Überall in Pucon - Wegweiser um vom Vulkan wegzukommen.
Überall in Pucon – Wegweiser um vom Vulkan wegzukommen.

Am Mittwoch, 09.11., hatte uns Christa so gegen 17:30 Uhr nach Pucón gefahren.

Dort ging es nur kurz ins Hostel (mit Doppelstockbett) und dann direkt zu Summit Chile, um unsere Tour auf den Vulkan Villarrica final buchen und die Kleidung, die wir dort gestellt bekommen, anprobieren.

In der Agentur mussten wir erst einmal 2 Formulare ausfüllen wobei auf dem Ersten am Ende ein fett gedruckter Absatz stand, in dem 3 mal das Wort tödlich vorkam.. da haben wir uns dann erstmal angeschaut, aber am Ende doch unterschrieben. Dann ging es zur Anprobe: Mit meiner Schuhgröße waren die zwar leicht überfordert aber kurzerhand ging es mit einem Angestellten zu einer anderen Agentur um da passende Schuhe auszuleihen.

Nach dem alle Kleidung: spezielle Überziehhosen, Schuhe, Handschuhe und Jacke gepasst haben, bekamen wir noch eine „Mitbringliste“ für den nächsten Tag: mind. 2 Liter Wasser, Mandarinen, Schokolade und belegte Brote. Außerdem sollten wir zum Abendessen Pasta essen und viel Wasser trinken. Das haben wir dann auch, nach dem der Einkauf erledigt war, gemacht.

Am Abend wieder zurück im Hostel haben wir noch die Brötchen für den nächsten Tag geschmiert und konnten dabei einer Schnecke zuschauen, wie sie über die Spüle gekrochen ist…

Am Donnerstag hat der Wecker um 5:30 Uhr geklingelt und kurz nach 6 sind wir zur Agentur aufgebrochen. Dort hieß es dann an- und umziehen und den Inhalt unserer Rucksäcke in die gestellten Rucksäcke umpacken. In denen befand sich auch schon eine Atemschutzmaske und Steigeisen. Als irgendwann alle 4 Guides und die 12 Teilnehmer der Tour soweit waren, ging es mit einem kleinem Bus Richtung Talstation des Skigebietes am Vulkan. Die Fahrt dorthin war nach so einer halben Stunde beendet und vor Ort haben wir noch einen Eispickel bekommen. Dann hieß es Helme aufsetzen und nach einer kurzen Einweisung ging es im Gänsemarsch durch die tief hängenden Wolken los.

Vorne lief ein Guide und die anderen 3 sind um die Gruppe herum gewuselt. Ziemlich schnell würde es krass steil, 45 Grad Steigung waren da teilweise dabei und der Untergrund war eine Art Kies mit größeren Brocken dazwischen: 1 Schritt hoch und ein Halber wieder zurück gerutscht.

Und da es direkt entlang eines Grates ging, haben wir auch die ein oder andere Windböe abbekommen, die auch mich zur Seite gedrückt hat. War also nicht so einfach und schon gar nicht soooo einfach, wie wir uns das vorgestellt haben. Nach ca. 70-80 Minuten waren wir an der Bergstation der Seilbahn angekommen. Von dort aus dauert es normalerweise noch weitere 4 Stunden unter den gleichen Bedingungen – nur eben ab dann über ein Schnee- und Eisfeld. Da die letzten paar hundert Meter für mich eine Qual waren, habe ich mich dafür entschieden, umzudrehen. Klassischer Fall von überschätzt 😉 Judith ging es zu diesem Zeitpunkt zwar noch besser aber sie war sich auch nicht sicher, bis auf den Kraterrand zu kommen. Nach einer kurzen Rücksprache mit dem Chef- Guide ist sie dann auch gleich wieder mit runter gegangen. Begleitet von einem Guide ging es also Bergab, am Anfang über ein Eisfeld, so dass wir die Steigeisen doch noch einsetzten konnten 🙂

Der Guide hat uns auf dem Weg auch noch Infos zum Vulkan und zu den Mapuche gegeben. Gegen 12 Uhr waren wir dann wieder bei Summit Chile in Pucón und froh, nur noch normale Schuhe anzuhaben. Nach einem Kaffee im Café Berlin sind wir zurück in unser Hostel, um unsere Kameras und Notebooks zu holen, weil wir ein wenig die nächsten Tagen planen, unsere Blogs füllen und Pucón besichtigen wollten. Auf dem Rückweg in die Stadt haben wir noch meine normalen Halbschuhe beim Schuster abgegeben. Diese sollten am Freitag gegen 4 fertig sein. Im Café Cassis sah es dann aus wie in einem Büro, leider war die Internetverbindung nicht so gut ( wie auch im Hostel). Für die Buchung der nächsten Unterkunft in Puerto Varas und ein paar Mails hat es aber gereicht. Danach ging es noch zum schwarzen Strand von Pucón und auf dem Weg zurück gleich noch die Bustickets zu unserem nächsten Ziel kaufen.
Nach dem Erlebnis in der Küche am Abend zuvor, haben wir es mit dem kochen seien lassen und sind noch etwas Essen gegangen. Der Aushang am Fenster des Lokals, das ein Koch gesucht wird, hätten wir besser schon beim Betreten eben diese sehen sollen 🙂
Trotz der Anstrengungen am Morgen und Vormittag, haben wir uns für den Freitag vorgenommen, noch in den Nationalpark Huerquehue mit seinem Araukarienwald zu fahren.

 

Die Vogelspinne im Nationalpark.
Die Vogelspinne im Nationalpark.

Da der Bus in den Nationalpark 8:30 los fuhr, hatten wir jeder einen Wecker gegen 7:30 gestellt. Gegen 7 Uhr klingelte ein Wecker. Nachdem dieser ausgedrückt würde stand ich  auf. Judith hingegen schaute erstmal auf die Uhr und wunderte sich nur nur kurz, warum ich schon so früh aufstand. Nachdem ich wieder ins Zimmer kam fragte ich Judith, warum sie ihren Wecker so früh gestellt hatte… Möp, es war ein Wecker aus einem anderen Zimmer,  unser Hostel in Pucón hat ziemlich dünne Wände.. 🙂
Auf den Weg zum Busterminal haben wir noch kurz einen Kaffe und Tee gekauft und dann ging es auch direkt los.
Die Busfahrt selbst dauerte eine Stunde und war angenehm. Im Park bezahlten wir den Eintritt von 5000 Peso pro Person und entschieden uns den gelben Weg „los Lagos“ zu den Seen zu laufen. Die Strecke ist mit 3,5h angegeben und so dachten wir, dass wir den Bus 14 Uhr zurück nehmen können statt den um 17 Uhr. Nicht den letzten Bus anpeilen für den Rückweg ist unser Plan, man weiß ja nie was kommt und ohne Campingausrüstung im Wald zu übernachten (wo man kein Feuer machen darf) gehört nicht zu den Dingen auf der Todo-Liste.
Der Wanderweg war nicht besonders lang, schlängelte sich dafür allerdings die ganze Zeit bergauf über Stock und Stein. Hin und wieder gab es auch Stufen, einige davon krass hoch. Vom Eingang des Parks bis zu den See und Wasserfällen sind so ungefähr 600 Höhenmeter zu Überwinden – mit dem Muskelkater in den Oberschenkeln vom Vortag nicht immer eine Freude 🙂
Unterwegs gab es auch immer super Aussichtspunkte auf den Vulkan Villarrica sowie den Bergsee im Nationalpark. Der Araukarienwald beginnt eigentlich erst auf 1200 Meter Höhe und ist echt schön anzusehen. Uralte und riesige Bäume haben eine beruhigende Wirkung.
Mitten im Wald sind wir auch auf eine kleinere, braune Vogelspinne getroffen. Wir hielten an für Fotos und Videos. Ein Pärchen kam uns entgegen, der Mann machte auch Fotos, die Frau hielt richtig viel Abstand und rannte dann daran vorbei..
In Pucón kamen wir wieder kurz nach 18 Uhr an und gingen im Laufschritt zum Schuster um meine seine Schuhe abzuholen. Auf dem Weg dahin kam uns ein Mann entgegen der so aussah wie der Schuster. Also sprach ihn an. Erstmal kam nur das Wort „Schuhe“ aus mir heraus, dann „du“ und dann sagte Judith noch „reparieren“ weil es ich es gerade nicht mehr wusste. Der Mann schaute uns ziemlich verdutzt an und entschuldigte sich sogar, dass er keine Schuhe repariert. War wohl für alle eine ziemlich lustige Sache. 🙂

Zum Glück hatte der Schuster noch geöffnet und die Schuhe waren auch repariert. Eigentlich sollte die Reparatur 2000 Pesos (3 Euro) kosten aber wir waren so froh dass wir 5000 pesos gaben. Denn Schuhe in meiner Größe müssen diesen Kontinent – also noch 4 Monate – überstehen, hier gibt es einfach keine Schuhe in der Größe 48.^^

Cazuela
Cazuela

Zum Abendessen sind wir ein ein kleines Lokal gegangen und es gab Cazuela, eine Art Eintopf und das war super lecker. Die Zwei Knochen vom Fleisch haben wir für Max, den Hund vom Hostel, mitgenommen.

Wieder im Hostel sagte uns einer der Angestellten, dass man sich gegen 20:30 Uhr unten treffen würde um ein Bier zu trinken und zu quatschen. Also nochmal los ein Bier für jeden kaufen.
Als wir gehen 21 Uhr wieder runter in den allgemeinen Bereich gingen, war kein Mensch da. Da hatten wir wohl was falsch verstanden.. Also tranken wir unser Bier alleine und gaben Max den Knochen. Am nächsten Morgen, Samstag den 12.11., fuhr ab 08:00 Uhr der Bus nach Puerto Varas.

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