Die 3 Stunden Busfahrt von Puerto Natales nach Punta Arenas verliefen wieder wie im Flug, obwohl wir die Strecke schon kannten. Die Landschaft wechselt von einer halbwegs bewaldeten Fjordlandschaft in eine kaum bewachsene Graslandschaft.

In Punta Arenas sind wir dann erst einmal zu unserer Airbnb-Unterkunft. Der erste Kilometer verlief noch flach durch das Zentrum aber in der Ziel-Straße angekommen haben wir gesehen, dass es 8 Blöcke bergauf ging. Mit vollem Gepäck eine ganz schöne Schinderei. Zum Glück war dann das Haus gut zu finden. Der „Wachhhund“ bellte uns an und durch ein Fenster winkte ein kleiner Junge. Als wir das Gartentor öffneten, hörte der Hund auf zu bellen, gut erzogen 😉

Die Frau des Besitzers Juan gab uns alsbald einen Schlüssel für ein weiteres Haus im Garten. Das Haus war großartig und voll ausgestattet: eine echte Küche mit Gas-Herd, 2 Sofas und zwei Schlafzimmer. Perfekt zum entspannen.

Unser erste Weg führte zu zwei kleinen Tante-Emma-Läden in denen wir alles für Spaghetti Carbonara bekommen haben. Den restlichen Tag nutzen wir dafür, wieder Inhalte für die Blogs fertig zu machen und zu lesen. Am Abend hat uns der Besitzer noch einen Stadtplan und ein paar Flyer vorbei gebracht, ein echt toller Service. Er oder seine Frau arbeiten vermutlich beim regionalen Gesundheitsministerium, jedenfalls besaßen unsere Kaffeetassen die passenden Aufdrucke: Judith ihre bewarb ein Nichtraucher-Programm und meine erinnerte an Sonnenschutz 🙂

Am Mittwoch, 17. Januar sind wir nach dem Frühstück zurück ins Zentrum gelaufen. Unser Ziel war, Material für 2 Pakete nach Deutschland zu suchen. Zuvor hatten wir alles auf einen Haufen gelegt, was wir in Sicherheit bringen wollten: die Jacken aus der Antarktis, warme Kleidung die wir ab demnächst länger nicht mehr brauchen, meinen Poncho, 2 Tagebücher, Bücher und Landkarten und ein paar Mitbringsel.

Im der Stadt haben wir dann auch einen Schreibwarenladen gefunden, bei dem wir Paketklebeband kaufen konnten. Im nahe gelegenen Supermarkt gab es dann leider keine geeigneten Kartons, einer war zu klein und in den anderen hatte schon mal etwas geschimmelt. Den kleineren haben wir dann trotzdem mitgenommen. Weil wir nicht wussten, wie wir am ein Karton kommen können, haben wir dann einfach in verschiedenen Geschäften gefragt. In der Post selbst gab es nur kleinere Kartons. Im 5. oder 6. Laden, einer Drogerie, ist eine Verkäuferin extra in das Lager, um uns erst einen und dann noch einen zweiten Karton zu holen. Das war echt toll. Mit viel Pappe und dem Essenseinkauf stiegen wir in ein Collectivo, die 1,5€ waren es Wert, nicht wieder alles den Berg hoch schleppen zu müssen. Die Kartons waren auch optimal, wir haben alles reinbekommen, was wegsollte und brauchten kein Füllmaterial – die Kleidung war auch Polsterung genug. Leider hat eine Rolle Klebeband nicht gereicht, weil wir die Kanten der Kartons auch noch mit der Pappe des überzählige Kartons verstärkt hatten.

Am Abend konnten wir dann noch Wäsche waschen (war nach dem Nationalpark echt notwendig 😉 ). Im Haus war auch Platz genug, die Wäsche aufzuhängen um den Trockner zu vermeiden. Zwischen zwei Stühlen haben wir unsere Wäscheleine gespannt und die Stühle mit den Paketen beschwert.

die beiden fertigen Pakete
die beiden fertigen Pakete

Am nächsten Vormittag ging es dann Richtung Post, mit dem Collectivo natürlich. Im Schreibwarengeschäft war zusätzliches Klebeband schnell gekauft und bei der Post war auch nicht so viel los. Als wir gerade noch das zweite Paket verkleben wollten, wies uns die Securitydame darauf hin, dass man Paket unverschlossen zum Schalter bringt. Kannten wir so aus Valparaiso nicht. Nach kurzem Zögern haben wir weiter gemacht. Dann waren wir auch schon an der Reihe. Zu erst mussten wir einen Zettel mit einer Inhaltsliste, Absender- und Empfänger sowie Grund des Exports ausfüllen. Das kannten wir schon und waren mit der spanischen Übersetzung aller Dinge in den Kartons vorbereitet. Als wir die beiden Zettel abgegeben hatten, beratschlagte der Mitarbeiter sich kurz mit seiner Kollegin, markierte auf beiden Listen die Kühlschrank-Magnete und deutete uns, dass die raus müssen. Prima. Er drückte uns einen Cutter, Schere und Klebeband in die Hand und schickte uns zum zweiten Mal weg. Als wir mit neu gepackten und verklebten Kartons zurück beim Schalter waren, übernahm seine Kollegin die weitere Bearbeitung.

weniger Last auf dem Rücken

Und diese Frau hat unseren Respekt. In eine Intranet-Anwendung musste sie nicht nur die Stückliste samt geschätzten Wert abtippen, nein, es gab auch zu wenig Zeilen dafür und sie musste unsere Angaben sinnvoll zusammenfassen. Die Anwendung war auch nicht die schnellste und ziemlich oft konnten wir einem Ladebalken zuschauen. Das alles hat sie mit einer stoischen Ruhe gemacht, wir wären längst durchgedreht. Beim Wiegen der Pakete zeigte sich auch, dass Judith mit einem Paketgewicht von 8,1 Kilo zwei Kilo mehr Übergewicht hatte als ich 🙂 Jedenfalls waren wir nach zwei Stunden in der Post froh, dass alles geklappt hatte.  Froh und erleichtert im doppelten Sinn.

Im Supermarkt gab es dann noch einen Broiler, der fürs Mittag und Abendessen reichte. Es war aber immer noch was über und so gab es für die Straßenhunde am Abend ein Essen bestehend aus Hühnchen, Schweinefleisch (2 Tage alte Reste) und trockenem Brötchenstückchen. Der erste Hund war zwar erst zurückhaltend, aber hat dann doch gefressen. Fuchur hätte nur 10 Sekunden für alles gebraucht 😉

Am Donnerstag Mittag ging es zurück nach Puerto Natales, da es keine direkten Busverbindungen von Punta Arenas nach El Calafate gibt. Den späten Nachmittag und Abend verbrachten wir in einem Café im Zentrum, welches uns Angela und  Christina empfohlen hatten. Bei vegetarischem (und leckeren!) Essen und einheimischen Bier schrieb Judith im Tagebuch und ich habe 3 Jahre alte Zeitschriften gelesen, u.a. etwas wie Technology Review – Lustig mit 3 Jahren Abstand und Entwicklung 😉

Am Freitag, 20. Januar, klingelte um 6 Uhr dann der Wecker und Dreiviertel acht startete der Bus Richtung Argentinien. Unser vermutlich letzter Besuch im Gnomenland auf dieser Reise stand bevor.

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