Slow-Travel in Finnland

Judith und ich waren vom 27.12. bis zum 11.01. in Finnland unterwegs.

Das Hauptziel der Reise war Lappland im hohen Norden und damit natürlich auch die Wahrscheinlichkeit, Nordlichter zu sehen.

Los ging es für uns in Helsinki. Wir haben dort auf einem kleinen Schiff, auf dem es auch schon die ersten Saunas gab, übernachtet. Helsinki war jedenfalls zur Nachweihnachtszeit eine sehr ruhige Stadt. Es war eigentlich kaum etwas los. Wir haben das Tageslicht für einen Stadtrundgang genutzt, waren aber am Abend noch mal mit den Kameras und Stativen unterwegs.

Zum Abendessen waren wir im vollen „The Cock“ und mit uns am Tisch saßen Helena und Otto. Wir hatten einen sehr lustigen Abend, haben mit Otto auf „alte Kameraden“, den Papst und auch Angela Merkel trinken müssen und vermutlich auch einen anderen Teil der Bar mit unterhalten.

Nach 2 Tagen in Helsiki ging es mit dem Zug nach Oulu. Die fünfstündige Zugfahrt gen Norden war entspannt. In Oulu war es gleich deutlich kälter, alle Fußwege waren vereist. Der Grund für unseren Stop in Oulu war Hailuoto, eine Insel in der Ostsee. Dort wollten wir am nächsten Tag hin, mussten aber feststellen, dass nur 2 Busse fahren: einer um 5 Uhr morgens und einer um 16 Uhr.. das ging natürlich nicht.
Die Suche nach Mietautos förderte erst Kleinwagen für 160€ zu Tage, aber letztlich haben wir ein Angebot für 50€ gefunden.
Also ging es am nächsten Tag auf die Insel. Wettermäßig hatten wir Glück, die Sonne, wenn auch nur für 2 1/2 Stunden, am Horizont zu sehen. Die Fährfahrt über die halb zugefrorenen Ostsee war also auch optisch schon toll! Auf der Insel selbst waren wir beim Leuchtturm und wollten dann noch zum Badestrand, die Straße dahin war dann aber doch zu abenteuerlich – sprich zu vereist 🙂
Oulu als Stadt selbst haben wir eigentlich kaum wahrgenommen – es fühlt sich auch nicht so an, als ob wir was verpasst hätten.

Achso, noch ein Wort zum Thema Slowtravel. Soweit im Norden ist es bis auf die 160 Minuten um die Mittagszeit herum dunkel. Man reist also automatisch auch langsamer und auf das Gemüt schlägt das natürlich auch. Wie gehen nur die Finnen damit um?

Zu Silvester ging es mit dem Bus nach Kemi am Nordrand der Ostsee. Dort sind wir eigentlich wegen der Schneeburg hin… aber die war noch nicht fertig.
Am Abend gab es um 21 Uhr das Kinderfeuerwerk im Hafenbereich, das haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Danach war wir im Corner Inn und irgendwie verwirrt, warum nix (in der ganzen Stadt nicht) los war. Erst kurz vor Mitternacht wurde es voller, aber so richtig wurde der Jahreswechsel nicht zelebriert (es hat keiner runtergezählt oder so).
Auch eine Option, das neue Jahr einfach passieren zu lassen.

Am Neujahrstag war es draußen ungemütlich: Schneefall und Kälte. Auf den Straßen war quasi nichts los. Zwei Menschen waren bei dem Wetter dennoch auf der Ostsee zum Eisfischen unterwegs. Wir waren dann noch in der Experience365 und konnten dort auf einer Eisbahn rutschen 🙂

Den Nachmittag haben wir dann für die weitere Reiseplanung genutzt und Ausflüge im Norden gebucht.

Am 02.01. ging es per Bus weiter in die größte Stadt Europas und auch Hauptstadt Lapplands – Rovaniemi.

Nach ca. 2h Busfahrt sind wir dort angekommen und auch hier war alles vereist. Nach dem Check-In im AirBNB sind wir in das „Zentrum“ der Stadt ein wenig bummeln und den besten Glögi zu trinken. Die Stadt selbst ist nicht besonders, vermutlich wollen alle nur zum offiziellen Sitz des Weihnachtsmanns ein paar Kilometer außerhalb. Dort sind wir mit dem Santa Express am nächsten Tag auch hin. Das Santa Claus Village besteht natürlich auf dem Haus des Weihnachtsmanns und einigen Attraktionen: u.a. verläuft (oder besser verlief) der Polarkreis direkt durch das Dorf. Hier hat es für uns auch zum ersten Mal so richtig schön geschneit, mit richtig großen Schneeflocken.
Zum Weihnachtsmann haben wir es leider nicht geschafft. Wir standen schon 30 Minuten an und es hätte bestimmt noch eine Stunde gedauert, aber Bauchkrämpfe haben das Warten unmöglich gemacht. 

Zurück in der Stadt sind wir abends zum Restaurant Nili gegangen um lappländische Küche zu probieren: Bär, Lachs und Rentier. Alles lecker auf jeweils eine andere Art und Weise.

Tags drauf fuhren wir mit einem restlos ausgefüllten Bus weitere 4 1/2 Stunden weiter in Richtung Norden nach Saariselkä. Dort war Lappland so, wie wir es als Klischee im Kopf hatten: trockene Kälte bei -10 Grad C, halber Meter Schnee und Nadelwald. Herrlich.
Unsere Unterkunft war 4km außerhalb vom Zentrum (bestehend aus einem Shoppingcenter und einigen Souvenirläden). Mit dem Taxi sind wir zum Hotel und dann zu Fuß über einen beleuchteten Weg (es war um 5 und Dunkel) zurück um etwas zu essen. Am Abend hatten wir ca. um 8 Uhr die erste Polarlicht-Show. Eher durch Zufall. Wir waren zum Sterne-fotografieren noch mal draußen und dann war die Aurora plötzlich da 🙂 

Ca. Halb 10 Uhr war das grüne Licht am Himmel noch mal deutlich ausgeprägter. Einfach atemberaubend, verrückt. Nordlichter 🙂

Am nächsten Tag hatten wir eine Husky-Schlitten-Tour gebucht. Während wir darauf gewartet haben, konnten wir Arctic Peal Clouds bewundern. 

Die Husky-Tour selbst war richtig mega. Wir haben Thermo-Overalls, Mützen, Stiefel und Handschuhe bekommen – ohne die wäre es auch nicht gegangen. Bei -13 Grad ging es mit 6 Hunden los, Judith ist zuerst gefahren und ich durfte im Schlitten Fotos machen. Auf halber Strecke konnten wir tauschen. Der Schlitten wurde richtig schnell und zum bremsen mussten man auch mit beiden Beiden richtig auf die Bremse treten. 
Die Kameras und auch Hosen sahen nach 11km total eingefroren aus..

Am Ende gab es zum Aufwärmen Glögi und wir konnten die Hunde streicheln. Abends waren wir einfach platt und es gab auch keine Nordlichter zu sehen.

Am 06.1. sind wir dann mit dem Bus nach Inari weiter. Mussten aber bis halb 4 Uhr warten. Die Zeit haben wir für Shopping und Postkarten-Schreiben genutzt. Außerdem musste wir feststellen, dass neben Russen und Asiaten doch mehr Deutsch in Saariselkä waren, als gedacht.

In Inari waren wir in einer Hütte nur 200 Meter vom Inarisee entfernt. Leider wurde die Erkältung von Judith schlimmer. So bin ich am nächsten Tag allein zur schon ein paar Tage vorher gebuchten Schneeschuh-tour am Morgen aufgebrochen. (Ich hatte komische Schuhe, die Bindungen sind 3 mal aufgegangen und ich bin bis zur Hüfte im Schnee versunken:-) ).
Nach dem es tagsüber bei Judith nicht besser wurde, sind wir mit dem Taxi nach Ivalo, dem Zentrum der Region, ins Krankenhaus. Nach knapp 3 Stunden stand dann die Diagnose: Influenza A, trotz Impfung. Zwei Pillen und ein Rezept für weitere gab als Behandlung.

Für den nächsten Tag hatten wir eine Schneemobil-Tour zu wichtigen Orten der Samischen Kultur gebucht (Wildniskirche von Pielpajärvi, heilige Insel Ukko’s Rock). Da es Judith relativ gut ging und die Tour auch keine Anstrengungen beinhaltete, ging es halb 11 Uhr los. Über zugefrorene Seen und verschneite Wälder sind wir ca. 30km durch die Landschaft gefahren und haben da auch noch was gelernt. Wir sind sogar an einigen Rentieren vorbeigekommen, die lieber auf den Schneemobil-Tracks standen als bis zum Bauch im Tiefschnee 🙂

Am Abend war der Himmel erst stark bewölkt, so dass es erstmal keine Nordlichter gab. Aber später ist es aufgeklart und wir konnten wieder die Aurora sehen, während wir mit Russen, Asiaten und zwei anderen Deutschen auf dem zugefrorenen Inarisee standen.

Die Action am Vortag war leider für die Grippe nicht so förderlich. Also war der Donnerstag eher ruhig. Ich bin mit dem Bus nach Ivalo zur Apotheke und wir sind am Abend noch ein wenig durch Inari gelaufen, waren aber zu spät für das Siida Museum (haben darüber aber sonst nur gute Dinge gehört).

Am Freitag ging es gegen Mittag dann richtig nach Ivalo. Wir haben eigentlich gehofft, dort noch ein paar schöne Shirts oder so zu finden, aber das hat leider nicht geklappt. Unsere Postkarten konnten wir aber zum Glück bei der Posti abgeben :-).

Eine Woche in Schottland

Ich war in der letzten Woche in Schottland unterwegs. Der Urlaub war relativ ungeplant, also in dem Sinne, dass ich vorher nicht wusste, was ich in der Woche machen werde. Los ging es in Glasgow und was soll ich sagen, ein Tag ist dort ok aber es würde auch reichen nur dort anzukommen und gleich weiterzufahren 🙂

In den Highlands dagegen kann man locker deutlich mehr Zeit verbringen, vermutlich auch auf den Inneren- und Äußeren-Hebriden. Naja, next time. Am letzten Tag war ich noch in Edinburgh. Die Stadt bzw. die Museen im Schloss sind sehenswerter, aber wenn man nur wenig Zeit hat: Länger in den Highlands bleiben!

Und hier jetzt ein paar Fotos: