grün der Insel mit den Erhebungen der Vulkane, der Rano Raraku im Vordergrund.

Nach ca. einer Stunde ging es dann weiter wie gehabt. Über eine andere Route und quer durch eine andere Wiese ging es bergab – immer der Gruppe hinterher. Die letzten Paar hundert Meter, bis wieder die Straße erreicht war, mussten wir uns durch eine kleine Plantage mit eng zusammen stehenden, Vll 2 Meter hohen Bäumen, durchkämpfen. Das letzte Hindernis war dann noch ein Zaun mit Stacheldraht und die Kanadier waren so lieb zu warten und uns auch drüber zu helfen.

Wir wussten, das wir an der Straße waren, die der Bus benutzt (es gibt auch nur zwei  Überland-Straßen auf der Insel 😉 ) und dass wir nicht an der richtigen Stelle waren. Ahu Tongariki war jedoch nicht mehr weit entfernt und es war auch das Ziel der anderen Wanderer – also gingen wir dahin. Kurz vor dieser Hauptattraktion der Insel kann man über ein Lava-Feld zum Wasser gelangen. Das nutzten wir dann natürlich gleich um unsere Füße abzukühlen. Was für eine Wohltat. Ca. viertel 4 waren wir dann bei Tongariki und laut Fahrplan sollte der Bus kurz nach 4 hier vorbei kommen. Wir gingen noch mal kurz zum Wasser und warteten ab 10 vor 4 an der Straße. Und warteten. Und warteten. Die Sonne kam langsam hervor und sofort merkten wir, dass es weh tut. Um 5 Uhr war immer noch kein Bus in Sicht. Die beiden Parkrangerinnen boten uns dann auch einen Schattenplatz in ihrer Hütte an, was wir dankbar annahmen. Halb 6 fragten wir dann ein wartendes Taxi, ob es uns mitnehmen kann. Das ging leider nicht aber der Fahrer rief eine Kollegin die dann kurz nach 18 Uhr auch da war. 25 Minuten später waren wir wieder im Dorf. Mit 30.000 Peso war das nicht günstig aber der Bus wäre nicht mehr gekommen… der 4-Uhr Termin war die letzte Abfahrtszeit. Die Kopfhörer, die wir noch haben, war aber ein kleiner Trost.

Panorama vom Poike
Panorama vom Poike

Zurück im Dorf waren wir kurz im Hostel zum Duschen und sind dann noch Essen gegangen.

Am Samstag sollte dann um 1 Uhr der Shuttlebus zum Flughafen fahren. Die Zeit bis dahin nutzen wir, noch Postkarten abzugeben und ein letztes Souvenir einzukaufen. Der Shuttlebus ist dann zum Glück pünktlich abgefahren 🙂

Kurz nach 15 Uhr startete dann der Flug zurück nach Santiago. Der tolle Urlaub auf der Osterinsel war leider vorbei.

Noch eine Weisheit zum Schluss, die wir vom T-Shirt von Isabella, der guten Seele des Hostels haben: „Bad decisions tell good stories“ (soviel wie: schlechte Entscheidungen führen zu guten Geschichten). Gute Entscheidungen übrigens auch. Arbeitslos, obdachlos, glücklich 🙂