Autokauf und Reisevorbereitungen in Auckland – Tage 6 bis 12

Lage von Auckland in Neuseeland
Lage von Auckland in Neuseeland

Der erste Freitag in Neuseeland (16.06.) startete mit einem Besuch in einem Tattoo Studio ca. 2km von der Unterkunft entfernt. Nach einer Brandwunde aus Chile und einer OP-Narbe aus Panama war es Zeit für ein selbstbestimmtes dauerhaftes Andenken, in Neuseeland in Form eines Maori-ähnlichen Motives (ein echtes Maori-Motiv finden echte Maoris nicht toll, weil es ihre Kultur zerstört). Sicher war ich mir bei dem Studio trotz vieler guter Bewertungen nicht, aber wir gingen trotzdem hinein, besprachen ein Motiv und vereinbarten einen Termin für den kommenden Montag.
Der Rückweg zu unserer Unterkunft führte wieder über den chinesischen Supermarkt. Neben dem Gemüse wollten wir auch den Fisch probieren, der zum Glück gleich vor Ort filetiert wurde. In einer Lagerhalle nebenan befand sich ein Laden für alles Mögliche, dem wir dann auch noch einen Besuch abstatteten um zu schauen, was wir für den Camper dort besorgen könnten.
Mit vollgepackten Taschen kamen wir gegen 12 Uhr wieder an der Unterkunft an und fingen an zu kochen, für drei Tage, damit wir am Wochenende die Küche der indischen Familie nicht unnötig lange blockieren. Der restliche Nachmittag ging dafür drauf, nach Autos zu schauen und mögliche Verkäufer anzuschreiben.

Kurz vor 5 sind wir dann noch in den Winstone Park gegangen. Der Park ist eine Art Hügel, die Aussicht auf die umliegenden Industriegebiete und der fernen „Skyline“ der Innenstadt ist leider nicht so dolle gewesen.
Immer noch vom Jetlag geplagt, gingen wir früh schlafen.

Wolken über Auckland
Wolken über Auckland

Am Samstag standen wir früh auf, um mit dem Bus zur „Auckland City Car Fair and Car market“ in der Alten Road zu fahren. Der Automarkt ist in der Nähe der Uni und gelinde gesagt ein Witz. Es standen vielleicht 15 Autos verloren auf einem Parkplatz, 3 davon waren Campervans – aber keiner sagte uns zu. Die Vans waren zu klein.
In der Innenstadt besorgten wir auch für Judith einen Prepaid-Telefonkarte von Spark und gingen noch zur Backpacker Carworld, einem auf Campervans spezialisierten Autohändler. Es gab tatsächlich ein Auto was uns prinzipiell zusagte (ein Toyota Hiace Benziner mit 313000km und einer guten Camperausstattung) aber der Preis von 14.000 NZD, rund 9000 Euro, schreckte uns ab. Am Nachmittag schauten wir uns noch ein Auto von einem französischen Pärchen an, was aber leider auch zu klein war. Die Autobesichtigung fand in der Nähe der New Lynn Mall statt, in die wir dann noch einkaufen gingen. In der Unterkunft wartete zum Glück fertiges Essen auf uns 🙂

Sonntag morgen war wieder früh aufstehen angesagt und diesmal war das Ziel der Ellerslie Car Market. Eine ganz andere Liga als der Markt am Vortag, mehr als 100 Autos und auch ca. 10 Campervans. Ziemlich schnell fanden wir auch ein für uns passendes Auto – auch ein Toyota Hiace. Der Van wurde vom belgischen Vorbesitzer letztes Jahr gekauft und dann aus- bzw. umgebaut. In unseren Augen auch sehr professionell mit guten Materialien. Im Vergleich zu dem Auto am Vortag sollte dieser 9.900 NZD kosten, hatte aber kein self containt Zertifikat und keine 230V Stromversorgung/2. Batterie. Dafür war aber das Bett ein echtes Bett und auch so alles sehr hochwertig. Wir schauten uns noch die anderen Autos an aber der Toyota war die einzige Option – für uns auch eine sehr realistische. Es gab auch eine umfassende Dokumentation über durchgeführte Wartungsarbeiten usw. Also fuhren wir mit dem Van zu einer Inspektion direkt auf dem Gelände des Automarktes, bezahlten 140 NZD (91 Euro) und wussten ca. eine Stunde später, dass das Auto keine großen Mängel hat. Da einige kleine Dinge notwendig sind, einigten wir uns auf 9700 NZD (6300 Euro) und fuhren mit dem Besitzer (Robin) zu unserer Unterkunft. Für Robin und für uns war es am besten, eine Überweisung auf sein belgisches Konto vorzunehmen, das spart zwei mal den Währungs-Umtausch-Verlust. Die Übergabe des Autos vereinbarten wir für den kommenden Dienstag.

Den Rest des Tages nutzen wir, um unsere Lebensläufe für Workaway zu vervollständigen und die ersten drei möglichen Hosts im Norden der Nordinsel anzuschreiben. Für alle, die Workaway nicht kennen: auf der Plattform bieten Menschen eine Unterkunft und Essen an und die Gegenleistung sind ca. 4 Stunden Arbeit am Tag. Die Arbeit kann alles mögliche sein: Kochen, Gärtnern, Putzen, Handwerken, Kinder behüten usw.

Am Montag den 19.06. klopfte früh um 4 Uhr der Jetlag an die Tür, wir waren hellwach 🙂 Durch die 10 Stunden Zeitverschiebung nach Deutschland war das aber eine gute Zeit, um unsere Familien anzurufen, was wir dann auch mitten in der Nacht gemacht haben.
Kurz nach 9 Uhr starteten wir dann zur Kiwibank, um zu erfahren, ob es dort eine Autoversicherung für uns gibt. Ergebnis: leider nein – nur für Einheimische. Der Bankberater empfahl uns aber die Versicherung des AA, der neuseeländischen Alternative zum ADAC. In der dritten Filiale und einige Busfahren und Laufkilometer durch stinkende Gewerbegebiete später konnten wir dann AA Mitglied werden und auch eine Versicherung abschließen, 270 Euro für eine Art Vollkasko-Versicherung. Beim Rückweg mit dem Bus verpassten wir die richtige Haltestelle und mussten ein paar Meter extra laufen. Zeit für ein richtiges Essen war dann leider nicht mehr – die Pies aus einer Imbissbude waren aber auch nicht die Besten der Stadt, eher im Gegenteil. Kurz nach 14 Uhr machte ich mich dann auf zum Tattoo Studio während Judith in der Unterkunft blieb um am Reisetagebuch zu schreiben.
Ich war ziemlich nervös aber Julian machte einen routinierten Eindruck. Er hatte einen ca. 15cm langen Entwurf gemalt, den ich auch so gut fand 🙂 Nach 90 Minuten, von denen die ersten 10 Minuten nicht so angenehm waren, war dann das „Kirituhi“ fertig. Julian erklärte mir noch, was ich in der ersten Zeit machen muss, um das Tattoo zu pflegen.
Zurück in der Unterkunft entstand dann u.a. dieser Text.

Am Dienstag wollte Robin uns gegen 12 Uhr sein Auto vorbeibringen und wir wollten den restlichen Papierkram machen. Es dauerte jedoch bis ca. 14:30 Uhr eher er bei uns eintraf. Nach einer Erklärung zu ein paar Dingen am Auto (Wasser/Abwassersystem, Öl und Kühlwasser) füllten wir noch die Ummeldung aus und fuhren gemeinsam zur Post – 10 Minuten später war das Auto auch offiziell unseres 🙂
Robin fuhr mit dem Bus weiter und wir erst einmal zurück zu Unterkunft.
Da der Check vor dem Ankauf ein paar „Baustellen“ ergeben hatte, entschieden wir uns zu der Werkstatt zu fahren, bei welchen auch Robin den Van schon in Schuss bringen lassen. Die erste große Fahrt 🙂 Allerdings dauert es ein wenig, bis wir die Werkstatt gefunden hatten, bzw. die Zufahrt zu dieser. Da wir auch schon in die Hauptverkehrszeit reingekommen waren, wollen wir auch nicht mitten auf der Straße drehen sondern sind zwei mal jeweils 2km bis zum nächsten Kreisverkehr gefahren, um auf die andere Straßenseite zu kommen. In der Werkstatt (Barry Clarke) vereinbarten wir einen Termin für Freitag früh – wäre auch per Telefon gegangen, aber so gab es die erste Fahrpraxis.

Chinese Food
Chinese Food

Mittwoch früh gingen wir erst einmal noch zu den beiden Asia-Märkten unweit unserer Unterkunft, um noch fehlende Sachen zu kaufen: ein Mülleiner, einige Küchenutensilien und Isolierband. Leider gab es keine Bettdecken, die wir angesichts der Jahreszeit noch zusätzlich kaufen wollten. Zum Mittag gingen wir zum ersten mal in Neuseeland essen – in einem asiatischen Restaurant im Gewerbegebiet – hat sich richtig gelohnt und war lecker, das Restaurant war auch voll und wir die einzigen „Europäer“. Mit unserem Van, den wir zwischenzeitlich einfach Robin getauft hatten (wie sein Vorbesitzer) fuhren wir zu einem Bettenladen. Dort gab es leider nur Betten aber keine Decken. Der freundliche Verkäufer empfahl uns aber einen Laden, den wir dann auch einem Besuch abstatten. Im „Bed Bath & Beyond“ wurden wir auch fündig, dank der aktuellen Ausverkaufsphase bekamen wir neue Kopfkissen und Bettdecken auch richtig günstig. Der nächste Stopp war dann eine Outlet-Mall, um zusätzlich Schlafsäcke zu kaufen. Dort war es leider viel zu teuer. Zum Glück war gegenüber eine weitere Filiale von „Bed Bath & Beyond“, in welcher wir kurzerhand einfach noch zwei Decken besorgten. Leider gab es auch dort kein Bettbezug, der wir für erschwinglich hielten (65 Euro für ein Set).

Den Donnerstag Vormittag, es regnete stark, nutzen wir um noch ein paar Work-Away Angebote zu durchsuchen und auch einige Hosts anzuschreiben. Bisher gab es noch kein positives Feedback von den vorherigen „Bewerbungen“. Kurz vor Mittag machten wir uns dann noch mal zu den Asia-Läden vom Vortag auf, da dort Bettwäsche für 13 Euro zu haben war. Vor Ort stellen wir aber fest, dass diese nicht ganz passte. Da wir noch einen Fön kaufen wollten, ging es zu einem großen Laden für alles mögliche – dort gab auch Bettwäsche aber entweder die Größe stand nicht eindeutig drauf oder war viel viel viel zu groß. Einen Fön gab es auch nicht. Durch den Nieselregen also wieder zurück zu, in Ostdeutschland würde man sagen: Fidschi-Laden, um einfach den Bettbezug eine Nummer zu groß zu kaufen. Während am Nachmittag die Waschmaschine und der Trocken auf Hochtouren liefen, kümmerten wir uns im „Robin“: Bett neu beziehen, unsere neuen Sachen verstauen, Scheiben putzen und einfach ein wenig einrichten. Es sieht schon richtig gemütlich aus 🙂