Am ersten Tag auf See, Dienstag 20.12.2016, sind wir mit einem Shuttlebus gegen 16:00 Uhr zum Schiff, der Ocean Diamond, gefahren worden. Beim Check-In an Bord haben wir dann die Kabine 604 bekommen – Judith ihr Geburtsdatum – das ist wohl der endgültige Beweis dafür, dass es ihr in die Wiege gelegt wurde, einmal zur Antarktis zu fahren 🙂

Wir mussten 3 Decks nach oben und auf jedem Deck sind wir gefragt wurden, wo wir denn hinmüssen und auf Deck 6 sind wir dann bis zur Kabine gebracht wurden – verlaufen ist aber auf dem Schiff eh nicht. Es gibt ein Haupttreppenhaus und je Deck einen Flur, da alles Außenkabinen sind. Unsere Kabine war nach über zwei Monaten in Hostels der pure Luxus. Richtige Betten mit richtige Bettwäsche und Bettlaken, Teppichboden, zwei Sessel/Stühle, ein eigenes Bad und aus der Dusche kommt 24 Stunden lang warmes Wasser in einer gleichbleibenden Temperatur. Wir haben auch unsere Klamotten ausgepackt und zum Teil auf Kleiderbügel gehangen – auch das gab es schon länger nicht mehr 🙂

Gegen 17:00 Uhr, das Schiff war noch im Hafen in Ushuaia, gab es dann in der Mainlounge auf Deck 5 eine Willkommensveranstaltung, auf der uns die Expeditionscrew vorgestellt wurde. Die Crew bestand aus ca. 20 Menschen, zum größten Teil aus Kanada, USA und Australien kommen.
Direkt im Anschluss gab es auch die Securityeinweisung und kurz darauf wurde dann der Anker gelichtet und es ging durch den Beagle-Kanal in Richtung Osten – zum Atlantik. Noch im Beagle Kanal fand dann auch die angekündigte Sicherheitsübung statt. Die Schiffssirene dröhnte sieben mal kurz und einmal lang. Wir wussten noch, was zu tun ist: zurück aufs Zimmer gehen, Rettungsweste holen und ein Deck tiefer zur Main Lounge zu gehen. Dort dann die Rettungsweste anziehen und warten. Die Stimmung war irgendwie gedrückt. Nach dem alle fast 200 Passagiere die Westen anhatten, war erst einmal Ruhe und der Expeditionsführer, Shane, hat auch durch seine Stimme dafür gesorgt, dass die Übung nicht zur Spaßveranstaltung verkam. Fanden wir gut so. Das Schiff verfügt über zwei Rettungsboote und die Passagiere sind fest auf die Boote eingeteilt. Damit kein Chaos entsteht, werden im Ernstfall die Passagiere im Gänsemarsch zu den Booten geführt – sicherlich clever. Das haben wir dann auch geübt und selbst dabei hat eine eigenartige Stille geherrscht. Ob im Ernstfall die ca. 80 Chinesen an Bord die Anweisungen verstehen, wird sich hoffentlich nicht zeigen (viele Durchsagen gibt es sowohl auf Englisch als auch auf Mandarin).

Nach der Übung konnten wir dann noch die Expeditions-Parkas, die wir auch behalten dürfen, anprobieren und abholen.

Um 20:00 Uhr gab es dann endlich Abendessen – wir hatten an dem Tag nichts zum Mittag gegessen und hatten dementsprechend Hunger. Das Abendessen an Bord ist ein serviertes Menü (Frühstück und Mittag gibt es als Buffet), welches man sich selbst zusammenstellen kann. Die Wahl bestand meist aus 2 verschiedenen Vorspeisen, 2 Suppen, 3 Hauptgängen (einer davon vegetarisch) und 3 Nachspeisen sowie noch einer Auswahl an Käse. Zum Abendessen gab es Weiß- und Rotwein soviel wie man mag (Wasser, Tee und Kaffee stehen rund um die Uhr zur Verfügung). Soviel Luxus sind wir nicht mehr gewohnt 🙂 Das Essen war auch richtig lecker, also so richtig richtig. Vollgestopft sind wir dann noch auf Deck gegangen um den ersten Sonnenuntergang auf See zu genießen. Auf dem Rückweg zu unserer Kabine ging es dann noch zur gut ausgestatteten Bordbibliothek, um uns zwei deutschsprachige Bücher auszuleihen. Der Anfang der ersten Nacht war auch noch im Beagle-Kanal, also war auch kaum Seegang spürbar. Aber das sollte sich ändern 🙂

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