Die Navimag-Fähre im Hafen von Puerto Natales
Die Navimag-Fähre im Hafen von Puerto Natales

Der Check-In für die Fähre von Puerto Montt nach Puerto Natales war von 9:00 bis 13:00 Uhr in einem Hotel direkt am Wasser vorgesehen. Also haben wir uns so um 10:00 Uhr aufgemacht, um wieder voll bepackt die ca. 2km dahin zu laufen. Der Weg zum Hotel verlief die meiste Zeit am Wasser, aber die Fähre konnten wir noch nicht sehen. Beim Check-In haben wir dann auch gesagt bekommen, dass es mit dem Bus zum Hafen geht. Wir sollten den ersten Bus nehmen, um 12:45 Uhr, und haben auch jeder einen Aufkleber auf die Brust bekommen, auf dem das stand. Wir hatten also noch rund 2 Stunden Zeit, die wir genutzt haben, um einen „Kaffee“ zu trinken und neue Schuhe für Judith zu suchen, da bei ihren Halbschuhen vermutlich die Sole gebrochen ist. Fündig geworden sind wir aber nicht. Pünktlich dreiviertel eins waren wir dann wieder beim Check-In, zusammen mit so 40 anderen Menschen, aber es war noch kein  Bus zu sehen. Der Mitarbeiter von Navimag wurde auch immer nervöser, für uns vollkommen unverständlich. Als wäre es hier üblich, pünktlich zu kommen 🙂 Wir gehen daher davon aus, das entweder er deutsch ist, oder der Busfahrer (und sonst immer auf die Minute pünktlich ist).

Mit einer Stunde Verspätung kam dann der Bus und 15 Minuten später waren wir auch an der Fähre, die gerade noch beladen wurde.

Timelapse: on Board of a navimag ferry in Patagonia from Querulantenwahn on Vimeo.

Nach dem wir unsere Kabine (mit 2 Doppelstockbetten und Fenster) bezogen hatten, sind wir einmal um bzw. durch das Schiff gelaufen. Im oberen Deck gab es eine Bar (ohne Alkohol, der auf der Fähre verboten ist) und eine Art Sonnendeck. Im Deck untendrunter war der Speisesaal und die Brücke (auf die wir leider nicht durften). Darunter wiederum befand sich das Deck mit den Kabinen. Der Rest vom Schiff war Laderaum und nicht zugänglich. Nach einer kurzen Sicherheitsunterweisung ging es dann 17 Uhr endlich los. Vor uns lagen 3 Nächte und 4 Tage auf See, davon 16 Stunden direkt auf dem Pazifik und die restliche Zeit durch die Fjorde Patagoniens. Insgesamt waren vielleicht so 100 Passagiere mit uns an Board.

Vor dem Abendessen am Freitag gab es in der Bar noch eine Präsentation der Route, erst auf Spanisch und dann auf Englisch. Der englische Vortrag wurde zum Glück während des Sonnenuntergangs über den Golf von Ancud unterbrochen. Der war einfach großartig 🙂

Die erste Nacht an Bord war auch noch relativ ruhig, also kaum Seegang.

Sunset in Patagonia from Querulantenwahn on Vimeo.

Der Samstag Vormittag blieb auch ruhig, allerdings regnete es immer mal wieder (in den Fjorden fällt aber durchschnittlich 9.000mm bis 11.000 Regen pro Jahr, zum Vergleich: Frankfurt 600mm, Hamburg 773mm, London: 830mm). Im noch ruhigem Fahrwasser haben wir uns den Vortag zur patagonischen Tierwelt angehört. Am Nachmittag erreichten wir dann die offene See und mit 4-5 Meter hohen Wellen wankte das Schiff schon ordentlich. An gerade Laufen war nicht mehr zu denken und festhalten war immer ein guter Plan 🙂

Wir haben das Geschaukel aber gut überstanden und kein Fischfutter geliefert. In der Nach hat es in der Kabine ganz schön geknarzt aber Schlafen ging halbwegs.

Am Sonntag (4.12.) ging es dann ab Morgens wieder durch die Fjorde und auch das Wetter war stabil. Vormittags gab es noch einen Vortrag zur patagonischen Fauna und am Nachmittag zum Nationalpark Torres del Paine, der bei uns dann für Mitte Januar auf dem Plan steht. Am Nachmittag sind wir dann auch noch an einem alten Wrack vorbei (Baja Cotopaxi), was seit 40 Jahren an der gleichen Stelle auf einem Felsen fest hängt. Außerdem hat das Schiff noch in Puerto Eden gehalten, einer Siedlung mit weniger als 80 Einwohner. Das Dorf ist nur per Schiff erreichbar und ist auch weit und breit das einzige besiedelte Stück Land in den Fjorden.

Panorama von Puerto Eden
Panorama von Puerto Eden

Fjords in Patagonia 1 from Querulantenwahn on Vimeo.

Fjords in Patagonia 2, Timelapse from Querulantenwahn on Vimeo.

Timelapse Sunset in Patagonia from Querulantenwahn on Vimeo.

Am Montag ging es dann noch durch eine nur 80 Meter breite Stelle (die nur am höchsten oder tiefsten Punkt der Gezeiten durchquert werden darf) und 13:30 Uhr erreichten wir Puerto Natales. Das Anlegemanöver dauerte rund 60 Minuten und so war unsere erste längere Schiffsfahrt um 14:30 Uhr nach 2000km zu Ende. 

Die Route der Fähre von Puerto Montt nach Puerto Natales
Die Route der Fähre von Puerto Montt nach Puerto Natales

Den Großteil der Zeit an Board haben wir in der Bar/Lounge oder an Deck verbracht, um die wundervolle Landschaft der Fjorde zu genießen, immer wieder Wasserfälle an den Hängen zu sehen und ab und zu Robben oder Delphine im Wasser zu beobachten. Die 4 Tage waren richtig toll und entspannend.

Noch ein paar Worte zur hinter uns liegenden Reiseroute:

Von Puerto Montt ging es durch den Golf von Ancud und dann östlich an Chiloe vorbei bis zum Golf von Corcovado. Über den Canal Moraleda und Canal Ninualaq erreichten wir den Pazifik. Nach dem Golf von Penas ging es wieder in die Fjorde, durch den Canal Messier, vorbei an Cotopaxi (das Wrack) und durch den Canal Wide bis nach Puerto Eden. Die restliche Strecke bis Puerto Natales ging es durch den Canal Unión, Paso Sóbenes (die südlichlichste Stelle unserer Route), den Santa María Canal und auch durch Angostura White, mit 80 Meter Breite die schmalste Stelle)

 

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