Am Freitag, den 04. November 2016, sind wir gegen Mittag mit dem Überlandbus von Valdivia nach Pucón gefahren. Noch im Hostel in Valdivia gab es das bisher beste Frühstück, mit Leberwurst, Schmelzkäse, Kekse, Saft, Jogurt sowie Toast mit funktionierendem Toaster.

Die Busfahrt selbst hat ca. 3 Stunden gedauert und war mal wieder entspannt. Wir saßen in der „ersten Reihe“ und konnten auch dem Busfahrer zuschauen, wie er mit 100 Sachen über die Landstraße fährt und dabei noch Wechselgeld und Quittungen für die unterwegs zugestiegenen Gäste raussucht.

In Pucón waren wir 15:20 Uhr mit Christa, der Besitzerin der Ranch, verabredet. Unser Bus kam ca. 10 Minuten früher an und wir haben einfach am Ausgang vom Busterminal gewartet. Christa selbst war auch früher da und hatte am zweiten Ausgang auf uns gewartet, so dass es eine viertel Stunde gedauert hat, bis wir uns getroffen haben.

Mit Christa ihrem Subaru ging es dann erst mal zum Supermarkt – Essen kaufen für die Tage im Wald und in einem mit dem Auto befahrbaren Baumarkt, denn Christa brauchte noch eine volle Gasflasche. Anschließend sind wir ca. 30 Minuten zur Ranch mitten im Wald gefahren, davon die letzten 12 Kilometer Wald- bzw. Schotterweg.

Die Ranch ist einfach großartig. Wir hatten eine Hütte für sonst 6 Menschen für uns alleine. Da der Kühlschrank im Haupthaus noch nicht an war (Strom gibt es hier nur von einer kleinen Wasserturbine), haben wir ein Zimmer als Speisekammer erklärt. Nachts wird es hier noch richtig kalt und die ganze Hütte wird durch einen Holzofen erwärmt, den wir auch quasi direkt nach unserer Ankunft angemacht haben. 2 Stunden später waren es bestimmt 35 Grad, war wohl ein bissel viel Holz 🙂 Die Wärme war aber einfach mega angenehm.

Irgendwann kam auch Feli, die auf der Ranch arbeitet, vorbei und wir haben zusammen Specbock (Spaghetti Bolognese) auf dem Gasherd gekocht. Kurz nach Feli kam auch die zweite „Praktikantin“ der Ranch vorbei, Vera aus Frankfurt. In der Hütte wurde es also sehr gemütlich. Später am Abend sind wir dann noch zu einem Lagerfeuer der anderen Angestellten gegangen und haben mal wieder versucht, mit betrunkenen Chilenen unser Spanisch zu trainieren. War sehr lustig und hat Spaß gemacht 🙂

Den Samstag haben wir dann entspannt abseits aller Zivilisation angegangen. Nach dem Frühstück haben wir erst einmal ein wenig Postkarten und Reisetagebuch geschrieben und gegen 13:00 Uhr sind wir dann auf eine Wanderung durch den Wald aufgebrochen. Der Wald ist einfach toll, bis auf den kleinen Trampelpfad ist er nicht bewirtschaftet und ursprünglich. Über den Bach mit Wasser aus dem Eisfeld des nahen Vulkans führen nur dicke Baumstämme und zum Glück auch ein kleinerer Ast zum Festhalten.

Um 4 waren wir dann wieder zurück auf der Ranch, mit über 400 Fotos auf den Kameras. 

So ca. 17:30 Uhr kam Feli zu uns und hat uns gesagt, dass sie und Vera jetzt das von ihnen zusammengerechte Laub anzünden wollen. In der Hoffnung auf tolle Fotos sind wir natürlich direkt mitgegangen und es hat sich auch gelohnt. Da das Laub noch ein wenig feucht war, haben wir uns entschieden, erst einmal ein Lagerfeuer aus den umherliegenden Holz anzuzünden und dort dann das Laub zu verbrennen. Letztendlich sind wir erst halb 12 wieder in unserer Hütte gewesen, da uns das Feuer so in seinen Bann gezogen hatte. Judith hat sich zwischenzeitlich auch immer wieder um die Glutstellen in den kleineren Häufchen Laub gekümmert, damit auch dort das Feuer am brennen bleibt. Zwischenzeitlich hatte sich auch Christa mit zu uns gesetzt und sich mit um das Feuer gekümmert. Die Gelegenheit haben wir auch genutzt, Sie zu fragen, ob wir ein paar Tage länger bleiben können, was auch kein Problem war. Wir wollten dann am Montag mit ihr nach Pucón fahren, um einerseits noch Vorräte einzukaufen und eine Tour auf den Vulkan Villarrica buchen.

Als wir zurück in der Hütte waren, hat es auf der „Veranda“ eigenartig gerochen: ich hatte eine Plastik-Kehrschaufel auf den Eimer mit der Asche aus den Ofen gelegt… leider war in der Asche noch ein wenig Glut und so hat die Schaufel vor sich hergeschmort. Glück gehabt, die Hütte hat es überlebt 🙂

Am darauf folgenden Sonntag (06.11.2016) war es bis in den Nachmittag hin bewölkt. So haben wir die Zeit genutzt unsere Wäsche zu waschen, Fotos zu bearbeiten, weitere Postkarten zu schreiben, das Reisetagebuch auf den aktuellen Stand zu bringen, den ersten Teil dieses Blogbeitrag zu schreiben und natürlich zu kochen: die seit zweit Tagen in Bier, Zwiebeln , Knoblauch und Senf eingelegten Ribeye-Steaks (wir mussten das Fleisch am Freitag bereits einlegen, da der Kühlschrank auf der Ranch noch aus war) haben zu braten und dann noch mal in der „Marinade“ zu kochen, da es noch ein wenig zäh war. Außerdem hat mir Judith mitten im Wald einen neuen Haarschnitt verpasst und das ist echt gut gelungen 🙂

Am Nachmittag sind wir dann noch mit Feli zu der Lagune auf dem Gelände der Ranch gewandert, um noch ein wenig die Landschaft und Natur zu genießen. Es hat auch nicht lange gedauert, bis 3 Pferde zur Lagune kamen, um zu grasen. Kurz vor Sonnenuntergang sind wir dann zurück und haben zu dritt noch Kartoffelsalat gemacht. Zusammen mit den Steaks echt lecker. Am Sonntag haben wir von Christa auch selbst gebackenes Vollkornbrot bekommen, ein Gedicht!

Um 11 Uhr am Montag sind wir zusammen mit Christa und Feli nach Pucón gefahren um dann erstmal 3 Stunden in einem Café einen „echten!!“ Kaffee (und nicht den sonst hier üblichen Instant-Schrott – freundlicher kann ich das nicht sagen) zu genießen. Wir haben das WLAN dort natürlich auch genutzt, Mails und Nachrichten zu checken sowie ein Hostel in Pucón ab Mittwoch und eins in Puerto Montt ab Samstag zu buchen. Letzteres werden wir vermutlich wieder stornieren, da uns Christa geraten hat, erst nach Puerto Varas zu fahren. Alls dann fast die Akkus der Handys leer waren, sind wir noch zu einem Tourenanbieter gefahren um uns den Ausflug auf den Vulkan Villarrica erklären zu lassen. Wir haben uns vorgenommen, am Mittwochen Abend  diese Tour für den Donnerstag zu buchen. Bevor es zurück auf die Ranch ging, waren wir noch zusammen einkaufen. Eine neue Kehrschaufel gab es leider nicht, aber das war für Christa auch ok. Gegen 18 Uhr waren wir wieder zurück.

Den Dienstag, 08. November 2016, haben wir dafür genutzt die zweite Tour auf der Ranch und deren Naturpark zu gehen. Es ging entlang eines Waldbaches über glitschige Steine und durch eine abermals wundervolle Landschaft. Belohnt wurden wir am Ende mit 3 Wasserfällen und einer herrlichen Fernsicht, da wir am letzten Wasserfall, mit ca 50 Meter Höhe der Höchste auf der Tour,  oben direkt an die Absturzkante konnten. Am Abend waren wir bei Christa zusammen mit Feli und Vera zum Pizzaessen eingeladen und das war richtig lecker!

Am Mittwoch mussten wir dann leider Packen und sind dann am Nachmittag nach Pucón gefahren. Die Zeit in der Rancho de Caballos war einfach großartig, mega entspannend weit weg von allem Stress. Bisher für mich die schönste Natur in Südamerika, weil vollkommen sich selbst überlassen.

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