In der Lobby der Ocean Diamond hing eine Karte, auf welcher die zurückgelegte Route dokumentiert wurde. Außerdem gab es dort einen täglichen Bericht von der Brücke, der jeweils ca. 08:00 Uhr erstellt wurde. Für den ersten Tag auf See hieß es:

Position (gegen 08:00 Uhr): 53 „ 21,8’ S, 63“ 17,1’ W
Zurückgelegte Distanz seit Start: 231 Meilen
Geschwindigkeit: 12 Knoten
Windgeschwindigkeit und Richtung:15 Knoten West
Außentemperatur: 8 Grad C

Den ersten richtigen Tag auf See verbrachten wir auch vollständig auf eben dieser in Richtung der Falkland Inseln. Obwohl keine Landgänge anstanden, war der Tag gut gefüllt.

Um 07:45 Uhr gab es einen allgemeinen Weckruf über das Bordsprechsystem. Das war fast jeden Tag der Fall, nur zu unterschiedlichen Zeiten. Zu dieser Gelegenheit wurde unsere aktuelle Position sowie die Zeit, ab der es Frühstück gibt, durchgegeben. Ab 08:00 Uhr war dann das Frühstücksbuffet geöffnet. Für uns gab es frisches Obst und dunkle !!!!! Brötchen.  Gebratenen Speck, Blackpudding und die anderen englischen Frühstücks-Absurditäten brauchten wir nicht 🙂

Ab 9 Uhr gab es dann einen super Vortrag zu der Tierwelt, bzw. besser der Vogelwelt auf den Falkland-Inseln und Südgeorgien. Auf den Insel gibt es vier verschiedene Arten von Pinguinen, zwei Arten von Albatrossen und noch scheinbar unzählig viele andere Vögel.

Bevor wir zu einem zweiten Vortrag „Capturing the Experience“ gegangen sind, haben wir noch unsere Gummistiefel für die Tour abgeholt – diese sind für die Schlauchboot-Landungen absolute Pflicht, genauso wie die gelben Parkas und eine wasserdichte Hose.

Der Fotografie-Vortrag war ganz nett aber hat sich eher an Anfänger gerichtet und selbst für die, war die eine Stunde zu kurz. Es ging zu einen Hälfte um die Technik, also wie Lichtempfindlichkeit, Blende und Belichtungszeit zusammenspielen und die zweite Hälfte um Bildgestaltung. Wir hatten aber den Eindruck, dass ein relevanter Teil der Passagiere sich extra für die Reise eine Kamera mit Telezoom bis 600mm Brennweite gekauft hatten, aber vorher damit nicht fotografiert hatten. Lustig anzusehen war es dann aber schon, wie manche mit mit extrem wackelnden Teleobjektiv auf dem zusätzlich schaukelnden Schiff versucht haben, die Vögel um unser Schiff herum zu fotografieren 🙂 (klingt gerade gemein, ich weiß). Zum Glück ist dabei keiner über Bord gegangen.

Nach dem Mittagessen ging es dann mit einem Pflichtvortrag weiter: „Landing Guidelines & Zodiac Safety Briefing“. Uns wurde erklärt, wie man in die Schlauchboote (Zodiacs) ein- und aussteigt und wie man sich auf Land zu verhalten hat. Um dazu nur einige Punkte zu nennen:

– Nichts mitnehmen, außer Fotos (also keine Steine usw.)
– Nichts hinterlassen, außer Fußabdrücke (Müll mitnehmen usw.
– mind. 5 Meter Abstand zu den Tieren halten, außen diese kommen auf einen zu
– den Tieren, vor allem den Pinguinen, „Vorfahrt“ gewähren, wenn diese auf dem Weg vom Wasser zu den Nestern sind
– für die Falklandinseln: auf den markierten Wegen bleiben, da Teile der Inseln immer noch vermient sind

Nach dem Vortrag mussten wir uns dann noch in eine der vier Landungsgruppen eintragen. Wir haben einfach Gruppe eins genommen – die Reihenfolge wird bei jedem Landgang sowieso getauscht.

Am Nachmittag gab es dann noch einen Vortrag zur Geschichte der Falklandinseln, von der Entdeckung, über die Verwendung als Station für Walfänger und als Ausgangspunkt zur Erforschung der Antarktis, bis zum Krieg 1982 zwischen Argentinien und UK bis zur heutigen Zeit.

Vor dem Abendessen fand dann noch das tägliche Expedition Recap & Briefing statt – eine kurze Zusammenfassung des Tages und einen Ausblick auf den kommenden Tag. Direkt im Anschuss wurde uns im Rahmen des Captain’s Welcome Cocktail auch noch die eigentliche Crew des Schiffes vorgestellt. Um das kurz zusammenzufassen: Gefahren und gewartet wird das Schiff von Russen (was gibt es besseres, die bekommen alles wieder ganz), der Chefkoch ist aus Österreich, das Restaurantpersonal ist zum größten Teil auch russisch, der Zimmerservice wird von Philiponos?? dominiert und wir schon geschrieben, die Expeditionscrew sind Australier und Kanadier.

Der 21.12. war auch der längste Tag des Jahres, jedenfalls auf der Südhalbkugel, und so war nach dem Abendessen noch genug Zeit für den zweiten Sonnenuntergang auf See – das Wetter hat auch mitgespielt. Nur jetzt auf offener See – war der Seegang doch deutlicher spürbar. Auch in der Kabine hat es ganz schön geknarzt und geschaukelt. Wir haben es aber trotzdem gut verkraftet.

Auf den Aushängen mit dem Tagesprogramm stand auch jeden Tag ein Zitat das einen Zusammenhang mit der See oder der Region, in der das Schiff sich gerade befand, hatte:

Oliver Wendell Holmes: “I find the greatest thing in this world is not so much where we stand as is which direction we are moving. To reach the port of heaven, we must sail sometimes with the wind and sometimes against it, but we must sail, and not drift, nor lie at anchor.”

 

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