Mit diesem Blogpost m├Âchte ich ganz wertfrei ­čÖé den Wahlkampf der PIRATEN Th├╝ringen zusammenfassen und auch gleichzeitig einen, nat├╝rlich rein subjektiven, Ausblick auf die kommenden drei Wahlk├Ąmpfe geben. Gr├╝nde f├╝r unsere Abschneiden m├Âchte ich hier noch nicht suchen. Dazu m├╝ssen wir erst einmal alles aufarbeiten.

Aber von vorne:
Nach der letzten Vorstandswahl im Landesverband Th├╝ringen stand der neue Vorstand vor dem Problem, dass die LV-interne Organisation der Bundestagswahl noch nicht so weit fortgeschritten war, wie sie h├Ątte sein k├Ânnen.
Au├čerdem lag so eine Bef├╝rchtung im Raum, dass wir nur mit sehr wenigen Piraten den Wahlkampf meistern m├╝ssen.
Die Planungsr├╝ckst├Ąnde konnten wir ziemlich fix aufholen und auch die Anzahl der aktiven Mitglieder im Wahlkampf war gef├╝hlt doppelt so hoch, wie erwartet.
In dem Sinne schon mal: Danke an euch da drau├čen, dass wir so einen guten Wahlkampf hingelegt haben!
Wir haben fast in jedem Landkreis in Th├╝ringen fl├Ąchenm├Ą├čig plakatiert und auch in den jeweils „gro├čen“ St├Ądten Infost├Ąnde durchgef├╝hrt.
Gerade die „Randgebiete“ hatten wir (der aktuelle LaVo ­čÖé ) als Sorgenkinder betrachtet. Aber auch da lief es – wenn auch nur jeweils mit ein bis zwei Menschen vor Ort – und das ist echt 1A.

F├╝r die Organisation des Wahlkampfes gab es eine Ausschreibung auf LV-Ebene. Beworben daf├╝r hatte sich niemand. Also mussten wir das innerhalb des LaVos organisieren. Im Rahmen der Aufgabenverteilung hat Wilm die Strategie/Aktionen ├╝bernommen und ich die allgemeine Orga. Soweit so gut.
Nat├╝rlich bleiben Fehler nicht aus.
Ein mittelm├Ą├čiger Fail war das mit den Plakatierungsgenehmigungen. Wir haben im April alle rund 930 Gemeinden ein TH angeschrieben und um Genehmigungen f├╝r das Plakatieren und f├╝r Infost├Ąnde gebeten. Von den Gemeinden haben auch einige sehr schnell geantwortet – aber eben nicht alle. Dann Mitte August – mitten im Wahlkampf – sind die Antworten, u.a. mit Auflagen f├╝r Plakatierungen in Gemeinden, wo wir l├Ąngst aufgehangen hatten, eingetrudelt.
Dieser Punkt muss zu den n├Ąchsten Wahlk├Ąmpfen anders laufen – die Genehmigungen werden wir sp├Ąter anfragen oder da, wo es Kreisverb├Ąnde gibt, m├╝ssen das im besten Fall die KVs ├╝bernehmen. Der Rest wird vom LV aus erledigt.
Das Tool, in dem die Genehmigungen eingetragen wurden (das Eintragen ist eine echte Sklavenarbeit – danke an die beiden, die das machen), macht imao was es machen soll. Richtig schick w├Ąre nat├╝rlich noch eine Verkn├╝pfung mit der Plakateapp – dass muss aber erstmal jemand coden. Die Plakateapp (also wo die Standorte eingetragen wurden) an sich muss auch verbessert werden. Das liegt aber in der Hand der Entwickler. Die Abst├╝rze nerven und es ist gef├╝hlt zu langsam. Dennoch war es brauchbar.
Von der allgemeinen Organisation her h├Ątte es auch besser laufen k├Ânnen. (Achtung: jammern auf hohen Niveau:) Ich finde es z.B. traurig, wenn auf Anfragen in Richtung der Kandidaten oder der Kreisvorst├Ąnde immer nur die Gleichen reagieren – aber nie alle.
Und die, die nicht reagieren, stellen dann immer wieder lustige Forderungen oder f├╝hlen sich nicht informiert. Der schwarze Peter liegt dann beim LaVo. Auf Wunsch eines KVs werden die Orgarunden der AG Wahlkampf z.B. im Wechsel Mittwochs – Donnerstags veranstaltet. Die Terminkollissionsbarriere wurde abgebaut – aus dem betroffenen Kreisvorstand ist dennoch kaum jemand da. Das ist aber auch nur ein Beispiel, es gibt noch andere, die ich nicht alle aufz├Ąhlen will.
In den kommenden Wahlk├Ąmpfen k├Ânnen wir uns das nicht mehr erlauben. Also wenn jemand eine Frage stellt – auch eine kleine Orga-Frage – bitte beantwortet die zeitnah. Auch Leermeldungen oder ein „Nein“ tragen zur Kl├Ąrung von Fragen bei. Dieses Ausbleiben von Feedback kostet extra Kraft und Nerven. Und die meisten Antworten sind in weniger als eine Minute verfasst. (Die letzten S├Ątze betreffen nat├╝rlich nicht alle Kandidaten oder alle Kreisvorst├Ąnde – wer sich angesprochen f├╝hlt, kann sich den Schuh gerne anziehen).

Finanzen

So ein Wahlkampf ben├Âtigt nat├╝rlich auch eine Finanzierung. Der Gro├čteil des Wahlkampfes 2013 wurde aus den┬áR├╝cklagen der letzten Jahre finanziert – und nat├╝rlich von Mitgliedsbeitr├Ągen und Spenden aus 2013 sowie der staatlichen Parteienfinanzierung.
Leider ist aktuell die Quote der Beitragszahler auch nicht so hoch, wie wir das gerne h├Ątten. Auf die monatlichen Zahlungserinnerungen folgen zwar immer wieder ein paar Zahlungseing├Ąnge, aber von den angepeilten 80% Beitragszahlern sind wir dennoch deutlich entfernt (aktuell bei knapp ├╝ber 60%). Auch der geplante bzw. erhoffte Spendeneingang auf LV-Seite wurde nicht erreicht.
Mit den Kreisverb├Ąnden haben wir vereinbart, dass wir die Mittel aus der Parteienfinanzierung nicht weiter in die Untergliederungen verteilen und stattdessen das Material zentral einkaufen und dann allen zur Verf├╝gung stellen. Das hat imao problemlos geklappt.
Den gleichen Weg werden wir auch 2014 gehen. Das ist imao auch der beste Plan – weil ansonsten die Gliederungen entweder einzeln Flyer usw. f├╝r einen h├Âheren Preis kaufen, oder auch wieder das Geld┬á zusammenlegen und damit mehr Orgaaufwand entsteht.

Hier stellt sich nat├╝rlich die Frage, wie die KVs bzw. die Mitglieder Einfluss auf das nehmen k├Ânnen, was bestellt wird, wenn der Landesvorstand auf dem Geld sitzt. Ganz einfach: Die AG Wahlkampf entscheidet, was bestellt wird. Der LaVo stellt nur das Budget zur Verf├╝gung. Und ├╝berhaupt: In diesem Wahlkampf gab es auf Landesebene einfach gesagt nur zwei relevante „Gremien“. Die AG Presse/├ľffentlichkeitsarbeit und die AG Wahlkampf. Dort wurden die Entscheidungen getroffen – more info

von allen Anwesenden.
Das ist u.a. ein Grund, warum die Landesvorstandssitzungen eben keine drei Stunden mehr dauern – denn der LaVo hat nicht ├╝ber die Farbe der Aufkleber oder die Motive der Plakate zu entscheiden. Im LaVo sind maximal sieben Piraten stimmberechtigt – in den AGs jeder, falls er teilnimmt.
F├╝r die, die gerne wieder dreist├╝ndige Landesvorstandssitzungs-Audioaufzeichnungen f├╝r ihre n├Ąchste Zugfahrt haben wolllen: Wir k├Ânnen den Kram gerne im LaVo entscheiden – aber sinnvoll ist das nicht. Ich f├╝r meinen Teil habe kaum Ahnung von Design usw., deswegen ├╝berlasse ich das lieber anderen. Und das bringt mich zu einem weiteren Punkt: Wir alle m├╝ssen lernen zu erkennen, ob etwas aus unserer subjektiven Sicht schick ist oder ob es uns als Partei n├╝tzt. Nicht beides passt immer zusammen.
Klar, jeder hat pers├Ânliche Vorlieben und einer mag bestimmt auf allen Plakaten Katzenbilder haben und der andere auch Filzhunde. Aber n├╝tzt uns das pers├Ânliche „gef├Ąllt mir, muss ich haben-Hundebabysyndrom“? Nein.
Im Wahlkampf m├╝ssen die pers├Ânlichen Vorlieben und W├╝nsche auch mal zur├╝ckgestellt werden – zu Gunsten des Wahlkampfes. (Ich geh├Âre ja zu den Maximalforderern, deswegen w├╝rden die Spr├╝che bei mir gaaaanz anders ausfallen – weniger weichgesp├╝lt. Ich wei├č aber, das ich da nicht mehrheitsf├Ąhig bin und hab deswegen nicht bei der Diskussionsrunde zu den Plakate dazu ein Fass aufgemacht. Das h├Ątte bestimmt zwei, drei Stunden gekostet – gebracht h├Ątte es nix.)

Zum Thema Finanzen findet ihr hier eine ├ťbersicht der beschlossenen Budgets und was wir davon angeschafft haben. Als Verteilregel galt generell: Jeder Wahlkreis bekommt 1/9 der bestellten Dinge – weil wir neun Wahlkreise hatten.

Zur Zukunft:

Ich nehme an, dass im Oktober 2013 kaum etwas passieren wird, denn wir werden alle fertig vom Wahlkampf sein.
Ab November 2013 k├Ânnen wir aber schon mit der Planung des Landtagswahlkampfes und der Kommunalwahlk├Ąmpfe beginnen. Und das sollten wir auch, denn zwischendrin, vermutlich zeitgleich mit den Kommunalwahlen, findet auch die EU-Wahl statt.

Es startet also in zwei bis drei Monaten die Operation Gr├╝ne raus – Piraten rein.

F├╝r die EU-Wahl werden wir kaum eigenes Budget haben. Das muss „der Bund ­čÖé “ bezahlen. Mit den bisher gemachten Erfahrungen bzgl. der Finanzierung werden wir f├╝r die Landtagswahl ca. 35.000 Euro brauchen, denn wir werden nicht unbedingt gro├če St├╝ckzahlen an Hohlkammerplakaten – wie jetzt bundesweit – bestellen k├Ânnen und bezahlen daher einen h├Âheren St├╝ckpreis. Insgesamt denke ich, dass wir wohl 10.000 Plakate aufh├Ąngen k├Ânnten – inkl. der Restbest├Ąnde aus der aktuellen Bundestagswahl.
Meine Vorstellung w├Ąre: Die Hohlkammerplakate von der BTW k├Ânnen wir zur EU-Wahl teilweise wiederverwenden. Die Hartfaserplatten k├Ânnen zur Kommunalwahl und zur Landtagswahl als Tr├Ąger f├╝r die Direktkandidatenplakate dienen (da werden wir nicht so viele Plakate bestellen, dass sich Hohlkammer lohnt). F├╝r die LTW werden wir so 5 Motive mit je 1000 Hohlkammerplakten drucken lassen k├Ânnen – weil wir kaum mehr Geld haben werden. Im besten Fall k├Ânnen wir die Plakate von April (EU/Kommunalwahl) bis August (LTW, vermutlich) h├Ąngen lassen.
Weiterhin wird der dann aktive Landesvorstand den Piraten vor Ort bzgl. der Kommunalwahl finanziell helfen m├╝ssen – vor allem in den Regionen ohne eigenen Kreisverband – denn die Kommunalwahlen laufen ├╝ber Gesichter und Personen, was wiederrum hei├čt, dass wir lokal angepasste Werbemittel (Flyer, Plakate) brauchen und daher wiederum wenig von gro├čen Bestellungen profitieren und das einzelne Produkt damit teurer wird.

Hier noch ein paar pers├Ânliche Erfahrungen, die ich gerne in den kommenden Wahlk├Ąmpfen umgesetzt sehen w├╝rde:

1. Organisation: Flyertexte usw. k├Ânnen viel fr├╝her fertig sein, um in der hei├čen Phase die Leute nicht an ein Pad mit Texten oder an Photoshop zu binden. Mit dem aktuellen Zeitplan des LaVo halte ich das f├╝r m├Âglich, da die Parteitage f├╝r die Landtagswahlprogrammerstellung so gelegt sind, dass wir genug Vorlauf haben. (Der ab Nov. neue LaVo kann das nat├╝rlich dann anders entscheiden.)

Plakat_Mindeslohn2_thumb2. Plakate: Unsere Plakate sind nicht lesbar. Auch mit Textkenntnis kann ich den Text beim Vorbeifahren nicht lesen. Mein Traum w├Ąre: Orangener Hintergrund wie jetzt – Logo unten aber ├╝ber die volle A1-Breite und ausschlie├člich die gro├čen Textboxen noch gr├Â├čer, so maximal 4-5. Keine Hunde, keine Katzen, keine Gesichter (und wenn Gesichter, dann nur und extra Direktkandidatenplakate). Also so, wie ihr das hier sehen k├Ânnt. (Oder so. Das ist nur ein Entwurf)

3. Kommunikation: Ich w├╝rde mich freuen, wenn die Kandidaten und Kreisvorst├Ąnde auf Anfragen zeitnah antworten. Gleiches gilt auch andersrum: Wenn ihr eine Frage habt oder euch einen anderen Modus w├╝nscht – sagt es uns.

4. Plakatgenehmigungen: Da machen wir gerade die oben beschriebene Erfahrung, die uns lehrt: Sp├Ąter anfragen – und ggf. auch nicht f├╝r alle zentral.

5. Materialfluss: Der kann so bleiben. Wir haben die Materialien gut verteilt bekommen.

6. Bitte steckt pers├Ânliche Pr├Ąferenzen zur├╝ck und bitte┬▓: Schon f├╝nfmal diskutierte Dinge m├╝ssen nicht noch ein sechstes Mal diskutiert werden.

Sch├Ân w├Ąre es, wenn wir nach der BTW ein Plenum halten k├Ânnten, auf dem sich alle Wahlk├Ąmpfer treffen und da eine Auswertung machen. Generell sehe ich uns aber auf einem guten Weg.

Danke noch mal an alle, die uns bisher dabei geholfen haben! Der Wahlkampf war Gro├čartig. Das Ergebnis leider nicht.

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