Die letzten Vorbereitungen in Auckland sind erledigt – Tag 12 bis Tag 16

Der Van ist noch in der Werkstatt

Der Wecker klingelte am Freitag um 7:15, es stand der Werkstatttermin bevor. Die Werkstatt war ca. 30 Minuten von uns entfernt und zum Glück verlief der Berufsverkehr in die andere Richtung. Auf Basis der Untersuchung vor dem Kauf lautete die erste Schätzung zu den Kosten 600NZD und „Robin“ sollte gegen Mittag fertig sein. Wir hatten uns für die Zwischenzeit vorgenommen ins Zentrum zu fahren um eine BBH Karte (für Hostels und Rabatt auf einigen Fähren) zu kaufen und auf den Mount Eden, einem Vulkankrater zu gehen. Haben wir dann auch gemacht 🙂 Mit dem Zug ging es ins Zentrum und über ein Hostel hinauf auf den Vulkan mitten in der Stadt. Leider hingen die Wolken tief und die Sicht war nicht sooo gut. In der Innenstadt suchten wir noch nach einem Stativ für die Kameras, waren aber erst einmal vom Preis erschlagen. Da sich auch 14:00 die Werkstatt noch nicht gemeldet hatte, statteten wir ihr ein Besuch ab – unser Van war noch auf der Hebebühne. In einer Mall fanden wir dann einen Fön aber die Stative dort waren eher weniger stabil.

Kurz nach 16:00 Uhr konnten wir unser Auto abholen, für 614 NZD (400€) wurden Motor- und Getriebeöl getauscht, einige Lichter repariert und die Radaufhängung in Schuss gebracht. Die Klimaanlage lassen wir wie sie ist (kaputt) und auch der Endschalldämpfer am Auspuff kann weiter laut sein 🙂
Am Abend gab es richtig leckere Pizza vom Inder zu einem guten Preis (5NZD, 3,30€).

Am Samstag hieß es Großeinkauf für die Reise. Im Chinesischen Supermarkt deckten wir uns mit Nudeln, Pasten, Öl usw. ein und verstauten alles in neu gekauften Plastikkisten unter dem Bett im Van. Was es beim Asiaten nicht gab, besorgten wir im Anschluss. Außerdem mussten wir in ein anderes Zimmer umziehen, weil wir die zweite Woche bei Xavier und Doreen außerhalb von AirBnB gebucht hatten (spart auf beiden Seiten die Provision 🙂 ) und unser Zimmer zwischenzeitlich vermietet wurde.

richtiges Brot 🙂

Xavier empfahl uns am Sonntag den Cornwall Park mit dem One Tree Hill. Der Empfehlung sind wir dann auch gefolgt und verbrachten ein paar Stunden im Park. Als der Himmel dunkler wurde, entschiedenen wir uns gerade noch rechtzeitig zum Auto zu gehen, die letzten 5 Minuten gingen wir schon durch den einsetzenden Sprühregen. Auf dem Rückweg fuhren wir noch einer „deutschen“ Bäckerei vorbei und wurden auch fündig, in „Olafs Backery“ es gab dunkles Brot 🙂
Am späten Nachmittag nutzen wir noch mal die Möglichkeit Wäsche zu waschen, wer weiß, wann wir das noch mal machen können 😉

Als mehr oder weniger letzte „Reisevorbereitung“ ging es am Montag zu einem Baumarkt, um noch Holzkohle und einen Feuerlöscher zu besorgen. Kurz vorher hatten wir auf TradeMe (dem neuseeländischen eBay-Pendant) einen kleinen Grill gekauft, den wir dann auch noch abholten Unser Van ist damit startklar – morgen am Dienstag den 27.06.2017 starten wir dann Richtung Norden in die Region Northland 🙂

Toyota Hiace – Robin

Ich darf vorstellen: „Robin“. Der Van ist unser „Dach über dem Kopf“ für die Zeit in Neuseeland.

Es ist ein  weißer Toyota Hiace Regius aus dem Jahr 2000 mit Hochdach und langem Radstand. Der 3-Liter Diesel Motor hat schon einiges auf dem Buckel, 422.000km, aber schnurrt wie ein lauter Kater und leistet 91 kw (124PS) 🙂 Die Automatik-Schaltung ist etwas langsam aber gerade für die erste Zeit im Linksverkehr eine mega Hilfe.

Der Van ist 4,99m lang, 1,69m breit, 2,27m hoch und wiegt leer 1,7 Tonnen.

Als Luxus gibt es eine Klimaanlage (die nicht geht, aber es ist Winter 🙂 ) und ein Radio mit AUX-Eingang! Eine Sitzheizung gibt es nicht, aber wir sitzen direkt über dem Motor, dass passt auch 🙂

Im hinteren Bereich des Van ist eine kleine Küchenzeile mit Waschbecken, 2 Gas-Feldern und einem kleinen Ofen für Pizzen oder sowas. Außerdem gibt es eine herausnehmbare Bank.

Der Rest des Wagens ist mit einem vollständigen Bett mit richtiger Matratze versehen. Der Bereich unter dem Bett ist Stauraum für Gepäck, Essen und, Kochutensilien und was man so noch braucht.

Robin hat die WOF (eine Art TÜV) bis November 2017.

Autokauf und Reisevorbereitungen in Auckland – Tage 6 bis 12

Lage von Auckland in Neuseeland
Lage von Auckland in Neuseeland

Der erste Freitag in Neuseeland (16.06.) startete mit einem Besuch in einem Tattoo Studio ca. 2km von der Unterkunft entfernt. Nach einer Brandwunde aus Chile und einer OP-Narbe aus Panama war es Zeit für ein selbstbestimmtes dauerhaftes Andenken, in Neuseeland in Form eines Maori-ähnlichen Motives (ein echtes Maori-Motiv finden echte Maoris nicht toll, weil es ihre Kultur zerstört). Sicher war ich mir bei dem Studio trotz vieler guter Bewertungen nicht, aber wir gingen trotzdem hinein, besprachen ein Motiv und vereinbarten einen Termin für den kommenden Montag.
Der Rückweg zu unserer Unterkunft führte wieder über den chinesischen Supermarkt. Neben dem Gemüse wollten wir auch den Fisch probieren, der zum Glück gleich vor Ort filetiert wurde. In einer Lagerhalle nebenan befand sich ein Laden für alles Mögliche, dem wir dann auch noch einen Besuch abstatteten um zu schauen, was wir für den Camper dort besorgen könnten.
Mit vollgepackten Taschen kamen wir gegen 12 Uhr wieder an der Unterkunft an und fingen an zu kochen, für drei Tage, damit wir am Wochenende die Küche der indischen Familie nicht unnötig lange blockieren. Der restliche Nachmittag ging dafür drauf, nach Autos zu schauen und mögliche Verkäufer anzuschreiben.

Kurz vor 5 sind wir dann noch in den Winstone Park gegangen. Der Park ist eine Art Hügel, die Aussicht auf die umliegenden Industriegebiete und der fernen „Skyline“ der Innenstadt ist leider nicht so dolle gewesen.
Immer noch vom Jetlag geplagt, gingen wir früh schlafen.

Wolken über Auckland
Wolken über Auckland

Am Samstag standen wir früh auf, um mit dem Bus zur „Auckland City Car Fair and Car market“ in der Alten Road zu fahren. Der Automarkt ist in der Nähe der Uni und gelinde gesagt ein Witz. Es standen vielleicht 15 Autos verloren auf einem Parkplatz, 3 davon waren Campervans – aber keiner sagte uns zu. Die Vans waren zu klein.
In der Innenstadt besorgten wir auch für Judith einen Prepaid-Telefonkarte von Spark und gingen noch zur Backpacker Carworld, einem auf Campervans spezialisierten Autohändler. Es gab tatsächlich ein Auto was uns prinzipiell zusagte (ein Toyota Hiace Benziner mit 313000km und einer guten Camperausstattung) aber der Preis von 14.000 NZD, rund 9000 Euro, schreckte uns ab. Am Nachmittag schauten wir uns noch ein Auto von einem französischen Pärchen an, was aber leider auch zu klein war. Die Autobesichtigung fand in der Nähe der New Lynn Mall statt, in die wir dann noch einkaufen gingen. In der Unterkunft wartete zum Glück fertiges Essen auf uns 🙂

Sonntag morgen war wieder früh aufstehen angesagt und diesmal war das Ziel der Ellerslie Car Market. Eine ganz andere Liga als der Markt am Vortag, mehr als 100 Autos und auch ca. 10 Campervans. Ziemlich schnell fanden wir auch ein für uns passendes Auto – auch ein Toyota Hiace. Der Van wurde vom belgischen Vorbesitzer letztes Jahr gekauft und dann aus- bzw. umgebaut. In unseren Augen auch sehr professionell mit guten Materialien. Im Vergleich zu dem Auto am Vortag sollte dieser 9.900 NZD kosten, hatte aber kein self containt Zertifikat und keine 230V Stromversorgung/2. Batterie. Dafür war aber das Bett ein echtes Bett und auch so alles sehr hochwertig. Wir schauten uns noch die anderen Autos an aber der Toyota war die einzige Option – für uns auch eine sehr realistische. Es gab auch eine umfassende Dokumentation über durchgeführte Wartungsarbeiten usw. Also fuhren wir mit dem Van zu einer Inspektion direkt auf dem Gelände des Automarktes, bezahlten 140 NZD (91 Euro) und wussten ca. eine Stunde später, dass das Auto keine großen Mängel hat. Da einige kleine Dinge notwendig sind, einigten wir uns auf 9700 NZD (6300 Euro) und fuhren mit dem Besitzer (Robin) zu unserer Unterkunft. Für Robin und für uns war es am besten, eine Überweisung auf sein belgisches Konto vorzunehmen, das spart zwei mal den Währungs-Umtausch-Verlust. Die Übergabe des Autos vereinbarten wir für den kommenden Dienstag.

Den Rest des Tages nutzen wir, um unsere Lebensläufe für Workaway zu vervollständigen und die ersten drei möglichen Hosts im Norden der Nordinsel anzuschreiben. Für alle, die Workaway nicht kennen: auf der Plattform bieten Menschen eine Unterkunft und Essen an und die Gegenleistung sind ca. 4 Stunden Arbeit am Tag. Die Arbeit kann alles mögliche sein: Kochen, Gärtnern, Putzen, Handwerken, Kinder behüten usw.

Am Montag den 19.06. klopfte früh um 4 Uhr der Jetlag an die Tür, wir waren hellwach 🙂 Durch die 10 Stunden Zeitverschiebung nach Deutschland war das aber eine gute Zeit, um unsere Familien anzurufen, was wir dann auch mitten in der Nacht gemacht haben.
Kurz nach 9 Uhr starteten wir dann zur Kiwibank, um zu erfahren, ob es dort eine Autoversicherung für uns gibt. Ergebnis: leider nein – nur für Einheimische. Der Bankberater empfahl uns aber die Versicherung des AA, der neuseeländischen Alternative zum ADAC. In der dritten Filiale und einige Busfahren und Laufkilometer durch stinkende Gewerbegebiete später konnten wir dann AA Mitglied werden und auch eine Versicherung abschließen, 270 Euro für eine Art Vollkasko-Versicherung. Beim Rückweg mit dem Bus verpassten wir die richtige Haltestelle und mussten ein paar Meter extra laufen. Zeit für ein richtiges Essen war dann leider nicht mehr – die Pies aus einer Imbissbude waren aber auch nicht die Besten der Stadt, eher im Gegenteil. Kurz nach 14 Uhr machte ich mich dann auf zum Tattoo Studio während Judith in der Unterkunft blieb um am Reisetagebuch zu schreiben.
Ich war ziemlich nervös aber Julian machte einen routinierten Eindruck. Er hatte einen ca. 15cm langen Entwurf gemalt, den ich auch so gut fand 🙂 Nach 90 Minuten, von denen die ersten 10 Minuten nicht so angenehm waren, war dann das „Kirituhi“ fertig. Julian erklärte mir noch, was ich in der ersten Zeit machen muss, um das Tattoo zu pflegen.
Zurück in der Unterkunft entstand dann u.a. dieser Text.

Am Dienstag wollte Robin uns gegen 12 Uhr sein Auto vorbeibringen und wir wollten den restlichen Papierkram machen. Es dauerte jedoch bis ca. 14:30 Uhr eher er bei uns eintraf. Nach einer Erklärung zu ein paar Dingen am Auto (Wasser/Abwassersystem, Öl und Kühlwasser) füllten wir noch die Ummeldung aus und fuhren gemeinsam zur Post – 10 Minuten später war das Auto auch offiziell unseres 🙂
Robin fuhr mit dem Bus weiter und wir erst einmal zurück zu Unterkunft.
Da der Check vor dem Ankauf ein paar „Baustellen“ ergeben hatte, entschieden wir uns zu der Werkstatt zu fahren, bei welchen auch Robin den Van schon in Schuss bringen lassen. Die erste große Fahrt 🙂 Allerdings dauert es ein wenig, bis wir die Werkstatt gefunden hatten, bzw. die Zufahrt zu dieser. Da wir auch schon in die Hauptverkehrszeit reingekommen waren, wollen wir auch nicht mitten auf der Straße drehen sondern sind zwei mal jeweils 2km bis zum nächsten Kreisverkehr gefahren, um auf die andere Straßenseite zu kommen. In der Werkstatt (Barry Clarke) vereinbarten wir einen Termin für Freitag früh – wäre auch per Telefon gegangen, aber so gab es die erste Fahrpraxis.

Chinese Food
Chinese Food

Mittwoch früh gingen wir erst einmal noch zu den beiden Asia-Märkten unweit unserer Unterkunft, um noch fehlende Sachen zu kaufen: ein Mülleiner, einige Küchenutensilien und Isolierband. Leider gab es keine Bettdecken, die wir angesichts der Jahreszeit noch zusätzlich kaufen wollten. Zum Mittag gingen wir zum ersten mal in Neuseeland essen – in einem asiatischen Restaurant im Gewerbegebiet – hat sich richtig gelohnt und war lecker, das Restaurant war auch voll und wir die einzigen „Europäer“. Mit unserem Van, den wir zwischenzeitlich einfach Robin getauft hatten (wie sein Vorbesitzer) fuhren wir zu einem Bettenladen. Dort gab es leider nur Betten aber keine Decken. Der freundliche Verkäufer empfahl uns aber einen Laden, den wir dann auch einem Besuch abstatten. Im „Bed Bath & Beyond“ wurden wir auch fündig, dank der aktuellen Ausverkaufsphase bekamen wir neue Kopfkissen und Bettdecken auch richtig günstig. Der nächste Stopp war dann eine Outlet-Mall, um zusätzlich Schlafsäcke zu kaufen. Dort war es leider viel zu teuer. Zum Glück war gegenüber eine weitere Filiale von „Bed Bath & Beyond“, in welcher wir kurzerhand einfach noch zwei Decken besorgten. Leider gab es auch dort kein Bettbezug, der wir für erschwinglich hielten (65 Euro für ein Set).

Den Donnerstag Vormittag, es regnete stark, nutzen wir um noch ein paar Work-Away Angebote zu durchsuchen und auch einige Hosts anzuschreiben. Bisher gab es noch kein positives Feedback von den vorherigen „Bewerbungen“. Kurz vor Mittag machten wir uns dann noch mal zu den Asia-Läden vom Vortag auf, da dort Bettwäsche für 13 Euro zu haben war. Vor Ort stellen wir aber fest, dass diese nicht ganz passte. Da wir noch einen Fön kaufen wollten, ging es zu einem großen Laden für alles mögliche – dort gab auch Bettwäsche aber entweder die Größe stand nicht eindeutig drauf oder war viel viel viel zu groß. Einen Fön gab es auch nicht. Durch den Nieselregen also wieder zurück zu, in Ostdeutschland würde man sagen: Fidschi-Laden, um einfach den Bettbezug eine Nummer zu groß zu kaufen. Während am Nachmittag die Waschmaschine und der Trocken auf Hochtouren liefen, kümmerten wir uns im „Robin“: Bett neu beziehen, unsere neuen Sachen verstauen, Scheiben putzen und einfach ein wenig einrichten. Es sieht schon richtig gemütlich aus 🙂

Endlich geht es weiter zum zweiten Teil der Reise – die ersten Tage in Auckland – Tag 1 bis Tag 5

Lage von Auckland in Neuseeland
Lage von Auckland in Neuseeland

Am 11.06.2017 startete Teil zwei der Reise. Mit dem Auto meiner Schwester holte ich Judith bei ihren Bruder ab (zum Mittag gab es Jägerschnitzel) und um ca. 14:30 Uhr starteten wir in Hann.Münden. Kaum auf der Autobahn Richtung Frankfurt standen wir auch im Stau, der bis Kassel andauern sollte.

Erst kurz nach 17:00 Uhr kamen wir in Dieburg an, holten noch mein Gepäck und dann meine Schwester im Freibad ab (dort gab es noch ein mitgebrachtes Rotwurst-Brot) und fuhren mit ihr zum Frankfurter Flughafen.

Von der automatischen Gepäckaufgabe schickte man uns wegen unserer Rucksäcke zur Gepäckabgabe „mit Menschen“. Sehr gut, dort bekamen wir auch richtige Tickets 🙂

Bevor wir zum stressfreien Security-Check gingen, saßen wir noch für sicher eine Stunde in einem Restaurant, tranken mitgebrachten Cider und buchten einen Flug aus Neuseeland nach Australien (ein Weiterflugticket ist eine Einreisebedingung). Das WLAN war zwar gratis aber gefühlt das Langsamste aller Flughäfen. Selbst im Mini-Flughafen von Quito war das anders.

Nach 90 Minuten Wartezeit am Gate startete das Boarding in den Airbus A380 – unsere Sitze waren in der oberen Etage. In der Gepäckablage direkt über unseren Sitzen entdeckten wir Hausschuhe und schnappten uns gleich zwei davon. Kurze Zeit später fragte uns ein anderer Passagier, wo wir die her haben. Als ich ihm auch ein Paar reichen wollte, kam jemand von der Crew, um uns darauf hinzuweisen, dass es Schuhe für die Business Class waren. Unsere durften wir trotzdem behalten 🙂 Der erste Flug mit der Lufthansa nach Hongkong ging um 22:10 Uhr pünktlich in die Luft und war zwischenzeitlich ziemlich ruckelig. Dafür war der Stuart echt ein Netter und zumindestens das Abendessen für Flugzeugessen richtig gut.

Nach rund 10 Stunden war dann Hongkong erreicht – Ortszeit 15:00 Uhr. Wir hatten knapp 4 Stunden Aufenthalt, die wir dazu nutzen uns die Beine zu vertreten und etwas lokales zu essen – Nudelsuppe mit Stäbchen 🙂 Für ein Schnäppcheneinkauf bietet sich der Flughafen nicht an. Kamerazubehör hatte jedenfalls auch im Dutyfree-Bereich einen vergleichbaren Preis zu Deutschland. Kurz nach 19 Uhr startete der zweite Nachtflug mit Ziel Auckland.

Beim Boarding musste ich mein Visa und auch mein Weiterflugticket vorzeigen – war also gut das in Frankfurt schon zu buchen. Die erste Flugstunde war dann geprägt von Turbulenzen – langsam reicht das für dieses Jahr..

An Schlafen war auch diesmal nicht wirklich zu denken, obwohl wir total fertig waren. Zum Glück war dann am Dienstag,, 13.06. um halb 10 Neuseeland erreicht. Die Einreise verlief echt problemlos, der Grenzbeamte hat uns offenbar auch angesehen, dass wir müde waren und scherzte sogar mit uns. Auch bei der Bio-Security gab es keine Probleme, ein Blick auf unsere gut geputzten Schuhe war genug 🙂

Auch auf dem Fußweg richtig laufen :-)
Auch auf dem Fußweg richtig laufen 🙂

Nach dem wir noch eine Telefon-Karte gekauft hatten, ging es mit den Bus in Richtung unserer ersten Unterkunft. Wir konnten vor der Abfahrt dem Fahrer sagen, wo er anhalten sollte und das hat er auch gemacht. Nach 10 Minuten zu Fuß (teilweise durch Regen..) waren wir am Ziel. Mit den Besitzern hatten wir vereinbart, dass sie uns den Schlüssel hinlegen – nur wo stand nicht fest. Zum Glück hatten wir schon die Telefonkarte und schnell meldete sich auch die Tochter der beiden Besitzer und wir fanden den Schlüssel. Eine warme Dusche später fühlten wir uns auch wieder fast normal und gingen erst einmal in den nahe gelegenen Supermarkt um etwas Essen für die ersten Tage einzukaufen. Dort wurden wir von den Preisen überrascht, denn für rund 40 Euro gab es nicht all  zu viel – hatten wir von unserer ersten Reise nicht so in Erinnerung.

Eigentlich hatten wir uns vorgenommen bis mindestens 18 Uhr wach zu bleiben, damit der Jetlag nicht so schlimm wird – aber keine Chance. Kurz vor 16 Uhr ging nix mehr und erst am nächsten Morgen gegen 08:00 Uhr standen wir wieder auf. Nach dem Frühstück ging es mit dem Linienbus in die Innenstadt. Während der 30 Minuten Fahrt ging es gefühlt 10 Minuten nur an Werbeschildern auf Mandarin vorbei – es sah aber gar nicht nach China-Town aus. Dennoch der erste Eindruck: die Chinesen haben sich in Auckland eingekauft. In der Innenstadt wollten wir zu erst ein Bankkonto eröffnen. Das sollte aber an diesem Tag noch nicht klappen. Eine Bank gab uns einen Termin für den Freitag und eine weitere Bank empfahl uns, etwas außerhalb von Downtown ein Konto zu eröffnen – das erwies sich als guter Ratschlag.

In der Touristeninformation deckten wir uns mit Flyern ein und kauften in einem nahe gelegenen Shop eine HOP Karte für den Bus, mit welcher die Busfahrten auch günstiger sind. Was uns eher negativ aufgefallen war: die Stadt war relativ voll und an jeder Ecke wurde gebaut, wodurch es sehr laut war. In unserer Erinnerung war Auckland zwar eine Millionenstadt aber alles war weitläufig verteilt und es war leiser.

Entspannung am Hafen
Entspannung am Hafen

Mit einem Kaffee in der Hand ging es dann an den Queens-Pier – die Sonne und dort auch die Ruhe genießen 🙂 Gegen 14 Uhr machten wir uns dann auf den Rückweg durch das Zentrum zu der Bushaltestelle und fuhren zurück zur Unterkunft. Auf dem Rückweg entdeckten wir ganz in der Nähe unserer Unterkunft noch eine Filiale der Kiwi-Bank (die gleichzeitig immer auch eine Post ist) und statteten dieser noch einen Besuch ab. Dort bekamen wir gleich für den nächsten Tag einen Termin – 10 Uhr morgens. Wir sollten unsere Pässe und Visas mitbringen und ein „Proof of Address“, etwas womit wir unsere aktuelle Adresse nachweisen können. Wir fragen dann unseren Vermieter, ob er ein handschriftliches Schreiben verfassen könnte, in dem er uns bestätige, dass wir bei ihm wohnen. Seine erste Reaktion bzw. der Gesichtsausdruck ließ uns zweifeln, ob er es macht aber im Laufe des Abends bekamen wir das Schreiben vom ihm genauso wie eine aktuelle Rechnung der Wasserwerke. Perfekt 🙂 Außerdem verriet uns Xavier, dass es in der nähe noch einen günstigen chinesischen Supermarkt gibt.

Unsere beiden Gastgeber Doreen und Xavier sind auch so richtig richtig nett gewesen. Beide sind Lehrer und kommen ursprünglich aus Indien (was man in der Küche auch riecht 🙂 ) Wer als mal nach Auckland kommt und nicht direkt in Downtown übernachten will, ist in Mt Roskill richtig.

Den Abend nutzen wir dann, um Judith ihren Lebenslauf zu aktualisieren und nach Autos zum Kauf zu suchen.

Am Donnerstag, 15.06., wachten wir kurz nach 09:00 Uhr erschrocken auf – wir hätten doch einen Wecker gebraucht 🙂 Da wir aber gesehen hatten, dass das Terminbuch bei der Kiwibank nicht so voll war und wir außerdem in Neuseeland sind, machten wir uns keinen Stress und waren noch im akademischen Viertel bei der Bank. Die Kontoeröffnung war echt problemlos und Judith konnte auch gleich ihre Steuernummer beantragen. Von der Kiwibank aus wollten wir eigentlich direkt zu dem chinesischen Supermarkt gehen – aber das wurde so schnell nix. In einem Wohngebiet sahen wir einen älteren Mann in einem Grünstreifen zwischen Fußweg und Straße liegen. Sein Rollstuhl lag auf ihm und das Gesicht war einseitig voller Blut. Kurz zuvor musste Peter gestürzt sein, auf der Stirn klaffte eine große Wunde. Eine vorbei kommenden Frau baten wir, einen Krankenwagen zu rufen, worauf hin sie nach Hause zurück ging und 2-3 Minuten später mit ihrem Mann wieder an Ort und Stelle war. Das Telefonat mit der Rettungszentrale irritierte uns, denn offenbar brauchte es ca. fünf Minuten an Argumentation, bevor ein Krankenwagen losgeschickt wurde. Dieser war dann zum Glück relativ schnell da, denn Peter drängte uns die ganze Zeit, ihn in den Rollstuhl zu setzen, damit er fahren kann – „I can fix it myself“.. No! Mit dem Krankenwagen wurden er dann in ein Krankenhaus gefahren, denn die Wunde musste gesäubert und genäht werden. John, der Mann der Frau welche den Notdienst gerufen hatte, lud uns dann für die nächsten Tage noch auf einen Kaffee ein, da er ganz in der Nähe wohnte.

Künstliches Fleisch mit Sauerkraut Geschmack..
Was es nicht alles gibt: künstliches Fleisch mit Sauerkraut Geschmack..

Wir gingen aber erst einmal zur Unterkunft zurück und dann einkaufen. Der chinesische Supermarkt war auch echt günstiger als die große Kette zwei Tage zuvor, das Gemüse war auch nicht in Hochganz-Verpackungen verschweißt. Zum Mittag gab es dann ein Mix aus Möhren, Brokkoli, Mangold, Lauch, Knoblauch, Zwiebeln, Pilzen und chinesischen Nudeln 🙂