Punta Arenas und die Pinguinkolonie auf der Isla Magdalena – Tag 57 bis 59

Nach drei Stunden im Bus sind wir am Mittwoch, 7.12., kurz vor 16 Uhr in Punta Arenas angekommen. Die Fahrt ging mehr oder weniger durch die Steppe Südpatagoniens. Das heißt: keine Zivilisation, kaum Bäume (wenn dann schräg gewachsen), dafür aber eine Graslandschaft, die eine super Fernsicht ermöglicht. Und immer mal wieder Schaffarmen.
Kurz vor Ende der Strecke verläuft die Straße auch parallel zur Magellanstraße – das Ende von Festland-Südamerika ist erreicht.
In Punta Arenas angekommen, ging es erst einmal in unser Hostel „Residencial Bulnes“. Der Weg dahin war schön verwirrend. Das Hostel hatte die Hausnummer 0440 und wie quasi überall in Südamerika, sind die Straßen in Blöcke aufgeteilt. Am Anfang der Straße waren die Blöcke mit den Hausnummern von 300 bis 399 und von 200 bis 299, die Nummern waren also absteigend. Etwas eigenartig. Nach dem Block 1 bis 99 ging es dann aber mit 01 bis 099 weiter und irgendwann, nach insgesamt über 3km kam dann der Block mit 0400 bis 0499, unser Hostel war erreicht. Nach ein paar mal Klingeln hat uns dann vermutlich eine Aushilfe die Tür aufgemacht und hat uns nach ein wenig hin und her auch unser Zimmer gezeigt. Unsere zwei Fragen, nämlich ob wir die Küche mitbenutzen können und mit welchem Collectivo man von Zentrum zurück zum Hostel kommt, musste sie sich auch erst von – vermutlich – der Chefin beantworten lassen. Am nächsten Tag haben wir das junge Mädel auch nicht mehr gesehen…

In Punta Arenas wollten wir zu der Pinguinkolonie auf der Isla Magdalena inmitten der Magellanstraße. Wie wir dahin kommen, wollten wir bei der Touri-Info rausfinden. Die war 2 Straßen vom Busterminal entfernt, hätten wir also gleich hingehen können 🙂

Isla Magdalena 1 from Querulantenwahn on Vimeo.

Nach dem wir den gleichen Weg zurück gegangen sind, könnte man uns bei der Information auch helfen: es gibt zwei Möglichkeiten. Die Erste ist frühs um 7 Uhr mit einem Katamaran für 62.000 Peso und die Zweite am Nachmittag um 4 Uhr mit einem normalen Schiff für 40.000 Peso (55€). Wir entschieden uns für die zweite Option und gingen noch zum Büro des Veranstalters, um gleich die Tickets zu kaufen. Ich weiß zwar immer noch nicht, warum es 15 Minuten dauert, 2 Papierzettel und ein paar Dinge im PC einzutippen aber letztendlich hatten wir die Tickets für das Schiff in der Hand. Außerdem hatte sich die Abfahrtszeit von um 4 auf um 3 geändert.

Wir gingen noch kurz einkaufen und wieder im Hostel angekommen haben wir Nudelsalat gemacht und dazu gab es fertig gegrilltes Hühnchen, lecker 🙂 . An den Teilen ist hier so viel dran, dass eine Hälfte für uns beide gereicht hat. Beim Kochen ist uns schon aufgefallen, dass verhältnisviele alte Menschen und auch Menschen mit Behinderung in dem „Hostel“ waren. Jedenfalls kam mal eine alte Frau in die Küche, murmelte etwas, schnitt eine Zwiebel klein und ging wieder – ohne die Zwiebel – und kam auch in der kommenden Stunde nicht wieder.

die verkohlte Verteilerdose in Punta Arenas
die verkohlte Verteilerdose in Punta Arenas

In unseren Zimmer stand ein kleiner Elektroheizer, sinnvollerweise mit europäischem Schuko-Stecker – der hier nirgends passt (nur die dünneren Eurostecker ohne Erdung passen so in die Steckdosen). Wir haben aber einen Adapter mit und konnten so die Heizung an eine im Zimmer liegende Verteilerdose (als einzigstes Gerät) anschließen. Es wurde auch wärmer im Zimmer… bis nach 20 Minuten eine Flamme aus dem Verteiler kam. Zum Glück waren wir im Zimmer und konnten die Verteilerleiste ausmachen. Unser Adapter hat nur ein paar Schmauchspuren, da die Flamme aus einem leeren Steckplatz am Ende der Leiste kam. Den Gestank durch das verschmorte Plastik und den angegogelten Laminatboden haben wir jedenfalls bis zur Abreise nicht mehr heraus bekommen 😉

Am nächsten Morgen (Donnerstag) gab es auch beim Frühstück etwas Verwirrung. Gebucht hatten wir ohne Frühstück und hatten deswegen extra auch etwas eingekauft, aber man fragte uns mindestens 3 mal, ob wir Frühstück wollen. Haben wir immer verneint. Aus dem Kühlschrank hat sich auch jemand unsere Milch genommen gehabt. Nach dem wir einer älteren Dame das gesagt hatten, gab sie uns eine neue Packung – 1 Liter 0%Fett Milch.. weißes Wasser. Zusammen mit dem geschmacksneutralen Quinoa-Müsli ein nicht soooo ergiebiges Frühstück 🙂

Im Anschluss haben wir noch ein wenig Fotos und Blogbeiträge bearbeitet und beim 4. Anlauf war auch irgendwann ein Bad frei. Gegen 11:30 Uhr sind wir dann zum nahe gelegenen Friedhof, der sowohl im Reiseführer als auch bei TripAdvisor als Highlight der Stadt beschrieben wird. Naja, für uns am Ende ein Friedhof wie es ihn vermutlich in jeder größeren chilenischen Stadt gibt. Der in Valparaiso war vergleichbar aufgebaut, also mit Gruften und pompösen Gräbern.

Zum Mittagessen gab es dann die andere Hühnchen-Hälfte, deren Fleisch wir vom Knochen getrennt haben, um es anzubraten. Als wir in der Küche waren, musste ich auch irgendwann meine Mutti zitieren: „ob nicht noch mehr Leute reinkommen können“. Jedenfalls standen während wir gekocht haben plötzlich noch weitere 5 Menschen um uns in der stickigen Luft der heißen Küche. Spätestens da war uns dann klar, dass das Hostel kein normales Hostel ist sondern ein Altenheim oder eine Art betreutes Wohnen und die Zimmer, die gerade nicht verwendet werden, werden halt noch an Touristen vermietet. Das würde jedenfalls die ganzen Verrückten erklären.

Vor dem Schiff sind wir noch zur Zona Franca gefahren, eine Art Freihafen/Duty Free Gewerbegebiet. In einem Laden wie in Deutschland Thomas Philipps, nur deutlich deutlich größer, haben wir ein Dreierset Tupperbüchsen und ein Kochmesser mit Klingenschutz (aus Solingen!) für umgerechnet 6€ gekauft. Das Messer ist hier echt notwendig. Mit den meisten Messern in dem Hostels kann man auch bedenkenlos Kleinkinder spielen lassen, sodass wir immer mit einem Schweizer Taschenmesser Kartoffeln schälen, Gemüse, Knoblauch und Zwiebel würfeln und Fleisch schneiden. Das tut irgendwann auch weh.

In einem andern Laden haben wir auch ziemlich schnell wieder vernünftige Halbschuhe für Judith gefunden. Der Einkauf hat sich also gelohnt.

Kurz vor 3 waren wir dann am Hafen um die dritte verschiedene Uhrzeit für das Schiff zu erfahren: 15:30 Uhr sollte es losgehen. Ging es dann auch.

Mit ca. 150 anderen Menschen dauerte die Fahrt über die Magellanstraße zur Isla Magdalena ein wenig mehr als 120 Minuten. Wir standen während der gesamten Zeit draußen um Vögel zu fotografieren und Richtung Feuerland zu schauen. Für einen ganz kurzen Moment waren auch einmal Delphine und Robben zu sehen.

Direkt beim Verlassen des Schiffs auf der Insel sieht man dann auch schon keine 2 Meter entfernt Pinguine. Großartig. Die Tiere stehen am Strand, vor ihren Höhlen in dem gerade der Nachwuchs ist, oder laufen meist unbeeindruckt von den Menschen über die Insel. Über die Insel führt ein 1km langer Rundweg, vorbei an einem Leuchtturm, für welchen man über eine Stunde braucht – einfach weil es so viel zu sehen gibt. Traumhaft. Die Pinguine teilen sich die Insel auch noch mit ein paar verschiedenen Vögeln und die Arten leben friedlich zusammen.

penguins at Isla Magdalena, near Punta Arenas, Patagonia from Querulantenwahn on Vimeo.

Isla Magdalena pengüino 1 from Kleingeldprinces on Vimeo.

Región de Magallanes from Kleingeldprinces on Vimeo.

Nach 1 1/2 Stunden auf der Insel legte das Schiff auch schon wieder ab und wir waren gehen 21 Uhr wieder im Hafen. Da wir nur noch den Nudelsalat hatten, gingen wir in die Bar 2 Häuser weiter, wo es die bisher beste Pizza in Südamerika gab. Wieder im Hostel wollte ich noch die Tupperbüchsen auswaschen und den restlichen Nudelsalat umfüllen… gefühlt standen auch halb 11 Uhr Nachts noch die gleichen Menschen in der Küche wie zur Mittagszeit. Kurz vor 12, als wir eigentlich schlafen wollten, hat jemand im Zimmer über uns angefangen auf den Fußboden zu Hämmern und stampfend von a nach b und wieder zurück zu laufen.. Nach 30 Minuten hörte der Spuk aber auf.

Am nächsten Morgen (Freitag, 9.12.) klingelt um 6:30 Uhr der Wecker, da wir vor der 12 Stunden Busfahrt nach Ushuaia in Ruhe Frühstücken und auch genug Zeit für den Weg zu Busterminal haben wollten. Nur die Küche war noch abgeschlossen, haben wir auch zum ersten Mal so erlebt. Auch 7:15 Uhr war noch nirgends jemand zu sehen. Judith hat dann aber an einer anderen Tür, vermutlich war es das Büro, außen einen Schlüssel stecken sehen. Den haben wir abgezogen und an der Küche versucht: er hat gepasst. Für Frühstück war es zwar zu spät aber so konnten wir unseren Nudelsalat in der am Vortag gekauften Box aus dem Kühlschrank holen 🙂

Als wir auf die Straße gingen, nieselte es leicht aber es wurde schnell mehr. Deswegen ging es dann mit dem Taxi zum Terminal und dort 6-7 Minuten später angekommen, war der Regen weg. Willkommen in Patagonien 😉

Nachtrag: das Hostel hat uns dann auch noch eine Mail geschrieben, dass wir vergessen haben zu bezahlen. Laut Booking.com wurde der Betrag aber von der Kreditkarte abgebucht. Das haben wir denen auch geantwortet und wenn das nicht geklappt hat, Paypal vorgeschlagen. Bis jetzt, 2 Tage später, noch keine Antwort.

Puerto Natales – Tag 55-57

Während am Montag Nachmittag die Fähre noch am Hafen von Puerto Natales vertaut wurde, haben wir in der Naviapp geschaut, wie es vom Hafen zu unserem „Hostel Paine“ (BTW: paine ist ein Wort aus der Mapuche-Sprach und heißt blau) geht. Der Weg war 3,5km weit und nach einem kleinen Umweg durch das Zentrum waren wir ca. 45 Minuten später am Ziel angekommen. Das Haus war total unscheinbar, nirgends ein Hinweis, dass hier ein Hostel ist. Blau war es auch nicht. Da die Klingel augenscheinlich schon lange nicht mehr ging, haben wir geklopft und nach dem vielleicht 10 klopfen, immer energischer, öffnete uns ein junges, schüchternes, Mädchen und zeigte uns dann auch unsere „Habitacion Deluxe“, also mit Heizung und Fernsehapparat (der in der Stube lief den ganzen Tag, auch wenn weit und breit kein Mensch war. Das ist uns in Chile schon oft aufgefallen.. in diesem Hostel kam noch dazu, das man nur 10 Minuten duschen durfte, eventuell wegen der Gasrechnung für den Durchlauferhitzer – aber die 50Zoll Glotze verbraucht ja zum Glück nur Strom statt Gas).

Kurze Zeit nach dem Check-In ging es dann zurück ins Zentrum, um:

  1. meine Sonnenbrille ganz machen zu lassen, weil ein Bügel abgegangen war
  2. Bei Vertice noch zwei Campingplätze für Torres del Paine im Januar zu buchen
  3. In der Touristeninfo direkt am Hafen noch einen Stadtplan und Informationen zur Umgebung zu holen
  4. Im Supermarkt Essen für die nächsten 2 Tage kaufen.

Hat auch alles geklappt und direkt am Hafen haben wir auch den patagonischen Wind abbekommen. An der Plaza de Armas sind wir dann auch von einem Springbrunnen erwischt worden – mit normalen Wind ging das Wasser senkrecht nach oben, dummerweise kam eine stärkere Böe und hat die Fontäne zu uns gedrückt 🙂

Panorama vom Hafen in Puerto Natales
Panorama vom Hafen in Puerto Natales

Im Supermarkt gab es Salami die auch nach etwas aussah… zum Abendessen stellte sie sich aber wieder als Enttäuschung raus. (Ein deutscher, falsch, ein thüringischer Fleischer mit Lust auf eine neue Bleibe an anderen Ende der Welt könnte hier gutes Geld verdienen und würde jeden Tag Menschen wie mich strahlend am Tresen sehen).

Am Dienstag (6.12.) haben wir ausgeschlafen (auf der Fähre war um 8 Uhr immer Wecken durch eine Lautsprecherdurchsage) und dann den Tag zum Bearbeiten von über 1000 Fotos genutzt. Nach Puerto Natales kommen wir ja nochmal, deswegen war das auch kein Problem. Zum Mittag haben wir dann versucht, auf einem Ofen die Rindersteaks zu braten… die Pfanne war mal zu heiß, mal zu kalt und die Steaks am Ende durch 😉 Die selbstgemachte Knoblauchbutter hat es aber gerettet.

Für unseren Aufenthalt hier im Januar haben wir dann im Reiseführer noch ein Hostel gefunden, welches Trecking-Ausrüstung verleiht und auch eine Gepäckaufbewahrung hat. Da man das Hostel (erratic rock) nur vor Ort buchen kann, sind wir am Mittwoch auf dem Weg zum Busterminal da noch vorbei, um zwei mal zwei Nächte zu buchen. Und wir hatten Glück weil sowohl noch Zimmer frei waren und die Chefin uns das kleinste und günstigste Zimmer gezeigt hat – wir haben dann eine Nummer größer genommen 🙂

 

Mit der Navimag-Fähre durch die patagonischen Fjorde – eine Reise über 2000km in Richtung Süden, von Puerto Montt nach Puerto Natales – Tag 52 bis Tag 55

Die Navimag-Fähre im Hafen von Puerto Natales
Die Navimag-Fähre im Hafen von Puerto Natales

Der Check-In für die Fähre von Puerto Montt nach Puerto Natales war von 9:00 bis 13:00 Uhr in einem Hotel direkt am Wasser vorgesehen. Also haben wir uns so um 10:00 Uhr aufgemacht, um wieder voll bepackt die ca. 2km dahin zu laufen. Der Weg zum Hotel verlief die meiste Zeit am Wasser, aber die Fähre konnten wir noch nicht sehen. Beim Check-In haben wir dann auch gesagt bekommen, dass es mit dem Bus zum Hafen geht. Wir sollten den ersten Bus nehmen, um 12:45 Uhr, und haben auch jeder einen Aufkleber auf die Brust bekommen, auf dem das stand. Wir hatten also noch rund 2 Stunden Zeit, die wir genutzt haben, um einen „Kaffee“ zu trinken und neue Schuhe für Judith zu suchen, da bei ihren Halbschuhen vermutlich die Sole gebrochen ist. Fündig geworden sind wir aber nicht. Pünktlich dreiviertel eins waren wir dann wieder beim Check-In, zusammen mit so 40 anderen Menschen, aber es war noch kein  Bus zu sehen. Der Mitarbeiter von Navimag wurde auch immer nervöser, für uns vollkommen unverständlich. Als wäre es hier üblich, pünktlich zu kommen 🙂 Wir gehen daher davon aus, das entweder er deutsch ist, oder der Busfahrer (und sonst immer auf die Minute pünktlich ist).

Mit einer Stunde Verspätung kam dann der Bus und 15 Minuten später waren wir auch an der Fähre, die gerade noch beladen wurde.

Timelapse: on Board of a navimag ferry in Patagonia from Querulantenwahn on Vimeo.

Nach dem wir unsere Kabine (mit 2 Doppelstockbetten und Fenster) bezogen hatten, sind wir einmal um bzw. durch das Schiff gelaufen. Im oberen Deck gab es eine Bar (ohne Alkohol, der auf der Fähre verboten ist) und eine Art Sonnendeck. Im Deck untendrunter war der Speisesaal und die Brücke (auf die wir leider nicht durften). Darunter wiederum befand sich das Deck mit den Kabinen. Der Rest vom Schiff war Laderaum und nicht zugänglich. Nach einer kurzen Sicherheitsunterweisung ging es dann 17 Uhr endlich los. Vor uns lagen 3 Nächte und 4 Tage auf See, davon 16 Stunden direkt auf dem Pazifik und die restliche Zeit durch die Fjorde Patagoniens. Insgesamt waren vielleicht so 100 Passagiere mit uns an Board.

Vor dem Abendessen am Freitag gab es in der Bar noch eine Präsentation der Route, erst auf Spanisch und dann auf Englisch. Der englische Vortrag wurde zum Glück während des Sonnenuntergangs über den Golf von Ancud unterbrochen. Der war einfach großartig 🙂

Die erste Nacht an Bord war auch noch relativ ruhig, also kaum Seegang.

Sunset in Patagonia from Querulantenwahn on Vimeo.

Der Samstag Vormittag blieb auch ruhig, allerdings regnete es immer mal wieder (in den Fjorden fällt aber durchschnittlich 9.000mm bis 11.000 Regen pro Jahr, zum Vergleich: Frankfurt 600mm, Hamburg 773mm, London: 830mm). Im noch ruhigem Fahrwasser haben wir uns den Vortag zur patagonischen Tierwelt angehört. Am Nachmittag erreichten wir dann die offene See und mit 4-5 Meter hohen Wellen wankte das Schiff schon ordentlich. An gerade Laufen war nicht mehr zu denken und festhalten war immer ein guter Plan 🙂

Wir haben das Geschaukel aber gut überstanden und kein Fischfutter geliefert. In der Nach hat es in der Kabine ganz schön geknarzt aber Schlafen ging halbwegs.

Am Sonntag (4.12.) ging es dann ab Morgens wieder durch die Fjorde und auch das Wetter war stabil. Vormittags gab es noch einen Vortrag zur patagonischen Fauna und am Nachmittag zum Nationalpark Torres del Paine, der bei uns dann für Mitte Januar auf dem Plan steht. Am Nachmittag sind wir dann auch noch an einem alten Wrack vorbei (Baja Cotopaxi), was seit 40 Jahren an der gleichen Stelle auf einem Felsen fest hängt. Außerdem hat das Schiff noch in Puerto Eden gehalten, einer Siedlung mit weniger als 80 Einwohner. Das Dorf ist nur per Schiff erreichbar und ist auch weit und breit das einzige besiedelte Stück Land in den Fjorden.

Panorama von Puerto Eden
Panorama von Puerto Eden

Fjords in Patagonia 1 from Querulantenwahn on Vimeo.

Fjords in Patagonia 2, Timelapse from Querulantenwahn on Vimeo.

Timelapse Sunset in Patagonia from Querulantenwahn on Vimeo.

Am Montag ging es dann noch durch eine nur 80 Meter breite Stelle (die nur am höchsten oder tiefsten Punkt der Gezeiten durchquert werden darf) und 13:30 Uhr erreichten wir Puerto Natales. Das Anlegemanöver dauerte rund 60 Minuten und so war unsere erste längere Schiffsfahrt um 14:30 Uhr nach 2000km zu Ende. 

Den Großteil der Zeit an Board haben wir in der Bar/Lounge oder an Deck verbracht, um die wundervolle Landschaft der Fjorde zu genießen, immer wieder Wasserfälle an den Hängen zu sehen und ab und zu Robben oder Delphine im Wasser zu beobachten. Die 4 Tage waren richtig toll und entspannend.

Noch ein paar Worte zur hinter uns liegenden Reiseroute:

Von Puerto Montt ging es durch den Golf von Ancud und dann östlich an Chiloe vorbei bis zum Golf von Corcovado. Über den Canal Moraleda und Canal Ninualaq erreichten wir den Pazifik. Nach dem Golf von Penas ging es wieder in die Fjorde, durch den Canal Messier, vorbei an Cotopaxi (das Wrack) und durch den Canal Wide bis nach Puerto Eden. Die restliche Strecke bis Puerto Natales ging es durch den Canal Unión, Paso Sóbenes (die südlichlichste Stelle unserer Route), den Santa María Canal und auch durch Angostura White, mit 80 Meter Breite die schmalste Stelle)

 

Urlaub in Puerto Montt, Ruhetage von 47 bis Tag 52

Der Bus am 26.11. von Bariloche nach Puerto Montt ist leider erst mit über zwei Stunden Verspätung losgefahren. In dieser Richtung, also nach Chile rein, hatte auch die Grenzkontrolle länger gedauert. Alles Gepäck musste aus dem Bus raus und wurde von Hunden beschnüffelt und stichprobenartig durchsucht. Nach Chile darf man keine pflanzlichen und tierischen Produkte mitnehmen, also haben wir an der Grenze noch unsere restlichen Nüsse und Kekse weggeworfen. Einer der Mitfahrer war nicht so clever und die Hunde sind direkt auf einen Apfel losgegangen 🙂

Erst nach 22 Uhr und damit nach Sonnenuntergang sind wir also in Puerto Montt angekommen. Den Weg zum Hostel kannten wir zwar schon aber da wir im Dunkeln nicht mit vollem Gepäck durch die Stadt wollten, ging es mit einem Taxi für 3.000 Peso (4 Euro) den Berg herauf. Etwas zum Abendessen gab es zum Glück schon im Bus, denn alle kleinen Tante-Emma-Läden rund um das Hostel hatten schon zu.

Den Sonntag, 27.11., haben wir gemütlich angehen lassen. Die Reiseplanung stand im Vordergrund. Wir mussten die Camps im Torres del Paine buchen, nachdem wir uns entschieden hatten, den „W-Weg“ in 5 Tagen zu laufen. Dummerweise waren die kostenlosen Camps der CONAF, vor allem das in der Nähe zu den Torres (also am markantesten Punkt des Nationalparks), für den ganzen Dezember ausgebucht. Das nächstgelegenen kommerzielle Camp sollte mit 180 Dollar zu Buche schlagen: für nix anderes als ein Stückchen Land, auf dem man sein eigenes Zelt aufschlagen kann. Absolut unverschämt, die anderen Plätze kosten für 2 Menschen 30 Dollar je Nacht.

Der erste freie Platz auf dem Torres-Camp war vom 13. auf den 14. Januar 2017. Daran haben wir jetzt auch die weitere Route ausgerichtet: Jetzt geht es zuerst tief in den Süden: Nach 2 Nächten in Puerto Natales (dem Zielhafen der Navimag-Fähre) geht es mit dem Bus nach Punta Arenas (auch für 2 Tage) und dann weiter, wieder 12 Stunden mit Bus, nach Ushuaia (Argentinien), der südlichsten Stadt der Welt und damit nach Feuerland 🙂

Dort bleiben wir dann erstmal einige Zeit um irgendwie mega günstig auf ein Schiff in Richtung Antarktis zu kommen. Auf dem Rückweg gehts dann zum Nationalpark Torres del Paine (am 26.01.2017 müssen wir spätestens wieder in Santiago sein, um unseren Flug zur Osterinsel zu bekommen). Soviel dazu 🙂

Am Nachmittag sind wir dann aus dem Hostel raus um im Supermarkt Essen für die nächsten Tage einzukaufen. Dummerweise sind wir leicht hungrig dahin, war nicht so eine gute Idee. Denn vollbepackt mit den Einkäufen ging es dann wieder den Berg vom Hostel hoch. Aber wir hatten alles für Schnitzel mit Kartoffeln und einem bunten Mix an Gemüse. Das war soviel, dass es für zwei mal Essen gereicht hat. Außerdem haben wir noch Avocado-Creme gemacht und Eiersalat. Wir haben auch so gut zwei Stunden gebraucht, um alles kleinzuschnippeln während die beiden Damen des Hostels sich über uns lustig gemacht haben, weil wir so viel zu Essen auf den Tisch hatten. Aber das war es Wert.

Am Montag ging es dann richtig in die Stadt, zur Post, um die neu geschriebene Karten abzugeben (nach dem wir über eine halbe Stunde am Schaltet gewartet haben) und zur Tourist-Information an der Plaza de Armas wegen einem kostenlosen Stadtpan. Direkt neben der Plaza ist auch ein größeres Einkaufszentrum und wir hatten die Hoffnung, dort eventuell die geklauten Objektive ersetzen zu können. Es gab auch tatsächlich zwei Läden, die eine begrenze Auswahl an Objektiven für die Canons hatten (50mm 1.8, 75-300mm). Das Standardzoom gab es leider, auch auf Nachfrage, nicht einzeln zu kaufen. Unentschlossen haben wir uns dann, ohne eine Linse zu kaufen, auf den Rückweg gemacht. Dabei sind wir noch an zwei anderen größere Kaufhäusern vorbei gekommen, an denen es jedoch gleich gar keine Camera-Ausrüstung gab. Eine Google-Suche am Abend hat uns dann gesagt, dass es zwei autorisierte Canon-Händler in Puerto Montt gibt. Ein kleiner Lichtblick war das schon.

frischer Lachs mit Kartoffel-Möhren-Zwiebel-Knoblauch-Stampf :-)
frischer Lachs mit Kartoffel-Möhren-Zwiebel-Knoblauch-Stampf 🙂

Zu diesen beiden Läden sind wir dann am Dienstag, 29.11., direkt nach dem Frühstück aufgebrochen. Leider ohne Erfolg. Beides waren mehr oder weniger IT-Dienstleister, die Canon-Produkte direkt beim Hersteller bestellen können. Lieferzeit mindestens 5 Tage, eher mehr. Tja. Also ging es zurück in die Mall vom Vortag und dort haben wir dann wenigsten das Tele nachgekauft. Das passt auf beide Kameras und mein Standardzoom passt auch auf Judith ihre 550d. Nach dem Mittagessen im Hostel sind wir dann noch in Richtung Angelmo gelaufen, um mit einem Schiff auf die Isla Tenglo zu kommen. An der ersten Anlegestelle konnte man uns noch nicht helfen aber an der Zweiten kam gerade ein Ruderbootfahrer an, der uns dann für 1000 Peso (1,5 Euro) durch die Bucht in einer kleinen Nussschale gebracht hat. Ein Scheißjob, wenn man das mal s sagen darf. Deswegen gab es auch das Doppelte. Erst nach ein paar Metern auf der Insel haben wir festgestellt, dass es direkt von da aus keinen Weg nach oben auf den Hügel gab. Also sind wir auf gut Glück los und sind nach einem steilen Anstieg auch irgendwann oben am „Gipfelkreuz“ angekommen. Von dort aus hat man zur einen Seite einen schönen Blick auf Puerto Montt mit den dahinter liegenden Vulkanen Calbuco und Osorno und auf der anderen Seite zum Golf von Ancud. War auch gleich eine super Gelegenheit, das neu gekaufte Tele auszuprobieren. Den Rückweg zum Festland haben wir dann mit einer normalen Fähre gemacht. Zurück in Puerto Montt ging es dann noch zum Fischmarkt in Angelmo. An einem Stand gab es frischen Lachs und da man dort entweder eine ganze filetierte Hälfte kaufen kann oder gar nichts, sind wir mit einem Kilo Filet und ein wenig neuen Gemüse zurück ins Hostel. Den ersten Teil des Fisches gab es dann gleich am Abend, lecker 🙂

Den Mittwoch sind wir dann wieder ruhig angegangen und haben den Vormittag für die Bearbeitung von Fotos und dem Schreiben von Blogbeiträgen genutzt. Die Ruhe bzw. der Urlaub vom Reisen tut uns bis jetzt echt gut und unser Schlag in Bariloche ist auch verkraftet.


Die Überschrift gilt zwar schon bis Freitag (an dem ab 16:00 Uhr unserer Fähre anlegt) aber der Text ist nur bis Mittwoch-Mittag: der Rest wird nachgereicht 😉

 

Nachtrag: von Mittwoch Mittag bis zur Abreise nach Puerto Natales ist nicht mehr viel passiert. Wir haben noch weiter im Hostel rumgelungert und uns entspannt. Am Freitag ging es dann am Vormittag zur Fähre, aber das steht dann hier 🙂