Amabato – Tage 133 bis 135

Die Lage von Ambato

Am Mittwoch (22.02.) war nach zwei Stunden Busfahrt Ambato von Guaranda aus erreicht. Unser Reiseführer widmete der Stadt eine ganze halbe Seite und bezeichnete diese als nicht touristisch – sondern als eine gewöhnliche ecuadorianische Stadt. Für uns Grund genug, zwei Nächte dort zu verbringen. In der Stadt gab es auch keine Hostels oder etwas vergleichbares – sondern nur Business-Hotels. Eines davon hatte ein Angebot von 30 Dollar die Nacht mit Frühstück – das war auch ok. Das dieses Hotel zwar 3 Sterne hat, aber direkt an einer vierspurigen Hauptstraße lag, wurde nicht erwähnt. Auch unser Zimmer in der 6. Etage – ohne Aufzug – war zwar groß, aber der Lichtschalter im Bad war defekt und sowohl das Licht als auch der Lüfter liefen die vollen 2 Tag durch. Auf dem Weg zum Hotel kamen wir auch an einem Trabbi vorbei 🙂

Nach dem Check-In gingen wir in Richtung Zentrum und ja, der Reiseführer hatte nicht zu viel versprochen. Auf dem Hauptplatz gab es einen elektrischen Touristenführer – man konnte sogar die Anzeige auf Englisch umstellen – nur ohne Effekt 😉 Auf dem Rückweg gingen wir noch durch zwei typische Märkte – alles wie überall. Wir kauften auch ein paar Weintrauben – vergaßen aber, dass es ein Importprodukt ist. 4 Dollar für knapp 1kg waren dann das Lehrgeld 😉

Bis auf den Straßenlärm ist Ambato eine durchschnittliche Stadt. Unweit vom Hotel fanden wir einen kolumbianischen Comedor mit leckeren Essen und typischen – süßen – kolumbianischer Kaffee.

Leider zeigte hier das nächste Geräte Auflösungserscheinungen, die Objektivverriegelung bei meiner Kamera hing fest. Nur mit viel Geduld und beim 20. oder 30. Versuch konnte man ein angesetztes Objektiv losdrehen. Wir gingen also in einen kleinen Elektroladen – aber dort gelang es uns partout nicht, das Objektiv zu lösen. Zurück im Hotel brachte eine Google-Suche auch nur Worst-Case Szenarien zum Vorschein, z.B. Aufsägen der Kamera oder des Objektivs, wenns gar nicht mehr geht. Da kommt Freunde auf 😉

Zum Glück gelang es uns am Abend, das Objektiv zu lösen.

Außerdem verfügte das Hotel zwar über WLAN mit einem AccessPoint (Plaste-Router von D-Link), aber über die Kanalbelegung hatte sich niemand Gedanken gemacht. Wir empfingen das WLAN von 3 Etagen und naja, alle 3 Geräte waren mit dem Standard-Passwort versehen und ich konnte die Kanäle einstellen. Bei der Kiste auf unserer Etage hab ich dann auch das Admin-Passwort geändert – Lernen mit Schmerz 😉 (und das WLAN war dadurch stabil genug für Skype).

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen machte ich mich erneut zu dem Elektroladen auf, während Judith mit ihrer Mutti telefonierte, um ihr zum Geburtstag zu gratulieren.

Der Mann im Laden löste ein paar Schrauben am Bajonett-Verschluss (während er kaute) und versuchte dann den Metallring mit einem Buttermesser heraus zu hebeln.. erfolglos. Er meine dann nur, dass die Cam halt kaputt ist. Ich fragte ihn nach einem Fotoladen und er schickte mich zu einem Geschäft Hauptplatz. Dort angekommen war von außen klar, dass es sinnlos ist – es gab Kühlschränke und Glotzen so groß wie meine letzte Wohnung. Auf dem Rückweg zum Hotel kaufte ich noch einen Schraubenzieher – was die können, kann ich auch verfuschen 😉

Reparaturversuche an der 5D

Zurück im Hotel stellte ich aber fest, das man zum Öffnen des Gehäuses hinten anfangen muss und auch eine abgewinkelte Pinzette braucht – der Moment wo ich dann wieder aufhörte. Ich fragte zwei Freunde und „das Internet“ – es mit WD40 zu probieren klang am sinnvollsten. Und tatsächlich fanden wir in einem Laden für Lager verschiedener Größen auch das Wundermittel 🙂 Um eine ruhige Hand zu bekommen, mussten wir erst mal etwas essen. Am Vortag hatten wir einen Cubaner entdeckt – das Essen war aber nicht kubanisch. Wir konnten aber ein paar Zahnstocher für die Reparatur einstecken. Den Kaffee danach gab es wieder beim Kolumbianer.

Im Hotel probierten wir das auch gleich: die Zahnstocher-Spitze mit WD40 einsprühen und damit eine kleine Menge in das Gehäuse einbringen. Was soll ich sagen: es hat geklappt, die Verriegelung arbeitet wie am ersten Tag 🙂 (auch wenn die Kamera auch so schon längst ihren Zenit überschritten hat und es nur eine Frage der Zeit).

Am Nachmittag wollten wir noch ein paar Fotos von der Stadt machen, aber gerade als wir vor die Tür traten, ging es an zu regnen und eine große dunkle Wolke ließ keinen Grund für Zuversicht. Erst gegen 17:00 Uhr klarte der Himmel auf und wir konnten noch mal raus – der Park in der Nähe erwies sich zwar als Betonwüste, bot trotzdem ein paar Motive.

Zum Abendessen gab es wieder Salami und Käse aus Salinas – einzig jedes Brot/Brötchen in Ecuador ist süß.

Die Nacht war dann auf Grund des Lärms wieder weniger erholsam und so waren wir schon um kurz nach 8 Uhr beim Frühstück. Check-Out war bis 12 Uhr, unser nächstes Ziel, Quito, nur 2 1/2 Stunden entfernt – also blieben wir danach noch bis kurz vor 11 Uhr auf dem Zimmer um dann die 10 Minuten zu Fuß zum Busterminal anzutreten – von wo es dann auch direkt los ging.