Frühstück mit Maria und Maria
Frühstück mit Maria und Maria

Der Flug von der Osterinsel nach Santiago verlief ohne große Probleme. Diesmal war selbst der Flugzeugfraß essbar. Mit 20 Minuten Verspätung sind wir gelandet und als wir kurze Zeit später schon unser Gepäck hatten, war Jean auch da, um uns abzuholen. In Santiago war es gegen 9 Uhr Abends sogar angenehm kühl, kaum 20 Grad. Das war schon eine echte Wohltat. Es muss die Tage davor auch geregnet haben, der Smog war jedenfalls auch weg. Bei Maria, wo wir auch vor der Osterinsel übernachteten, wohnte über die ganze Zeit noch eine Freundin, die auch Maria hieß. Die ca. 20qm Wohnung teilten wir uns also zu viert, aber das war schon echt lustig. Die beiden haben auch Judith ihren Sonnenbrand gleich gesehen und wollten ihr mit dem hervorgekramten Thermalwasser bestimmt etwas gutes tun, aber ein Gel von der Osterinsel war dann doch besser.

Am Sonntag konnten wir ausschlafen und sind gegen Mittag Richtung Zentrum gegangen. Wir wollten noch ein paar Besorgungen machen und dafür bietet sich Santiago echt an. Die Innenstadt besteht vielleicht aus 3-4 größeren Kaufhäusern und der Rest sind gaaaanz viele kleine Läden. In einem gibt es Handys, daneben Wolle, 2 Häuser weiter verkaufen Inder typische Kleidung und typischen Geruch 😉 und nur an Außenrändern der riesigen Fußgängerzone gibt es Burgerking, Starbucks und co. Das macht die Stadt echt angenehm und sollte auch unser Glück sein. Am Sonntag jedenfalls (5.2.2017) war die Stadt wie ausgestorben. So haben wir das noch nie gesehen. Kaum ein Laden hatten offen und die vielen fliegenden Händler und Künstler auf den Straßen blieben auch zu Hause. Zum Glück war ein Supermarkt geöffnet und wir konnten uns mit dem Nötigsten eindecken: Brot, Wurst, Eis, Wein – die beiden Marias waren davon auch begeistert 🙂

Leider zeigte das nächste Elektronik-Gerät Auflösungserscheinungen. Die Hintergrundbeleuchtung von Judith ihrem Notebook-Monitor flackerte und ging teilweise gar nicht mehr. An Fotos bearbeiten oder Blogbeiträge schreiben brauch man bei solchen Bedingungen natürlich nicht denken. Die Apple-Seite verriet uns, dass garnicht weit weg ein autorisierter Händler mit Service ist. Zum Glück war auf einer Festplatte noch Platz für ein Backup.

Am Montag sind wir dann morgens direkt zu dem Laden gelaufen und wurden leider enttäuscht. Es hätte einen Tag gedauert und ca. 80 US-Dollar gekostet nur heraus zu finden, was los ist. Und dann hätte vermutlich ein Teil aus der USA importiert werden müssen, um den Schaden zu reparieren. In Anbetracht der nur 3 Tage bis zum Weiterflug war das natürlich keine Option. In einem Technikladen, nur ein paar Meter weiter,  fanden wir für 300.000 Peso (400 Euro) auch ein vergleichbares Gerät – nur schwerer und mit diesem Windows. Die Anforderungen sind halt: klein, leicht und ein wenig Leistung für Lightroom. Unsere 6 Jahren alten MacBook Airs mit 4 GB Ram, 128GB SSD und Code2Duo CPU erfüllen die Anforderungen ganz gut (Abschläge bei der Performance natürlich). In einem weiteren Laden stand dann ein neuer Mac-Air. Es war ein Vorführmodell – ohne alles, auch kein Stromkabel. Wir konnten also nicht mal einen Funktionstest machen. Aber der Preis für den Mac war super. Von rund 800.000 Peso auf 500.000 Peso (650 Euro) runtergesetzt. Nach ein wenig Diskussion waren wir uns dann mit einem Verkäufer einig, dass wenn wir ein Ladekabel mitbringen, können wir die Kiste testen. Nichts leichter als dass, zurück zu dem Apple-Händler. Aber nix da, ein originales Ladekabel sollte 80.000 Peso (106 Euro) kosten. Das war uns zu viel – denn die Gefahr, dass wir auf den 100 Euro sitzen bleiben wenn das Notebook nicht geht, war zu groß. Aber da kamen uns die kleinen Läden zu Hilfe. Im ersten Laden konnte man uns nicht helfen aber der zweite Ladenbesitzer schickte uns direkt zu einem Kollegen weiter und dort konnten wir ein Nachbau-Ladegerät für 27 Euro kaufen – das war ok. Wieder im Laden mit dem MacBook musste der Verkäufer erst einmal die halbe Einrichtung auseinander bauen, bis eine Steckdose erreichbar war. Und das Notebook ging auch an. Es stellte sich auch schnell ein Unterschied raus, zu dem, was uns der Verkäufer gesagt hatte. Statt 750 GB Festplatte war eine 128GB SSD verbaut. Eigentlich gut aber auch ein guter Ansatz für Verhandlungen. Trotz Stotterspanisch hat der Verkäufer schnell verstanden, was wir wollen. Auch als wir nach dem Chef gefragt haben. Unser Vorschlag war 450.000 Peso und nach ein wenig Beratung mit seinen Kollegen kam er mit 460.000 oder 470.000 Peso zurück (haben wir nicht ganz verstanden 😉 ). Fanden wir gut. Nur ist es dann irgendwie doch beim Chef hängen geblieben, der nur per Telefon erreichbar war und nicht weiter im Preis nachlassen wollte. Letztendlich haben wir dann die Kiste doch gekauft, zum vollen Preis. Die ganze Nummer hat über zwei Stunden gedauert – so viel Entertainment gibts bei Amazon nicht 🙂

Zurück bei Maria starteten wir die Wiederherstellung und gingen dann wieder in die Stadt zurück, noch eine Hose kaufen. Nach einen Fehlschlägen waren wir wieder auf dem Rückweg und gingen zum ersten mal auf einen Markt nur 100 Meter von der Unterkunft entfernt – und dort ist Judith fündig geworden. Wir hätten uns also die 10km durch die Stadt auch schenken können – wären dann aber nicht noch mal beim Obst- und Gemüsemarkt für einen frischen Saft gewesen – dafür lohnt sich der Weg. Das Laufen auf den Betonboden hat auch Spuren hinterlassen. Waren die Mückenstiche an den Knöcheln auf der Osterinsel noch ertragbar, fangen die jetzt an zu schmerzen. Zum Glück hatte Maria Kühlakkus. Als wir zurück waren, war auch das Backup wieder eingespielt und der neue Rechner einsatzbereit. Das war echt richtig easy.

Den alten Rechner haben wir dann neu installiert, um am Dienstag (7.2.2017) in der Passage mit den kleinen Elektroläden vom Vortrag unser Glück zu versuchen, das Teil zu verkaufen. Und auch das hat geklappt. Die ersten Läden haben uns immer weiter geschickt. Beim vorletzten Laden (hatten vor allem alte Videospiele) ging dann die Besitzerin in ein paar andere Läden, um zu fragen. Sie kam mit der Information zurück, dass in 20 Minuten jemand kommt. 20 Minuten in Chile … das kann so alles heißen. Wir warteten vor dem Laden die Zeit ab und gerade als wir aufgeben wollten, sahen wir ein Schild im Laden gegenüber. Dort wusste man auch schon von uns 🙂 Zum Glück ließ sich das Notebook noch mal starten und der Besitzer sah, dass es generell funktioniert und auch nicht gesperrt ist. Sein erstes Angebot von 100.000 Peso (130 Euro) haben wir dann einfach dankbar angenommen. Verhandlungssicher ist unser Spanisch noch laaaaaaaaaange nicht und wir waren einfach auch froh, dass das Teil weg war.

Da wir wie ursprünglich geplant nicht durch Peru durchkommen, ging es dann noch zum Mittagessen in ein peruanisches Lokal und den Rest des Tages verbrachten wir beim schnellsten Internet in den letzten 4 Monaten – bei Maria zu Hause. Sie plant auch einen neues Notebook zu kaufen und da konnten wir auch mit helfen bei der Auswahl 🙂

Den letzten Tag in Santiago (Mittwoch, 8.2.) sind wir dann bei Maria zu Hause geblieben. Ich durfte auch versuchen, ihren 9 Jahre alten Windows Rechner wieder flott zu machen.   Keine Chance :-(gegen Mittag kamen auch noch zwei ihrer Freunde um etwas zu versuchen, waren aber auch nicht erfolgreich). Sie muss auf ihren neuen Rechner halt noch 10 Tage warten und braucht aber einen zum Arbeiten. Aber wir waren da halt auch hilflos. Zum Mittag gabs dann noch mal eine Empanada Pino, klassisch Chilenisch. Ca. Halb 5 war dann Jean auch da, um uns zum Flughafen zu bringen – wegen mehr Verkehr auf den Straßen ging es am Anfang auch Kreuz und quer durch die Stadt – guter Abschied 🙂

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