Die Lage von Ushuaia in Patagonien - auf Feuerland
Die Lage von Ushuaia in Patagonien – auf Feuerland

Unser erster Weg auf dem Festland ging direkt zu Freestyle-Travel, damit wir die ausgeliehenen Hosen und Handschuhe zurück bringen können. Auf dem Weg dahin, bzw. noch im Hafen, sind wir noch einmal Dennis, den besten Menschen aus dem Restaurant, begegnet. Er hatte ein paar Stunden frei, bevor die Ocean Diamond wieder Richtung Süden startete.

Voll bepackt im Linienbus 🙂

Im Reisebüro von Gabriel angekommen trafen wir auch auf die anderen Backpacker, die dort Last Minute gebucht hatten. Eigentlich alle holten erst einmal ihr Handy raus und gingen nach fast 3 Wochen zum ersten Mal wieder online. Da es noch früh am Tag war, haben wir auch unsere nächste AirBNB-Unterkunft angeschrieben, wann wir kommen können (zum Glück kam schnell eine Antwort: ab 12 Uhr). Wir haben dann noch ein paar Adressen mit Stefanie, Angela und Christina ausgetauscht und uns für den nächsten Tag um 11 Uhr in der Stadt verabredet. Dann ging es für uns mit dem Linienbus los. Die Fahrt durch Ushuaia und die Randbezirke war nicht so dolle. Nach 3 Wochen Natur-Pur sahen wir wieder überall den menschlichen Einfluss, vor allem Müll am Straßenrand.

Die Haus unserer nächsten Schlafgelegenheit hatten wir auch bald gefunden. Wir standen vor einer Art Neubau-Block, nur dass an den Klingelschildern keine Namen standen… Zum Glück hatte unser Gastgeber uns irgendwie registriert und ist uns entgegen gekommen.

Die Wohnung war im Erdgeschoss und ziemlich trist eingerichtet: ein Sofa für 2, ein Esstisch mit 2 Stühlen, nebeneinander mit Blick auf eine Glotze. Außerdem eine Küche, in der z.b. auch nur zwei flache Teller waren. An den Wänden war kaum ein Bild.

Als er uns dann auch noch erzählte, dass er und seine Freundin vor kurzem den Job verloren hatten, war das triste Bild perfekt. Die beiden Reisen auch gerne aber aktuell fehlt es eben an allen Enden. Wir waren im kompletten Kontrastprogramm zu den vorherigen 19 Tagen angekommen. Nicht nur, dass wir mit der Antarktis eines der grandiosen Ziele hinter uns hatten und deswegen schon traurig waren, nein, wir sind auch am tristesten Ort gelandet, den wir uns für diesen Zeitpunkt vorstellen konnten.

Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, sind wir erst einmal in der Nachbarschaft einkaufen gegangen. Unser Gastgeber hatte einen kleinen Laden empfohlen, dort sollte auch die Wurst und der Käse gut sein… naja, war die nächste Enttäuschung.

Judith hat dann irgendwann vorgeschlagen, zurück in die Stadt zu fahren. Haben wir dann auch gemacht und vorher auch den beiden Schweizerinnen gesagt, dass wir noch mal los sind. Auf dem Hinweg sind wir im Zentrum im Bus sitzen geblieben. Erst als der Bus nach einer langen Runde durch die andere Seite der Stadt rund 30 Minuten später wieder im Zentrum war, sind wir ausgestiegen. Bis dahin ist er durch andere Viertel von Ushuaia gefahren, die wir noch nicht kannten. Einfach das unterwegs-sein hat gut getan, es war alles besser als in der Wohnung zu hocken.

Unser erster Weg in der Stadt führte zu dem Kaffe, bei dem es die leckere heiße Schokolade gab, aber auch die war diesmal nicht so dolle. Danach sind wir noch durch die Stadt gelaufen, am Wasser entlang haben wir noch zwei von der Crew getroffen. Irgendwann sind wir auch Colin aus Neuseeland, der auch auf dem Schiff war, getroffen. Die feuchten Augen haben verraten, dass es ihm auch nicht so gut geht. Als wir dann auf dem Weg zum Supermarkt waren standen die zwei Schweizer Mädel vor uns, die hatten uns geantwortet, was wir aber nicht mehr gesehen hatten und sind dann auf gut Glück los (das Zentrum von Ushuaia besteht im Wesentlichen aus 2 Straßen von so 2km Länge). Wir sind dann einfach in ein Kaffee gegangen und haben gut gegessen und etwas getrunken. Das hat uns richtig gut getan gehabt (Angela und Christina: solltet ihr das hier lesen: DANKE!)

Auf dem Rückweg mussten wir dann so 30 Minuten auf den Bus warten und, auch wenn es gemein klingt, unsere beiden Gastgeber waren zum Glück nicht da. Wir wollten denen eigentlich aus dem Weg gehen und anders herum war es gefühlt auch so. 

Am nächsten Tag, Sonntag 08.01., sind wir dann nach dem Frühstück wieder in die Stadt und waren kurz vor 11 Uhr am vereinbarten Treffpunkt am Hafen. Im Café vom Vortag tranken wir dann mit den drei anderen noch ein paar Kaffee. Um 13 Uhr ist Stefanie zu ihrem Flug aufgebrochen und wir sind wohl so halb 3 los und haben uns verabschiedet. Wir sind beim Bus mit Absicht in die falsche Richtung eingestiegen um noch ein wenig unterwegs zu sein.

Um 4 waren wir wieder zurück und haben erst einmal unsere Eltern angerufen. Das hat auch gut getan!

Danach wollten wir noch ein wenig laufen und sind im Wohnviertel schnell am Ende angekommen. Auf der gegenüber liegenden Straßenseite der nahen Hauptstraße war auch nur ein Gewerbegebiet. Wir haben uns dann dazu entschlossen Olivia und Fuchur zu besuchen 🙂 Der ca. 3 km lange Hinweg war mit ein wenig Nieselregen und Sonnenschein bis auf eine Brücke voll mit Löchern noch ok. Beide Hunde waren zum Glück auch da, wo wir gehofft hatten! Und sie haben uns auch gleich erkannt. Das war ein richtig Highlight 🙂

Nach 15 Minuten sind wir dann los – durch strömenden Regen. Fuchur hat uns den ganzen weiten Weg zurück begleitet- auch wenn uns das nicht lieb war. Die Straße ist nicht so ein guter Platz..

Am nächsten und letzten vollen Tag in Ushuaia sind wir länger liegen geblieben und dann wieder mit dem Bus in die Stadt. Diesmal eine andere Linie – aber gleiches Spiel: erst einmal im Kreis fahren – für 30 Cent. Wir kennen jetzt wohl die meisten Straßen.

In einem Restaurant haben wir erst mal etwas gegessen und dann unsere Notebooks ausgepackt um ein paar Beiträge auf die Blogs zu bekommen. Das „wir sind nicht in der traurigen Wohnung“ tat wieder gut. Gegen 17 Uhr haben wir uns dann auf den Rückweg gemacht. Im Bus sitzen bleiben war diesmal nicht so clever – der Fahrer ist bis zum Depot am Ende der Stadt gefahren und hatte dann Schluss. Auf dem dann folgenden 20 Minuten hat der erste argentinische Kleintransporter-Fahrer einen Stinkefinger kassiert – null Rücksicht genommen.

Da unsere beiden Gastgeber zu Hause waren, haben wir uns in unserem Zimmer aufgehalten, Tetrapack-Wein (der hier echt ok ist) getrunken und Salamibrötchen gegessen. In der Salami war genug Fett, ein wenig Salz und es sah so aus, als wäre auch Pfeffer drin. War also „essbar“.

Am Dienstag klingelte dann um 6 Uhr der Wecker und 10 nach 7 haben wir uns auf dem Weg gemacht (für die Linienbusse gibt es keinen Fahrplan). Nach 10 Minuten warten ging es dann mit dem Linienbus zum Busparkplatz.

Vor uns lagen 12 Stunden Busfahrt aus dem Gnomenland (Gnom nach J. K. Rowling) zum Zwergeland – zurück nach Punta Arenas, Chile.

Und auch wenn 12 Stunden Busfahrt nicht so lustig sind: wir haben uns darauf gefreut. Weg aus der Tristes wieder nach Chile.

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