Lage der Osterinsel

Der Check-In zum Flug auf die Osterinsel war nicht so einfach. Zwei mal wurden wir am Flughafen in Santiago zu einer anderen Warteschlange geschickt. Irgendwann hat es dann doch geklappt. Außerdem hatten wir genug Zeit eingeplant und waren auch überrascht, dass die Straßen in Santiago kurz nach 6 Uhr morgens noch so leer sind. Der Flug selbst startete dann mit Verspätung und hat knapp 4 Stunden gebraucht. Der „Flughafen“ auf der Osterinsel ist mega klein. Die Startbahn wurde von der NASA als Notfall-Landepunkt für die Space-Shuttels erweitert, was überhaupt erst den Tourismus zur Insel so richtig gebracht hat. Das Flughafengebäude ist winzig. Trotzdem mussten wir ca. 90 Minuten auf unser Gepäck warten, gemütliche Insulaner eben, nur keinen Stress aufkommen lassen. Vom Flughafen wurden wir dann auch von einer Angestellten des Hostels abgeholt, das war echt cool. Bei tropischem Wetter (80-90% Luftfeuchtigkeit, 30 Grad im Schatten und knallender Sonne) wären die 3 Kilometer zu Fuß zum Hostel bestimmt nicht so angenehm gewesen. Auf der Fahrt zum Hostel gab es auch eine kleine Erklärung zum Dorf, Hanga Roa (Dorf deswegen, weil es weniger als 4000 Einwohner hat). Im Hostel haben wir uns erst einmal einrichtet und sind dann in das Zentrum gegangen. Die Vorbereitungen für das Tapati-Festival, welches am nächsten Tag starten sollte, liefen auf Hochtouren. In einem Kunsthandwerker-Markt haben wir Fotoalben in der Machart gefunden, wie wir sie vor 2 Jahren in Neuseeland gekauft hatten – also mit Bananenblättern als Seiten usw. Wir wissen zwar noch nicht, wie wir die transportieren sollen, aber wir mussten trotzdem erst einmal zuschlagen 🙂

Nach einem frischen Ananas-Saft (dafür ist die Insel bekannt, dass die Ananas hier richtig süß wird) und einer Empanada wollten wir noch zur Touristeninformation, die leider an diesem Tag dann schon geschlossen hatte. Also ging es nur noch zu einem der kleinen Supermärkte an der Hauptstraße. Thema Straße: auf der Insel wohnen wie geschrieben 3000 bis 4000 Menschen und es gibt 1000 Betten für Touristen. In Hanga Roa sind gefühlt für jeden der 5000 Menschen auf der Insel ein Auto unterwegs.

Am nächsten Tag, Freitag 27.01.2017, sind wir nach dem Frühstück gemütlich zur Touristeninfo gelaufen und haben ein paar Flyer und das Programm zum Festival erhalten. Außerdem wurde uns das mit dem Parkticket für den Nationalpark Rapa Nui erklärt. (Das Ticket kostet pro Person 54.000 Peso, rund 70 Euro, gilt 10 Tage ab dem Zeitpunkt, wenn es zum ersten Mal abgestempelt wird und man muss es immer dabei haben). Das Ticket gab es dann ein paar Häuser weiter bei der Conaf zu kaufen. In Hanga Roa selbst gibt es leider keinen Strand aber an 3 Stellen ist die Felsenküste so, dass man in das Wasser gehen kann, was wir dann auch erst einmal zur Abkühlung gemacht haben.

Ahu Tongariki
Ahu Tongariki

Beim Lesen des Festival-Programmes haben wir dann mitbekommen, dass der „Triathlon“ am nächsten Tag beim Vulkan Rano Raraku stattfinden soll. Das wollten wir natürlich sehen und sind noch einmal zur Information gegangen, um herauszufinden, wie man da hinkommt: es gab 4 Möglichkeit: ein Auto mieten, ein Fahrrad mieten, mit dem Taxi oder mit einer Art Hop-on Hop-off Bus. Die letzte Option war für uns die Beste. Also ging es dann noch zum Büro des Busanbieters ein Ticket für den nächsten Tag kaufen. Die Verkäuferin hat zwar gemeint, dass der eigentliche Bus voll ist, aber das ein zweiter Bus nur ohne Audio-Guide fahren wird. Perfekt.

Am Abend sind wir dann zu der Eröffnungsveranstaltung des Tapatis gegangen. Und obwohl es streckenweise ziemlich langatmig war (ewige Dankesreden) sind wir bis zum Ende kurz nach Mitternacht geblieben. Bei dem Festival treten zwei Clans gegeneinander an und messen sich in sportlichen, kulturellen und künstlerischen Wetterkämpfen. Der erste sportliche Wettkampf war dann am nächsten Tag, Samstag. Um 9 Uhr ging es mit dem Bus für uns nach Rano Raraku. Wir konnten sogar mit dem originalen Open-Air-Bus fahren und ein wenig von den englischen Erklärungen hören. Kurz nach 10 waren wir dann am Vulkan und haben dort erst einmal die „Entstehungsstelle“ der Moais besichtigt. Die Figuren wurden aus dem Stein des Vulkans gehauen und dann erst zu ihrer finalen Stelle transportiert. Ein paar unvollendete Exemplare stehen auch rund um den Vulkan. Kurz vor 12 Uhr ging es dann in den Vulkankegel. Dort bildet ein kleiner See sowie eine umgebende Graslandschaft ein super Platz für den Wettbewerb. Bei quasi wolkenlosem Himmel hat die Sonne aber erbarmungslos gebrannt. Die schattigen Plätze unter den maximal 10 Bäumen und den paar Zelten waren fast alle schon voll. Die meisten Einheimischen hatten ihre eigenen Sonnenschirme mitgebracht. Der Wettkampf selbst startete dann mit einem Bootsrennen, dann mussten die Wetterkämpfer jeweils zwei Bananen-Stauden um den See tragen. Im Anschluss hieß es noch eine halbe Runde um den See ohne Bananen rennen um als letzten Punkt den See erneut paddelnd wie auf einer Art Surfbrett zu überqueren. Alles in der vollen Sonnen zur Mittagszeit. So sahen die meisten auch aus. Einfach krass.

Gegen 15 Uhr sind wir dann zu der größten Moai-Plattformen, Ahu Tongariki, gelaufen. Von dort ging es dann eine Stunde später mit dem Bus weiter nach Anakena – dem Strand der Insel auf der gegenüberliegenden Seite von Hanga Roa. Wir waren zu erst bei den Moais und sind dann mangels Badesachen mit Klamotten in das badewannen-warme Wasser. Das war eine mega tolle Erfrischung. Die Wellen haben auch richtig Spaß gemacht. Trotz Sonnencreme hat es mich an diesem Tag an den Beinen, Armen und Nacken mit Sonnenbrand erwischt – da war das Wasser auch noch eine Linderung. Halb sieben ging es dann zurück in das Dorf. Nach dem das Salzwasser abgewaschen war, sind wir noch Essen einkaufen gegangen. Die Besitzerin in einer kleinen Bäckerei hat dann zu erst meine Beine gesehen und die Armen über den Kopf zusammen geschlagen. Als sie dann Judith ihre Beine mit vielen großen Stichen gesehen hat, hat sie vermutlich ihren Sohn losgeschickt, der dann kurze Zeit später mit einem Bündel Minz-Blätter zurückkam. Mit dem sollte sich Judith dann vor dem Schlafen gehen einreiben. Ab später Abend waren wir dann noch bei der täglichen Abendveranstaltung vom Tapati, u.a. ein Gesangswettbewerb.

trotz Sonnencreme - aua!
trotz Sonnencreme – aua!

Am Sonntag hieß es dann ausschlafen. Wir sind gerade noch pünktlich zum Frühstück gekommen. Die Minze hat auch tatsächlich geholfen – Judith hat keine neuen Stiche abbekommen. Auch an diesem Tag war die Sonne extrem und es gab keine Wolken. Also sind wir erst einmal im Hostel geblieben. Die Osterinsel war ja auch als Urlaub gedacht und es gab noch viele Fotos zu sortieren 🙂 Den Tag über war es drückend heiß, deswegen haben wir die Ruhe im Hostel genossen – im Schatten, um den Sonnenbrand zu pflegen 🙂 Am Abend sind wir dann noch zum Festival gegangen. An diesem Abend standen die Tanzshows auf dem Programm und das war echt cool. Für beide Teams waren jeweils um die 50 Menschen zum Tanzen sowie die Band auf der Bühne. Bei immer noch tropischen Temperaturen haben wir uns immer wieder gefragt, wie die das aushalten. Ach ja, die Kulisse für das Festivals wird Nachts noch durch einen mega hellen Sternenhimmel ergänzt 🙂

Den Montag, 30.01.2017, startete wie der Sonntag. Gegen Mittag sind wir in das Dorf, also Hanna Roa, um einzukaufen und die ersten Postkarten anzugeben. Nach ein wenig Sucherei haben wir auch in einem Hinterhof den „Waschsalon“ gefunden. Sah ein wenig Merkwürdig aus aber die Waage für Wäsche auf der Veranda hat dann doch gezeigt, dass wir richtig sind 🙂 Außerdem haben wir uns die Kirche angeschaut, die besonders seien soll. Von Außen ist sie das auch, aber innen erinnern nur ein paar Holzfiguren an die polynesischen Kultur der Osterinsel.

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